Trinkgeld: Die richtige Summe für jeden Anlass

Trinkgeld: Die richtige Summe für jeden Anlass
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Die Location war schön, das Essen hervorragend und der Kellner überaus zuvorkommend – in solchen Fällen ist ein Trinkgeld angebracht, denken Sie. Stimmt auch – zumindest wenn Sie in Europa unterwegs sind. Im außereuropäischen Ausland ist dagegen oft Vorsicht angebracht, dort bringen Sie den Empfänger des Trinkgelds möglicherweise in Verlegenheit. sekretaria-Expertin Ann-Kathrin Kühr gibt Ihnen in unserem Trinkgeld-Knigge wichtige Hinweise, welcher Betrag in welchem Land und bei welcher Gelegenheit angebracht ist.

Überall anders: Trinkgeld-Sitten in Europa

In Europa gibt es große Unterschiede beim Trinkgeld. In Skandinavien sind 5 Prozent üblich. In britischen Pubs zahlt der Gast an der Theke, und zwar exakt, in Holland ist Trinkgeld ebenfalls unüblich. Wer in Spanien, Frankreich oder Portugal zu Besuch ist, lässt zwischen 5 und 10 Prozent des Rechnungsbetrags auf dem Tisch zurück. Aber bitte keine Cent-Münzen – das gilt als grob unhöflich! Generell gilt für diejenigen europäischen Länder, in denen Trinkgeld erwartet wird, die Faustregel: 10 Prozent Aufschlag.

Unterschiede gibt es auch beim Aufrunden. In nördlicheren Ländern Europas wird bis zum glatten Euro-Betrag aufgerundet, während Sie im Süden eher bis zum nächsten Fünfer- oder Zehner- Betrag aufrunden.

Das gilt außerhalb Europas

In den USA wird meist ein Trinkgeld in Höhe von 15 bis 20 Prozent erwartet. Viele Restaurants gehen inzwischen dazu über, den zusätzlichen Betrag auf die Rechnung zu setzen.

In einigen fernöstlichen Ländern ist Vorsicht beim Trinkgeld angebracht. In China sollte selbst in international ausgerichteten Hotels Trinkgeld immer diskret und nie vor den Augen anderer überreicht werden. Japaner drücken Dankbarkeit durch Geschenke aus.

Richtwerte für jede Gelegenheit

In Deutschland können Sie sich an folgenden Grundregeln orientieren: Im Restaurant bekommt der Service 5 bis 10 Prozent vom Rechnungsbetrag. Wenn Sie besonders zufrieden waren, können Sie auch mehr geben. Der Portier im Hotel bekommt zwischen 3 und 5 Euro, wenn er eine besondere Leistung erbracht hat, wenn er z. B. Theaterkarten besorgt hat. Das Zimmermädchen erhält 1 bis 2 Euro pro Aufenthaltstag. Wenn man länger in einem Hotel ist, kann man dem Zimmermädchen auch zwischendurch ein Trinkgeld geben.

Werden Sie oder Ihr Vorgesetzter an der Garderobe zuvorkommend bedient, freut sich das Personal über 50 Cent. Je nach Veranstaltungsort und bei mehreren Kleidungsstücken können es auch 1 oder 2 Euro sein. Auf Bahnreisen ist es unüblich, dem Zugpersonal für die normalen Leistungen Trinkgeld zu geben, es sein denn, man wird in der 1. Klasse am Platz bedient oder ein Zugbegleiter ist besonders behilflich. Flugbegleiter erhalten kein Trinkgeld. Viele Fluglinien verbieten es ihnen sogar, Geld anzunehmen.

Wie wird das Trinkgeld übergeben?

Im Restaurant kommt die Rechnung meist in einer Hülle, die auf einem Teller liegt. Wenn man bar bezahlt, legt man den Rechnungsbetrag in die Hülle. Der Kellner bringt dann das Wechselgeld und die Rechnung zurück. Den Beleg nimmt man mit, das Trinkgeld legt man in die Hülle. Zahlt man mit Kreditkarte, legt man diese zur Rechnung in die Hülle. Der Kellner bringt dann den Kreditkartenbeleg, die Karte und die Rechnung zurück und man legt den Trinkgeldbetrag bar dazu.

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