Überzeugen Sie schon beim ersten Eindruck

Die Weisheit „Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck“ kennen Sie sicher. Aber haben Sie sich schon einmal die Zeit genommen, sich damit zu beschäftigen, wie Sie bei einer  Begegnung auf andere wirken? Schon in den ersten Sekunden können Sie Punkte sammeln und Ihr Gegenüber für sich einnehmen.

Verhaltensregeln für den ersten Eindruck

Fakt ist, dass sich andere Menschen innerhalb von ein bis acht Sekunden einen ersten Eindruck von Ihnen verschaffen und dieser in entscheidenden Situationen Ihres Lebens über Ihre Chancen bestimmt. Zu solchen Situationen gehören:

  • der Auftritt vor einer Prüfungskommission
  • das Vorstellungsgespräch
  • der erste Tag am neuen Arbeitsplatz
  • das erste Treffen mit Ihren künftigen Schwiegereltern
  • wichtige Einladungen
  • Zusammenkünfte im Familien- und Freundeskreis
  • die erste Begegnung mit möglichen Geschäftspartnern

Durch das richtige Auftreten, angemessene Kleidung, eine gewählte Ausdrucksweise und gute Körpersprache sind Sie einem perfekten Verhalten beim ersten Eindruck schon einen Schritt näher. Wenn Ihnen vieles davon fehlt, heißt das nicht, dass Sie auf der untersten Stufe der Karriereleiter stehen bleiben werden. Aber in Zeiten von Kostenreduzierung und Arbeitsplatzabbau kann Ihr Auftreten ein Faktor sein, der Ihnen den Arbeitsplatz sichert.

Diese Faktoren bestimmen den ersten Eindruck

Der erste Eindruck setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Einige sind mehr, die anderen weniger beeinflussbar. Hierzu gehören:

  • Ihre äußere Erscheinung: Kleidung, Frisur, Make-up, Accessoires und Farben
  • Ihr Auftreten: Ausstrahlung, Mimik, Gang, Haltung, Gestik, Ihre Augen sowie Ihre Freundlichkeit
  • Ihre ersten Worte: Ihr Gruß, Ihre Stimme, Lautstärke, Sprachmelodie, Deutlichkeit im Ausdruck, die ersten Sätze

Und hier sind die weniger beeinflussbaren Eigenschaften:

  • Der Duft Ihres Körpers: Sie kennen sicherlich den Spruch „Ich kann den nicht riechen“. Sie sehen also, wie wichtig dieses unbewusste Signal für den ersten Eindruck bzw. für einen bleibenden Eindruck ist. Parfums, Seifen und Pflegemittel sorgen für einen angenehmen Duft. Zu viel davon wirkt allerdings unangenehm.
  • Die Berührung, der Hautkontakt: Hierzu zählt das Gefühl, das der erste Händedruck auslöst. Haben Sie feuchte oder trockene Hände? Sind sie kalt oder warm?

Extratipp: In einer neuen Umgebung mit uns unbekannten Menschen wissen wir oft nicht, wie wir uns verhalten sollen. Das altbekannte „Understatement“ ist in einer solchen Situation immer zu empfehlen. Halten Sie sich taktvoll zurück, beobachten Sie und hören Sie zu. Seien Sie freundlich und interessiert an dem, was andere sagen. Ihre eigene Person und die damit verbundenen Stärken und Werte werden Sie noch früh genug unter Beweis stellen können.

Der passende Kleidungsstil

Ordentliche Kleidung ist eine Grundvoraussetzung für einen positiven ersten Eindruck. Und natürlich führt im Geschäftsleben generell kein Weg daran vorbei – egal ob Sie als Projektassistentin eher im Hintergrund oder als Empfangssekretärin arbeiten. Sie sollten sich aber darin wohl fühlen, sonst wirken Sie unsicher. Beobachten Sie, wie der Kleidungsstil im Unternehmen ist. Kleiden Sie sich dann ein wenig über diesem Standard. Grundsätzlich gilt: Eher konservativer als zu leger anziehen.

Extratipp: Wollen Sie wissen, was es noch rund ums Business-Outfit zu beachten gibt? Schauen Sie in die sekretaria-Rubrik Dresscode! Dort finden Sie auch Ideen für Ihren Kleiderschrank.

Was verrät Ihr Körper über Sie?

Beobachten Sie Ihre Körpersprache im Spiegel und fragen Sie Freunde um deren Meinung. Positiv wirkt, wenn Sie sich entspannt hinsetzen, Blickkontakt halten und den Gesprächspartner ausreden lassen. Negativ fallen Sie auf, wenn Sie Kaugummi kauend mit verschränkten Armen Ihr Gegenüber ernst anschauen oder es permanent unterbrechen. Halten Sie Blickkontakt zu Ihrem Gesprächspartner und stellen Sie beide Füße fest auf den Boden – so wirken Sie überzeugender.

Extratipp: Gestalten Sie das Gespräch. Wer fragt, der führt, heißt eine bekannte Regel. Mit offenen Fragen (alle Fragen, auf die man nicht mit Ja oder Nein antworten kann) erhalten Sie die meisten Informationen. Gehen Sie auf die Antworten Ihres Gegenübers ein. Die Faustregel lautet: 70 Prozent reden und 30 Prozent hören. Aber betreiben Sie kein „overselling“, dies könnte genau das Gegenteil bewirken. Antworten Sie überlegt.

Stimme statt Stimmchen!

Die Stimme ist unser wichtigstes Kommunikationsmittel. Wer eine angenehme Stimme hat und gut artikuliert, dem hört man gerne zu. Wenn Ihre Stimme schrill und hoch, zu leise oder heiser klingt, wenn jemand ohne Punkt und Komma redet, verliert das Publikum sehr schnell das Interesse, auch wenn das, was Sie sagen, noch so interessant ist.

In der Face-to-Face-Situation spielen Stimme und Tonfall eine große Rolle und sie beeinflussen auch den ersten Eindruck. Wir hören weniger auf den Inhalt des Gesagten als auf die Art, wie es gesagt wird. Gleichzeitig übertragen sich Atemrhythmus und Stimmlippenbewegung vom Sprecher auf den Hörer. Dieser spricht mit fünf Millisekunden Verzögerung innerlich mit und erinnert sich so an das Gesagte. Das Phänomen des Mitsprechens können Sie auch gut an kleinen Kindern beobachten, die gerade Sprechen lernen. Als Zuhörer speichern Sie auch, ob die Sprechweise angenehm oder unangenehm war.

Die Stimme ist bei vielen Menschen nicht belastbar. Längeres Reden strengt an, und der Hals wird trocken. Frauenstimmen werden oft schrill und piepsig statt laut. Solche Stimmprobleme rühren meist daher, dass die Luft nur durch den Mund eingesogen wird. Das reizt Kehle und Hals.

So bekommen Sie eine kraftvolle Stimme

Vermeiden Sie Nikotin, Alkohol, Ozon und trockene Heizungs- oder Klimaanlagenluft. Wenn Sie vor einem Publikum sprechen müssen, sollten Sie immer ein Wasserglas bereit stehen haben, sodass Ihre Kehle nicht austrocknet und die Schleimhäute benetzt bleiben. Machen Sie Ihre Stimme vor dem Auftritt warm. Reden Sie laut mit sich oder sagen Sie Sätze aus Ihrem Vortrag.

Extratipp: Atmen Sie immer in den Bauch, nicht in die Brust ein. So können Sie den Druck halten, den Sie für eine klare und laute Aussprache benötigen. Achten Sie auch auf eine deutliche Artikulation. Für ein Wort müssen bis zu 100 Muskeln angespannt werden. Das altbekannte Training mit dem Korken zwischen den Zähnen hilft, eine deutliche Artikulation einzuüben.

Durch den Einsatz einer geschulten Stimme erlangen Sie mehr Selbstsicherheit, ein überzeugenderes Auftreten und strahlen mehr Kompetenz aus – beste Voraussetzungen für einen positiven ersten Eindruck bei Ihren Zuhörern.

aus: Christina Tabernik, Anke Quittschau: Business Knigge für Frauen. Sicher auftreten im Beruf

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