Die richtige Körpersprache im Beruf

Körpersprache hat mehr Macht über uns, als wir glauben. Meistens unterschätzen wir ihre Wirkung. Warum? Weil wir sie unbewusst wahrnehmen und einsetzen. Ähnlich wie unsere gesprochene Sprache kann man Körpersprache lernen, sie bewusst wahrnehmen und verstehen. Gerade im Office ist es wichtig zu wissen, welche Wirkung Sie ausstrahlen. Signalisieren Sie unbewusst, dass Sie sich nicht wehren, wird nicht nur Ihr Chef, sondern auch mancher Kollege versuchen, ungeliebte Aufgaben bei Ihnen abzuladen. Wirken Sie dagegen abweisend, kann es sein, dass der Informationsfluss an Ihnen vorbeigeht, weil man sie nicht „belästigen“ will. Wir haben ein paar Tipps für Sie, wie Sie die richtigen Signale aussenden.

Machen Sie sich vor Ihrem Chef nicht klein

Das ist ein Problem, das leider gerade bei Frauen immer wieder zu beobachten ist: Sie machen sich selbst unnötig klein, insbesondere im Kontakt mit Vorgesetzten. Die Schultern sind hochgezogen, der Blick geht von unten nach oben. Die ganze Körpersprache zeigt, dass die Begegnung als unangenehm empfunden wird. Eine direkte und offene Kommunikation ist so nicht möglich.

Wenn Sie Ihrem Vorgesetzten begegnen, richten Sie sich bewusst auf und nehmen Sie eine aufrechte Haltung ein. Versuchen Sie zu lächeln und denken Sie daran: Sie müssen in diesem Moment nichts beweisen. Halten Sie Blickkontakt und signalisieren Sie die Bereitschaft für ein Gespräch. Der Vorgesetzte spricht gern mit Ihnen, wenn Sie durch Ihre Körpersprache Interesse signalisieren.

Wie Sie sich Kollegen durch Ihre Körpersprache „vom Leib“ halten

Als Sekretärin sind Sie Schalt- und Informationszentrale im Unternehmen. Da ist es kein Wunder, dass es immer wieder Kollegen gibt, die Ihnen auf die Pelle rücken. Sie wollen irgendetwas bei Ihnen loswerden, was Sie aber gar nicht wissen wollen. Oder sie wollen von Ihnen Informationen haben, die Sie nicht rausgeben wollen oder können. Typisch ist die verschwörerische Haltung, wenn ein Kollege sich viel zu nah über Sie beugt.

Wenn Sie sich bedrängt fühlen, hilft ein ganz einfacher Trick: Gehen Sie einen Schritt zur Seite und richten Sie sich vor dem Kollegen auf. Dadurch deuten Sie körperlich an, dass Sie Abstand gewinnen wollen. Die verschwörerische Gemeinschaft, die der Kollege herstellen wollte, wird durch Ihre Körpersprache aufgelöst, und es wird ihm schwer fallen, mit seiner Geschichte fortzufahren.

Behaupten Sie sich in einer Besprechung

Wenn Sie als Teilnehmerin in einer Besprechung häufiger das Gefühl haben, nicht zu Wort zu kommen, versuchen Sie doch einmal mit den folgenden Körpersprache-Tricks:

  • Betreten Sie den Besprechungsraum mit energischen, Raum greifenden Schritten. Passen Sie jedoch die Größe der Schritte Ihrer Statur an. Ein kleiner Mensch, der ganz große Schritte macht, wirkt verkrampft oder grotesk.
  • Ziehen Sie sich körpersprachlich nicht zurück, wenn Sie noch nicht an der Reihe waren oder wenn Ihre Argumente nicht ins Schwarze getroffen haben, z. B. indem Sie Ihre Arme verschränken und sich zurücklehnen.
  • Schauen Sie Ihren Kollegen in die Augen.
  • Sprechen Sie laut und deutlich. Sie haben etwas zu sagen und wollen Ihr Interesse kundtun.
  • Wenn niemand auf Ihrer Seite ist, können Sie nicht darauf warten, dass man Ihnen den Freiraum zum Sprechen gibt. Nehmen Sie sich Ihren Raum aktiv und kündigen Sie durch Ihre Körpersprache Ihren Redeanteil an: Ein im Sitzen aufgerichteter Oberkörper und eine in den Luftraum über den Tisch leicht ausgestreckte Hand, begleitet von einem ruhigen, in der Runde wandernden Blick, ermöglicht es Ihnen, ins Geschehen einzugreifen. Halten Sie die Geste aus, auch wenn es Ihnen wie eine Ewigkeit vorkommt, Sie werden über die Wirkung erstaunt sein.

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