So wählen Sie die korrekte Anschrift

Warum ist es überhaupt wichtig, dass Sie die Anschrift auf einem Brief korrekt nach DIN 5008 schreiben? Ganz einfach: weil Sie wollen, dass Ihre Schreiben ankommen! Und das gilt gleich in mehrfacher Hinsicht:

  1. Im Anschriftenfeld stellen Sie sicher, dass Ihr Brief von der Post korrekt zugestellt wird.
  2. Schon mit der Adresse auf dem Umschlag zeigen Sie dem Empfänger Ihre Wertschätzung. Wer möchte denn einen Brief bekommen, auf dem bereits in der Anschrift ein Fehler steckt?
  3. Gerade in der Geschäftskorrespondenz gilt: Jeder Brief wirkt wie eine Visitenkarte Ihres Unternehmens. Einen positiven Eindruck hinterlassen Sie nur, wenn Sie alle Regeln der Korrespondenz beachten. Ist dagegen die Anschrift nicht konform zur DIN 5008, zeugt das nicht gerade von Professionalität.

Also: Leisten Sie sich im Anschriftenfeld besser keine Fehler! Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen. In diesem Beitrag lernen Sie zuerst die Regeln der DIN 5008 für die Briefanschrift kennen. Anschließend geben wir Ihnen zahlreiche Anwendungsbeispiele, an denen Sie sich in der täglichen Korrespondenz orientieren können. So sind Sie für jeden Einzelfall gerüstet: Ob Rechtsanwältin, Eheleute, Vereinsvorsitzender oder Bürgermeister – mit einem professionell gestalteten Anschriftenfeld erreichen Sie jeden Empfänger.

Welche Art von Brief schreiben Sie? Klicken Sie auf den passenden Link und springen Sie direkt zum Textabschnitt:

Formales zur Briefanschrift und zum Anschriftenfeld nach DIN 5008

Früher konnten Sie bei der Gestaltung des Adressfelds auf dem Brief zwischen zwei Varianten wählen: dem Anschriftenfeld mit und ohne Rücksendeangabe. Das hat sich mit der Reform der DIN 5008 im März 2020 geändert. Die Rücksendeangabe wurde fest in das Anschriftenfeld integriert. Die Variante Anschriftenfeld ohne Rücksendeangabe wurde gestrichen.

Das Anschriftenfeld mit Rücksendeangabe nach DIN 5008

Das Anschriftenfeld mit Rücksendeangabe nach DIN 5008 hat eine Größe von 45 mm. Der obere Bereich mit einer Größe von 17,7 mm ist die Zusatz- und Vermerkzone mit der Rücksendeangabe. Darin enthalten sind fünf Zeilen in Schriftgröße 8 pt. Die 27,3 mm darunter umfassen die Anschriftzone, das sind sechs Zeilen. Die Zeilen sind wie folgt aufgeteilt:

Zwischen Straße (bzw. Postfach) und Ort steht übrigens keine Leerzeile.

Häufig gestellte Fragen zum Anschriftenfeld nach DIN 5008

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Darf „Straße“ in der Anschrift mit „Str.“ abgekürzt werden?

In der DIN 5008 ist nicht explizit geregelt, ob Sie die Abkürzung „Str.“ in der Postanschrift verwenden können. In den Musterbeispielen der DIN 5008 ist „Straße“ zwar immer ausgeschrieben. Allerdings dürfen aus diesen Beispielen keine Regeln abgeleitet werden. Darauf wird in der Norm ausdrücklich hingewiesen. Aus Sicht der DIN 5008 spricht also nichts dagegen, in der Adresse „Str.“ anstelle von „Straße“ zu schreiben. Übrigens führt auch der Duden die Abkürzung auf.

Wo steht der Ortsteil in der Anschrift?

Ortsteile werden in der Postanschrift in der Regel nicht mehr mitgeschrieben. Das ist durch die fünfstelligen Postleitzahlen überflüssig geworden. In Einzelfällen kann die Angabe aber notwendig sein, z. B. im Zuge einer Gebietsreform, wie die Post in ihrer Broschüre „Automationsfähige Briefsendungen“ schreibt. Dann steht der Ortsteil vor der Zustell- oder Abholangabe, also vor der Straße bzw. dem Postfach. So legt es auch die DIN 5008 fest. In diesen Fällen würde die Anschrift  beispielsweise so aussehen („Neustadt“ ist der Ortsteil):

Steiger GmbH
Kundenservice, Frau Riedel
Neustadt
Neanderstraße 12
20459 Hamburg

Anwendungsfälle und Beispiele für das Anschriftenfeld

Bei der Gestaltung der Anschrift kann man grundsätzlich zwischen dem Geschäftsbrief an eine Organisation, z. B. ein Unternehmen oder eine Behörde, und dem Brief an eine Privatperson unterscheiden. Im Folgenden erfahren Sie, wie die richtige Anschrift auf Briefköpfen oder Briefumschlägen jeweils aussehen muss.

Wichtig dabei zu wissen: Nicht alle Fragen zum Anschriftenfeld werden in der DIN 5008 beantwortet. Die Gepflogenheiten der Korrespondenz-Etikette etwa (Wen schreibt man wie an?) lassen sich nicht in einer Norm festlegen. Sie sind historisch gewachsene Traditionen und werden auch von persönlichen Sichtweisen geprägt. Deshalb geben wir Ihnen im Folgenden Tipps, welche Regeln Sie zusätzlich bei der Anschrift beachten sollten.

1. Die Anschrift im Geschäftsbrief an Unternehmen, Institutionen und Behörden

Bei der Postanschrift in einem geschäftlichen Brief an eine Firma, Institution, Behörde, einen Verein oder Ähnliches sind grundsätzlich zwei Fälle zu unterscheiden:

  • Der Adressat ist eine Führungsperson (z. B. Geschäftsführerin, Vereinsvorsitzender, Landrat).
  • Der Adressat ist eine integrierte Person (z. B. Mitarbeiterin, Ruderkamerad, Sachbearbeiterin aus dem Bauamt).

Je nachdem ergibt sich eine andere Reihenfolge im Anschriftenfeld.

Anschrift im Brief an eine Führungsperson

Wenn Sie eine Führungskraft anschreiben, können Sie zwischen zwei Varianten der Anschrift wählen:

  1. Sie nennen zuerst die Organisation und dann die Position des oder der Angeschriebenen.
  2. Sie nennen zuerst die Position und dann die Organisation. Diese Variante hebt die Führungsposition des Adressaten besonders hervor.

Wählen Sie Variante 1, gilt folgende Reihenfolge in der Adresse:

  • Organisation, z. B. Firma, Institution, Behörde
  • Bezeichnung der Führungsposition
  • Anrede („Frau“ bzw. „Herrn“) und Name des Empfängers (falls bekannt)
  • Straße und Hausnummer bzw. Postfach
  • Postleitzahl und Ort

Die folgenden Beispiele zeigen, wie die Anschrift dann aussehen kann:

Meyer GmbH
Geschäftsführerin
Frau Dr. Sabine Schulze
Prinzenstraße 50
93047 Regensburg

Ruderverein Kuno
Vereinsvorstand
Elbstraße 87
21335 Lüneburg

Für Variante 2 gilt folgender Aufbau:

  • Bezeichnung der Führungsposition
  • Organisation, z. B. Firma, Institution, Behörde
  • Anrede („Frau“ bzw. „Herrn“) und Name des Empfängers
  • Straße und Hausnummer bzw. Postfach
  • Postleitzahl und Ort

Folgende Beispiele verdeutlichen diese Variante der Postanschrift:

Vorsitzende
der Meyer GmbH
Frau Dr. Sabine Schulze
Prinzenstraße 50
93047 Regensburg

Vorsitzender
des Rudervereins Kuno
Herrn Rudi Riemen
Elbstraße 87
21335 Lüneburg

Landrat des Landkreises
Main-Tauber
Herrn Dr. Max Meyer
Hauptstraße 45
97941 Tauberbischofsheim

Welche der beiden Varianten Sie für die Adresse im Brief an eine Führungskraft wählen, hängt meist von den persönlichen Befindlichkeiten ab. Bei Führungspersonen im öffentlichen Bereich, wie Minister, Landrat, Bürgermeister etc., steht die Position in der Regel an erster Stelle, z. B.:

Oberbürgermeister
der Landeshauptstadt Dresden
Herrn Max Meyer
Untere Rathausstraße 2
01097 Dresden

Anschrift im Brief an eine integrierte Person

Wenn Sie integrierte Personen anschreiben, etwa einen Mitarbeiter eines Unternehmens oder einer Behörde, nennen Sie diese nach dem Namen der Organisation. Es ergibt sich also diese Reihenfolge für die Adresse:

  • Organisation, z. B. Firma, Verein, Behörde
  • Abteilung bzw. Bereich (falls dies angegeben werden soll)
  • Anrede („Frau“ bzw. „Herrn“) und Name des Empfängers
  • Straße und Hausnummer bzw. Postfach
  • Postleitzahl und Ort

Die folgenden Beispiele zeigen diesen Aufbau der Postanschrift:

Meyer GmbH
Personalabteilung
Herrn Max Meyer
Prinzenstraße 50
93047 Regensburg

Elterninitiative Kunterbunt e. V.
Frau Maxi Müller
Eulenstraße 10
79098 Freiburg i. Br.

Landratsamt
Untere Wasserbehörde
Herrn Max Meyer
Bachstraße 15
33330 Gütersloh

Häufig gestellte Fragen zur Anschrift in Geschäftsbriefen

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Muss ein akademischer Grad in der Anschrift angegeben werden?

Hier gilt: Lieber zu viel angeben als zu wenig. Nennen Sie bei Anschriften in der Geschäftskorrespondenz auf jeden Fall den akademischen Grad des Empfängers. Er könnte sich sonst gekränkt fühlen.

Muss bei Unternehmen immer das Wort „Firma“ vor dem Namen stehen?

Die Bezeichnung „Firma“ wird in der Adresse weggelassen, wenn aus dem Namen hervorgeht, dass es sich um eine Firma handelt, z. B.:

Max Meyer GmbH

Ist das nicht der Fall, schreiben Sie:

Firma Max Meyer

Muss im Brief an eine bestimmte integrierte Person „z. Hd.“ oder „z. H.“ vor dem Namen stehen?

Die Angabe „z. H.“ oder „z. Hd.“ für „zu Händen“ ist im Brief an eine integrierte Person verzichtbar. Durch den Namen in der Anschrift ist klar, dass die oder der Angeschriebene das Schreiben bekommen soll. Übrigens: Eine Vorausverfügung, dass nur der genannte Empfänger den Brief öffnen darf, stellt „zu Händen“ nicht dar.

Wie sorge ich in der Adresse dafür, dass nur die angeschriebene Person den Brief öffnen darf?

Wenn Sie einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin etwas persönlich zukommen lassen wollen, müssen Sie das kennzeichnen. Setzen Sie dazu in die erste Zeile der Adresse den Vermerk „Persönlich“ oder „Vertraulich“. Diese Zusätze sieht man z. B. sehr häufig in der Korrespondenz in Personalangelegenheiten.

Wie muss die Anschrift aussehen, wenn der Inhabername Teil der Unternehmensbezeichnung ist?

Ein Beispiel hierfür ist der Unternehmensname „Teegroßhandel Daniel Klempe e. K.“ In der DIN 5008 ist nicht explizit geregelt, wie die Anschrift in einem solchen Fall aussehen soll. Unsere Empfehlung: Schreiben Sie den Inhabernamen in eine neue Zeile unter der Unternehmensbeschreibung. Die Postanschrift lautet also:

Teegroßhandel
Daniel Klempe e. K.
Seumestraße 78
88605 Meßkirch

Vergessen Sie dabei nicht die Rechtsform des Unternehmens. In diesem Fall steht die Angabe e. K. für „eingetragener Kaufmann“.

Wie wird eine Abteilung bzw. ein Bereich in der Anschrift angegeben?

In manchen Briefen (z. B. an größere Unternehmen oder Behörden) müssen Sie in der Postanschrift eine Abteilung bzw. einen Bereich angeben. So stellen Sie sicher, dass der Brief schnell an die richtige Person weitergeleitet wird. Die Benennung wird uneinheitlich gehandhabt, sodass generelle Aussagen hierzu nicht möglich sind. Einen Hinweis kann der Briefkopf Ihres Empfängers geben. Haben Sie gar keinen Anhaltspunkt, schreiben Sie die Abteilung in eine eigene Zeile nach der Organisation und vor dem Namen des Empfängers. Ein Beispiel für eine solche Anschrift:

Schneider & Schmidt GmbH
Vertriebsabteilung
Frau Sabine Meyer
Warnstedtstraße 78
14482 Potsdam

Was gilt bei mehreren Namen in der Anschrift?

Wenn Sie mehrere Namen in die Adresse setzen müssen, beachten Sie die Hierarchie: Die ranghöchste Person steht zuerst usw. Die richtige Reihenfolge erkennen Sie an den Absenderangaben auf dem Briefbogen des Adressaten. Auch die Anordnung der Unterschriften zeigt die Position in der Hierarchie an: Die höhergestellte Person unterschreibt links. Wenn Sie keinen vorausgegangenen Brief haben, erkundigen Sie sich beim Empfänger nach der richtigen Reihenfolge. Das gilt besonders bei wichtigen Briefanlässen.

2. Die Anschrift im Brief an Privatleute

Verkauft Ihr Unternehmen Dienstleistungen oder Produkte an Verbraucher? Dann kommt es öfter vor, dass Sie einen Brief an eine Privatperson schreiben. In diesem Fall hat die Anschrift folgenden Aufbau:

  • Anrede („Frau“ bzw. „Herrn“) und Titel, Amtsbezeichnung, Berufsbezeichnung o. Ä.
  • Name, ggf. mit akademischen Graden
  • Straße und Hausnummer bzw. Postfach
  • Postleitzahl und Ort

Zwei Beispiele für diesen Aufbau der Adresse:

Herrn Studienrat
Dr. Max Meyer
Müllerstraße 18
21149 Hamburg

Frau Rechtsanwältin
Dr. jur. Maxi Meyer
Müllerstraße 50
81929 München

Häufig gestellte Fragen zur Anschrift im Brief an Privatleute

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Lautet die männliche Anrede in der Anschrift „Herr“ oder „Herrn“?

Die Duden-Sprachberatung empfiehlt, das „n“ nicht wegzulassen und weiterhin „Herrn“ zu schreiben. Diese Form kommt daher, dass man vor der Anschrift noch immer das Wörtchen „An“ mitdenkt, also z. B. „An Herrn Müller“.

Kann man die Anrede „Frau“ bzw. „Herrn“ in der Adresse weglassen?

Die Anrede gehört auf jeden Fall zur Anschrift dazu. Sie wegzulassen, würde sehr unhöflich wirken. Es gibt allerdings Ausnahmen, z. B. in der Korrespondenz mit einer intersexuellen Person: Wenn Sie nicht wissen, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlt, verzichten Sie auf die geschlechtsspezifische Anrede. Auch bei Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahre können Sie die Anrede weglassen. Ein „Frau“ oder „Herr“ in der Anschrift wäre hier unpassend.

Wo stehen Titel und Berufsbezeichnungen in der Anschrift?

Titel und Berufsbezeichnungen (z. B. Direktor, Rechtsanwalt) stehen nach der Anrede „Frau“ bzw. „Herrn“ in derselben Zeile. Darunter folgt der Name. Die Bezeichnungen werden in der Anschrift ausgeschrieben und ggf. in die weibliche Form (z. B. Direktorin, Rechtsanwältin) gesetzt. Ein Beispiel:

Frau Direktorin
Dr. Susanne Bertram

Ein Professorentitel, der ehrenhalber verliehen wurde, steht ebenfalls in einer Zeile mit der Anrede. Er wird dann nicht abgekürzt, wie das Beispiel zeigt:

Herrn Professor
Michael Sund

Müssen akademische Grade in der Anschrift einer Privatperson angegeben werden?

Akademische Grade (Dr., Dipl.-) werden vor dem Namen geschrieben und abgekürzt. Dabei ist der Diplomtitel in der Adresse sehr selten geworden. Wenn der Empfänger in seinen Absenderangaben aber einen solchen Titel (z. B. Dipl.-Ing., Dipl.-Päd.) führt, sollten Sie ihn auch in der Anschrift angeben. Beim Doktortitel kann ein Zusatz die Wissenschaftsdisziplin anzeigen (z. B. Dr. med., Dr. phil.). Entscheiden Sie mit Fingerspitzengefühl und Ihrem Hintergrundwissen, ob das im Einzelfall notwendig ist. Einige Berufsgruppen legen besonderen Wert auf dieses Detail (z. B. Ärzte, Rechtsanwälte) – also besser zu viel angeben als zu wenig. Ein Sonderfall ist der Doktor-Ingenieur. Die entsprechende Abkürzung Dr.-Ing. muss immer vollständig mit Bindestrich stehen.

Knifflig wird es, wenn Sie einen Professor anschreiben. In der Regel können Sie nicht wissen, ob der Empfänger die Bezeichnung als akademischen Grad oder als Amtstitel führt. Daher lautet die Empfehlung der DIN 5008: Verwenden Sie in der Adresse die Abkürzung „Prof.“ und setzen Sie sie immer vor den Namen.

Kann man den Vornamen in der Anschrift weglassen?

Wenn Sie den Vornamen des Empfängers kennen, schreiben Sie ihn in der Anschrift mit und kürzen Sie ihn nicht ab. Das gilt auch, wenn Sie nicht per Du sind.

Wie schreibt man Untermieter an?

Manche Menschen erreichen Sie nur unter der Adresse einer anderen Person. Das ist z. B. der Fall, wenn der Empfänger zur Untermiete wohnt. Ergänzen Sie dann den Vermieternamen mit dem Zusatz „bei“ in der Zeile unter dem Namen des Empfängers:

Herrn Max Meyer
bei Fritz Müller

Was gilt für Apartment- oder Wohnungsnummern?

Adresszusätze wie Apartment- oder Wohnungsnummern stehen in der Anschrift nach der Hausnummer, abgetrennt durch zwei Schrägstriche. Vor dem ersten und nach dem zweiten Schrägstrich setzen Sie jeweils ein Leerzeichen:

Rosenstraße 15 // W 2

Sonderfall: Anschrift von Eheleuten oder Zusammenlebenden

Wie müssen Sie die Adresse in einem Brief an zwei verheiratete oder zusammenlebende Personen richtig schreiben? Diese Frage sorgt immer wieder für Unsicherheit. Für den Aufbau der Anschrift gilt in diesen Fällen:

  • Zuerst steht im Adressfeld die Frau, dann folgt der Mann.

Orientieren Sie sich an diesen Beispielen:

Frau und Herrn
Maxi und Max Meyer

Frau Dr. Maxi Meyer-Eschenbach
Herrn Max Schulze

Häufig gestellte Fragen zur Anschrift im Brief an Eheleute oder Zusammenlebende

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Mit welcher Anrede schreibt man ein Ehepaar an?

Die Anrede „Eheleute“ wirkt veraltet. Wählen Sie stattdessen wie im Beispiel oben die Anrede „Frau und Herrn“. Die Abkürzung „Fam.“ für „Familie“ ist nur in persönlichen Briefen möglich. Damit werden, rechtlich gesehen, alle Mitglieder der Familie angesprochen.

Wer steht in der Anrede zuerst, die Frau oder der Mann?

Die Frau steht in der Adresse zeitgemäß an erster Stelle. Das ist eine Frage der Höflichkeit. Steht dagegen in der Anschrift „Herrn und Frau“, wirkt das unhöflich.

Werden in der Postanschrift beide Partner mit Namen genannt?

Sie sollten in der Adresse auf jeden Fall beide Namen anführen, wenn beide Partner Ihre Kunden sind.

Fazit: Widmen Sie der Anschrift die nötige Aufmerksamkeit

Die korrekte Anschrift kann darüber entscheiden, ob Ihr Brief seinen Empfänger erreicht und ob er gelesen wird. Auf jeden Fall prägt der Eindruck, den Sie mit der Adresse auf dem Umschlag machen, die Empfindungen und den Blickwinkel des Lesers. Also: Stellen Sie die Angaben in der Briefanschrift sorgfältig zusammen und schreiben Sie alle Angaben richtig!

Beiträge zum Thema

  1. Merle Mingo

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich bin gerade über das Anschriftenfeld Titel mit Professor gestolpert. in der DIN 5008 neu wird das Feld anscheinend neu formatiert.
    http://www.din-5008-richtlinien.de/startseite/berufsbezeichnungen/
    Haben Sie eine Idee dazu? An was halte ich mich?
    herzliche Grüße
    M. Mingo

    1. Cordula Natusch

      Liebe Frau Mingo,

      vielen Dank für Ihren Kommentar und den wichtigen Hinweis. Tatsächlich stellt der Professor einen Sonderfall dar, weil dies sowohl ein akademischer Titel als auch eine Amtsbezeichnung sein kann. Ich habe den Text daraufhin umgeschrieben und um die aktuelle Empfehlung der DIN 5008 ergänzt.

      Beste Grüße
      Cordula vom sekretaria-Redaktionsteam

  2. Sarah R.

    Guten Tag,

    ich habe eine Frage.
    Wie muss das Anschriftfeld aussehen, wenn es sich um eine persönliche Zustellung in die Firma handelt? Sodass die Anschrift suggeriert, dass dieser Brief von niemandem in der Firma geöffnet werden darf, außer dem betreffenden Empfänger.

    Ich habe einen Brief geöffnet erhalten, bei dem die Anschrift folgendermaßen aussah:

    Firma XY
    -vertraulich-
    Fr. Sarah R.
    Musterstr. 1
    12345 Musterstadt

    Meine Kollegin, die den Brief geöffnet hat, sagt, sie dürfe den Brief nur dann nicht öffnen, wenn er folgendermaßen adressiert ist:

    Sarah R.
    Firma XY
    Musterstr. 1
    12345 Musterstadt

    Ist eine der beiden Versionen DIN 5008 konform? Und falls nicht, wie wäre es richtig?
    Ich freue mich auf Ihre Hilfe.

    Beste Grüße
    Sarah

  3. Melanie Grell

    Hallo Sarah,
    würde Ihnen dieser Artikel weiterhelfen?
    https://www.sekretaria.de/bueroorganisation/personal/arbeitsrecht/briefgeheimnis-unternehmen/

    Viele Grüße, Melanie Grell

  4. Daniela Arens

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    wie adressiere ich zwei Schwestern korrekt?
    Frau A. X.
    Frau B. X.
    Strasse
    Ort
    ?
    Vielen Dank
    D. Arens

    1. Sylvia Vogel

      Hallo Frau Arens,
      wir würden die Adresse genauso schreiben, also die beiden vollständigen Namen untereinander. Die Anrede im Brief würde dann entsprechend lauten:

      Sehr geehrte Frau A. X,
      sehr geehrte Frau B. X,

      Weitere Infos finden Sie auch in diesem Artikel: https://www.sekretaria.de/bueroorganisation/korrespondenz/geschaeftsbriefe/anrede-von-geschwistern/

      Viele Grüße,
      Sylvia Vogel aus der sekretaria.de-Redaktion

  5. Marlène Schütz

    Eines verstehe ich nicht: wieso heißt es: “ Herr sowieso“ und nicht „Mann “ sowieso? Man sagt ja auch “ Frau “ —und nicht „Dame —„

    1. Cordula Natusch

      Hallo, Frau Schütz,
      vielen Dank für Ihre interessante Frage. Die Lösung liegt in der Sprachgeschichte, im Alt- und Mittelhochdeutschen bzw. im Lateinischen und Französischen. Das Wort „Frau“ stammt vom mittelhochdeutschen „vrouwe“/althochdeutschen „frouwa“ ab, das ist die feminine Form zu „fro“, einem Wort, das „Herr“ bedeutete und das es heute nicht mehr gibt. „fro“ ist noch in Resten überliefert, wie etwa im „Frondienst“. Das Wort „vrouwe“ diente nicht vorrangig der Bezeichnung des Geschlechts, dafür gab es das Wort „wip“ (übersetzt „Weib“ und ohne die überwiegend negative Konnotation, heute noch in „weiblich“ vorhanden). Vielmehr wurde mit „vrouwe“ eine Frau höheren Standes bezeichnet, diese Anrede war damals schon eine Ehrbezeichnung und entsprach in der Bedeutung genau dem „fro“ in männlicher Form. „Herr“ hingegen hat seine Wurzeln wohl im Lateinischen und ersetzte irgendwann den „fro“ – in gleicher Bedeutung.
      Die „Damen“ in der Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ wiederum stammen aus dem Französischen und sind eine Übertragung von „mes dames“. Die Bedeutung ist wieder gleich: gemeint sind höhergestellte Frauen. Dies ist aber im deutschen Sprachraum eine jüngere Form der Anrede.
      Letztlich handelt es sich bei allen Formen, ob „Frau“, „Damen“ oder „Herr“ um den gleichen Ausdruck von Respekt einer anderen Person gegenüber – allerdings aus anderen Sprachwurzeln heraus.

      Mit besten Grüßen
      Cordula Natusch aus der sekretaria.de-Redaktion

  6. Peter Ehrensperger

    Leider wird bei Titel und Berufsbezeichnung nicht ausreichend präzise eingegangen, Adelstitel werden überhaupt nicht angesprochen. Auch fehlt eine Aussage, ob gewisse akademische Titel wie MA vor oder nach den Namen zu Stellen sind. Wie ist MdL, MdB etc. zu behandeln.

  7. Susanne Marr

    Guten Tag,

    wir wollen einen Ratsherrn anschreiben. Heißt es im Adressfeld dann:
    Herrn Ratsherr Max Muster
    oder
    Herrn Ratsherrn Max Muster?
    Vielen Dank!

  8. Stefan Boller

    Guten Morgen.
    Ich finde leider nichts zu meinem Problem: Unsere Chefin möchte an den unteren Rand unserer Produktbroschüren unsere Adresse folgendermaßen drucken lassen (bzw. sind schon welche davon gedruck):
    Schlönzke Automotive GmbH
    Holzweg 199 * 10010 BERLIN * DEUTSCHLAND
    Postfach 209 * 10011 BERLIN * DEUTSCHLAND
    Die werden auf Messen verteilt – an deutschsprachige Kunden.
    Für englischsprachige Kunden soll folgende Adresse gelten:
    Schlönzke Automotive GmbH
    Holzweg 199 * 10010 BERLIN * GERMANY
    P. O. Box 209 * 10011 BERLIN * GERMANY

    Ich finde beides irgendwie nicht schön. Was stimmt und wo finde ich das?

    Gruß
    SB

  9. Axel E.

    Hallo, wie sieht es denn eigentlich mit der Adressierung von Dokumenten im normalen Briefbogenlayout aus, die jedoch als PDF-Dateien per E-Mail versendet werden? Bei Angeboten, Rechnungen etc. ist das ja mittlerweile üblich. Seltsamerweise lassen sich dazu trotz intensiver Recherche keinerlei Hinweise oder Empfehlungen finden.

    Bei meiner eigenen Korrespondenz habe ich es bisher immer so gehandhabt, dass ich die betreffende E-Mail-Adresse zusätzlich unter den Adressblock gesetzt habe. Beispiel:

    ————————
    [Firma]
    [Zusatz]
    [Abteilung/Person]
    [Strasse]
    [PLZ] [Ort]

    [E-Mail-Adresse]
    ————————

    Erforderlich ist das vermutlich(!) nicht, es erschien mir aber sinnvoll, um neben der korrekten postalischen Anschrift auch den tatsächlichen Übertragungsweg und die dazu verwendete E-Mail-Adresse zu dokumentieren. Und es wurde auch noch nie bemängelt.

    Dennoch wüsste ich gerne, ob „man“ das so macht oder eher nicht. Gibt es dazu irgendwelche Empfehlungen? Vielen Dank!

  10. Isa B.

    Hallo,
    wie adressiere ich denn Briefe an Einzelunternehmen richtig wie z. B. „Max Müller, Malermeister“ oder „Ulla Muster, Psychologin“: muss hier „Firma“ vorangestellt werden oder „Herr bzw. Frau“ oder gar keine Anrede?
    Vielen Dank für die Antwort im voraus!

  11. Christine A.

    Hallo,
    wie gehe ich mit dem Geschlecht „Divers“ um?
    Hier sollte doch eher auf die Anrede im Briefkopf gänzlich verzichtet werden. Oder gibt es einen anderen Vorschlag?
    Wie gestalte ich die Kundenansprache im Brief? Guten Tag Vorname Nachname erscheint mir auch etwas platt. Gibt es andere neutrale Formulierungen?

  12. Carsten R.

    Hallo,

    wie sieht es denn bei der Adresse mit Firmenzusätzen zur Gesellschaftsform aus (GmbH & Co. KG). Die machen den Firmennamen häufig so lang, dass sie (oft allein) in die zweite Zeile rutschen. Dürfen die auch weggelassen werden, ohne einen schlechten Eindruck zu machen?

    1. Melanie Grell

      Hallo, lieber Leser,

      vielen Dank für Ihre Frage.

      Wir raten davon ab, die Firmenbezeichnung in der Anschrift wegzulassen. Wie Sie schon befürchten, könnte das bei vielen Empfängern einen schlechten und unprofessionellen Eindruck hinterlassen.

      Viel wichtiger ist jedoch, dass der vollständige Firmenname – also inklusive der im Handelsregister eingetragenen Rechtsform – Bestandteil einer ordnungsgemäßen Rechnung ist. Ist er unvollständig, wird die die Rechnung voraussichtlich zurückgewiesen und nicht bezahlt.

      In der DIN 5008 gibt es keine Vorgaben für den Fall, dass die Firmierung zu lang ist, um in eine Zeile zu passen. Aus unserer Sicht ist es kein Problem, sie in die nächste Zeile zu setzen. Alternativ können Sie die Schriftgröße herabsetzen. Als Minimum gibt die DIN 5008 8 pt vor. Wenn Sie eine Schriftgröße unter 10 pt verwenden, empfiehlt die DIN 5008 eine serifenlose Schriftart.

      Wir hoffen, dass Ihnen diese Antwort weiterhilft.

      Ihr sekretaria-Team

  13. Ernst-Georg Beyrich

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich habe eine Frage zu Formularen. Wenn z.B. da steht: „Name, Vorname, Geb.-Datum, Aktenzeichen“ aber noch ein Titel wie z.B. Prof.. Dr. med. Vorhanden ist muss ich dann Prof. Dr. med. Meyer, Hans-Peter oder Meyer, Prof. Dr. med. Hans-Peter oder Meyer, Hans-Peter Prof. Dr. med. schreiben ?

  14. Gert Fleischer

    Sehr geehrte damen und Herren,

    in welcher Reihenfolge rede ich im Text einen Rechtsanwalt und dessen Sekretärin an, die häufig in seinem Namen die Korrespondenz erledigt?

    Herzlichen Dank!

    1. sekretaria-Redaktion

      Sehr geehrter Herr Fleischer,

      vielen Dank für Ihre Frage. Die Antwort ist recht einfach: In der geschäftlichen Korrespondenz richtet sich die Anrede immer nach der Hierarchie. Hier steht also der oder die Vorgesetzte vor dem oder der Angestellten: zuerst der Herr Rechtsanwalt, dann die Frau Assistentin.

      Wir hoffen, dass Ihnen diese Antwort weiterhilft.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihre sekretaria-Redaktion

  15. ET

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wie ist der Aufbau wenn ein Anschreiben an Firma 1 (z.B. als Auftraggeber) über Firma 2 (als Vertreter des Auftraggebers) geht? Beide Adressen komplett oder nur die Adresse komplett wo es wirklich hinsoll?

    Firma ABC
    Ansprechpartner
    Straße
    PLZ/Ort
    über ´
    Firma XYZ
    Ansprechpartner
    Straße
    PLZ/Ort

    oder

    Firma ABC
    über
    Firma XYZ
    Ansprechpartner
    Straße
    PLZ/Ort

    1. sekretaria-Redaktion

      Liebe Leserin, lieber Leser,

      eine offizielle Regelung gibt es unseres Wissens in diesem Fall nicht. Da aber die Anschrift ja generell benötigt wird, um den Brief korrekt zuzustellen, muss die Anschrift des Vertreters vollständig im Adressfeld auftauchen. Wenn es sich um eine Rechnung handelt, muss aber die Anschrift des Auftraggebers vollständig enthalten sein. Wir würden Ihnen daher in diesem Fall empfehlen, die Rechnung korrekt auszustellen und in einen (ggf. fensterlosen) Umschlag zu stecken, der dann mit der Anschrift des Vertreters beschriftet ist.

      Wir hoffen, diese Auskunft hilft Ihnen weiter.

      Mit besten Grüßen
      Ihr sekretaria-Team

  16. Helge B.

    Hallo,
    Bei minderjährigen Adressaten ist grdsl. an den gesetzlichen Vertreter zuzustellen. Wie sieht hierzu das Anschriftenfeld aus?
    VG
    Helge B.

    1. Helge B.

      Korrektur der Anfrage:
      Im Anschriftenfeld stehen die Eltern/mind. ein Elternteil als gesetzliche Vertreter als Empfänger des Schreibens/Adressat der Bekanntgabe des Bescheides.
      Im Betreff erfolgt dann der eindeutige Hinweis auf die Person an welche das Schreiben gerichtet ist/auf den Adressaten des Bescheides. Wie sehe dieses an einem Beispiel aus?

      1. sekretaria-Redaktion

        Solche Einzelfälle sind nicht in der DIN 5008 geregelt, deshalb können wir Ihnen dazu leider auch kein allgemeingültiges Beispiel nennen.

        Viele Grüße aus der sekretaria-Redaktion

        Avatar für sekretaria-Redaktion

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