Strategisches Denken als Schlüsselkompetenz für Assistenzen

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Mehrere Studien zeigen: Strategisches Denken wird in Unternehmen mehr und mehr zu einer Schlüsselkompetenz. Und zwar nicht nur auf Managementebene – auch von Assistenzen wird immer häufiger erwartet, vorausschauend zu handeln und bei der Entscheidungsfindung mitzuwirken.

Strategisches Denken darf nicht mit reiner Planung verwechselt werden. Vielmehr geht es darum, einen zukunftsorientierten Blick auf das eigene Unternehmen zu entwickeln, entsprechende Entscheidungen zu treffen und diese anschließend umzusetzen. All das sind Aufgaben Ihrer Chefin. Und je mehr Sie selbst davon verstehen, desto besser können Sie sie dabei unterstützen.

Methoden des strategischen Denkens

Ziel des strategischen Denkens ist, zukunftsweisende Entscheidungen auf einer möglichst informierten Basis zu treffen. Nötig sind dafür die Analyse komplexer Situationen, das Erkennen von Chancen und Risiken sowie die Definition langfristiger Ziele. Das ist eher eine Geisteshaltung als eine einmalige Aktion.

Seien Sie neugierig

Diese Denkweise zeigt sich unter anderem in einer gehörigen Portion Neugier. Stellen Sie gezielte Fragen zur Unternehmensstrategie und zu übergeordneten Zielen. Welche übergeordneten Themen beschäftigen Ihre Führungskraft gerade? Was will das Management langfristig erreichen? Was bedeutet das für Ihre eigene Arbeit und Ihre Ziele?

Regelmäßige Beobachtung des Umfelds

Wie steht das Unternehmen im Ganzen da? Das ist eine wesentliche Frage, um zukunftsfähig zu sein. Wer diese Frage vernachlässigt, riskiert, von aktuellen Entwicklungen überrollt zu werden. Regelmäßige Marktanalysen, die Beobachtung von Trends und der Austausch mit Experten liefern entsprechende Informationen. Reservieren Sie nicht nur Zeiten im Kalender Ihrer Chefin für solche Reflexionen, sondern halten Sie selbst auch die Augen auf. Lesen Sie Trendreports, verfolgen Sie Branchennachrichten und erstellen Sie ggf. entsprechende Berichte für die Chefetage.

Szenarien durchdenken

Wie wirken sich die erkannten Entwicklungen auf Ihr Unternehmen aus? Um diese Frage beantworten zu können, werden verschiedene Szenarien entworfen. Was passiert im besten Fall? Was ist der Worst Case? Wie kann sich das Unternehmen auf die jeweiligen Situationen vorbereiten? Auf diesem Weg werden Unsicherheiten minimiert. In der Regel werden Sie die Informationen zusammentragen, die für solche Überlegungen benötigt werden. Bilden Sie sich selbst eine Meinung und stellen Sie Ihrer Chefin Ihre Ideen vor. Bitten Sie um Feedback – damit können Sie beim nächsten Mal noch gezielter recherchieren.

Diese Methoden des strategischen Denkens sollten Sie kennen

Szenarien zu entwickeln ist nur eine Methode des strategischen Denkens. Machen Sie sich mit den bekanntesten Ansätzen vertraut, denn zu Ihren Aufgaben gehört es, entsprechende Workshops und Meetings vorzubereiten. Wichtig sind neben anderen:

Methode Worum geht es? Typischer Nutzen
SWOT-Analyse Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken werden systematisch betrachtet. Sie schafft eine strukturierte Grundlage für strategische Überlegungen.
PESTEL-Analyse Politische, wirtschaftliche, soziale, technologische, ökologische und rechtliche Einflussfaktoren werden untersucht. Sie hilft dabei, Entwicklungen im Unternehmensumfeld systematisch zu erfassen.
Benchmarking Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen werden mit erfolgreichen Vorgehensweisen anderer Unternehmen verglichen. Der Vergleich kann Ansatzpunkte für Verbesserungen sichtbar machen.

Die SWOT-Analyse

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SWOT steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats, also Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Die Methode betrachtet damit sowohl interne Voraussetzungen als auch externe Entwicklungen und wird häufig als Ausgangspunkt für strategische Überlegungen eingesetzt.

Die SWOT-Analyse ist hilfreich, um Situationen strukturiert zu betrachten und Zusammenhänge frühzeitig zu erkennen – etwa bei neuen Projekten, veränderten Abläufen oder größeren Veranstaltungen.

Solche Fragen helfen dabei, über die rein operative Aufgabe hinauszudenken. Entwicklungen und mögliche Auswirkungen werden früher sichtbar, Entscheidungen lassen sich fundierter vorbereiten. So unterstützt die SWOT-Analyse dabei, vorausschauend zu handeln und ihre Rolle als strategische Sparringspartner zu stärken.

Die PESTEL-Analyse

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PESTEL steht für Political, Economic, Social, Technological, Environmental, Legal. Untersucht werden also politische, wirtschaftliche, soziale, technologische, ökologische und rechtliche Faktoren, die das Unternehmen beeinflussen können.

Die Methode eignet sich besonders, wenn Sie Informationen zu Entwicklungen im weiteren Unternehmensumfeld zusammentragen oder einen entsprechenden Workshop vorbereiten. Sie bietet eine klare Struktur, um relevante Trends, Veränderungen und mögliche Auswirkungen frühzeitig zu erfassen.

PESTEL kann für Sie damit eine wertvolle Orientierung bieten: Informationen lassen sich gezielter recherchieren, einordnen und für strategische Gespräche oder Entscheidungen übersichtlich aufbereiten.

Benchmarking schafft Vergleichsmöglichkeiten

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Beim Benchmarking steht die Frage im Mittelpunkt, was sich von erfolgreichen Vorgehensweisen anderer lernen lässt. Dafür werden beispielsweise Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen verglichen.

Für strategische Überlegungen kann dieser Blick nach außen wertvoll sein, weil er zeigt, wo Unterschiede bestehen und welche Ansätze sich möglicherweise auf das eigene Unternehmen übertragen lassen. Dabei können Sie unterstützen, Vergleichsdaten zu recherchieren, Best Practices zusammenzutragen und die Ergebnisse übersichtlich für Führungskräfte aufzubereiten.

So liefert Benchmarking nicht nur neue Impulse, sondern hilft auch dabei, bestehende Abläufe zu hinterfragen und konkrete Verbesserungspotenziale zu erkennen. Gleichzeitig schärft der Vergleich den Blick dafür, wo das eigene Unternehmen bereits gut aufgestellt ist und wo sich Veränderungen lohnen könnten.

Strategisches Denken lässt sich trainieren

Strategisches Denken lässt sich lernen und trainieren. Mentoring ist eine bewährte Methode, um strategisches Denken zu vermitteln – nicht nur an Nachwuchskräfte, sondern auch an Assistenzen. Suchen Sie sich möglichst eine erfahrene Person, die Sie dabei unterstützt, die strategischen Methoden zu erlernen, anzuwenden und zu reflektieren. Diskutieren Sie gemeinsam Problemstellungen und mögliche Lösungen. So schulen Sie Ihr Verständnis für die Zusammenhänge.

Praxistipp: Trainieren Sie strategisches Denken gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen. Der Austausch mit anderen Bereichen eröffnet Ihnen Einblicke in unterschiedliche Perspektiven und Zusammenhänge im Unternehmen. Besprechen Sie beispielsweise eine aktuelle Fragestellung gemeinsam und vergleichen Sie, welche Chancen, Risiken und Handlungsoptionen die Beteiligten erkennen. Gerade dieser bereichsübergreifende Blick unterstützt ein ganzheitliches Verständnis.

Die Autorin Cordula Natusch ist Chefredakteurin des sekretaria-Magazins, freie Texterin und Redakteurin für Unternehmenskommunikation sowie Bloggerin bei www.arbeiten-im-sekretariat.de.
www.redaktion-natusch.de


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