Cheftypen – der harmoniebedürftige Chef

Cheftypen – der harmoniebedürftige Chef
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Der harmoniebedürftige Chef ist als Vorgesetzer im Grunde sehr angenehm. Sicher haben auch Sie und Ihre Kollegen nichts dagegen, mit Ihrem Vorgesetzten auf Augenhöhe zu diskutieren. Doch Harmoniebedürfnis hin oder her – seine Führungsrolle darf Ihr Chef dabei nicht vergessen. Spätestens wenn die Firma einmal in schweres Fahrwasser gerät, muss er Durchsetzungsstärke zeigen.

Harmonie hat nicht immer Vorrang

Entscheidungen gemeinsam treffen, Kritik vermeiden und schlechte Stimmung in der Belegschaft erst gar nicht aufkommen lassen – solche Führungsgrundsätze klingen zunächst einmal verlockend. Versprechen Sie doch ein unkompliziertes Miteinander zwischen Chef und Mitarbeitern. Aber diese Harmonie ist trügerisch! Vor allem in Krisenzeiten gilt es, auch einmal hart durchzugreifen, das Team zu Höchstleistungen anzuspornen und die eine oder andere unliebsame Entscheidung zu treffen. Tut sich Ihr Chef in solchen Situationen häufig schwer? Dann sollten Sie das Ruder in die Hand nehmen.

Auch der harmoniebedürftige Chef muss mal durchgreifen können

Stellen Sie sich vor, die Absatzzahlen haben sich im ersten Quartal rückläufig entwickelt. Nun sucht Ihr Vorgesetzter gemeinsam mit Ihnen und weiteren Mitarbeitern nach einem Ausweg. Ihr Chef hat bereits eine Idee – aber statt sie klipp und klar zu formulieren und die Zuständigkeiten zu verteilen, sagt er: „Das ist nur mein Vorschlag. Vielleicht haben Sie ja auch bessere Ideen …“. Auf diese Weise zieht sich das Meeting höchstwahrscheinlich in die Länge. Es geht Ihrem Chef in erster Linie nicht um schnelle konstruktive Ergebnisse, sondern um die Zustimmung und Anerkennung seiner Mitarbeiter.

Das ist auf den ersten Blick zunächst einmal nicht verwerflich. Aber jedes Team braucht bekanntlich eine Leitfigur, die unterschiedliche Meinungen und Vorschläge auf den Punkt bringt und ergebnislose Diskussionen auch einmal mit einer Chefentscheidung abkürzt. Fehlt eine solche Führungspersönlichkeit, besteht die Gefahr, dass sich das Team in Belanglosigkeiten verzettelt und auf Nebenschauplätzen tummelt – statt Entscheidungen zu treffen und diese zeitnah umzusetzen.

Der harmoniebedürftige Chef: So stehen Sie ihm zur Seite

Bitten Sie Ihren Chef, die wirtschaftlichen Ziele eines jeden Projekts transparent zu machen und mit Zahlen zu hinterlegen. So sehen Sie sofort, worauf es ankommt und in welchem Zeitraum Sie ein Ergebnis erzielen müssen. Erarbeiten Sie darauf aufbauend konkrete Lösungsvorschläge. Sollte es anschließend zu Unstimmigkeiten im Team kommen, können Sie diesen mit Fakten und Tatsachen begegnen. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass Sie Ihren Chef immer positiv ansprechen. So bewahren Sie ein entspanntes Verhältnis zu ihm und werden einen größeren Handlungs- und vor allem Entscheidungsspielraum erhalten als zuvor.

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