Das dritte Geschlecht in der Korrespondenz: Wie sprechen Sie Intersexuelle an?

Wie sprechen Sie Intersexuelle in der Korrespondenz an?
@ Dagmar-Breu / stock.adobe.com

Seit Dezember 2018 ist eine diskriminierungsfreie Anrede von Intersexuellen nicht mehr nur eine Frage von Respekt und Höflichkeit, sie hat auch eine rechtliche Grundlage. Mit der Änderung des Personenstandsrechts wurde eine offizielle dritte Geschlechtskategorie neben weiblich und männlich geschaffen. Für die Gleichberechtigung ist das ein großer Fortschritt, doch in der Korrespondenzpraxis wirft es ungeahnte Schwierigkeiten auf: Wie sprechen Sie Intersexuelle in Briefen und E-Mails eigentlich an?

Viele der bekannten Formulierungen der gendergerechten Sprache helfen da nicht weiter. „Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ geht z. B. nicht, denn damit sind Menschen ausgeschlossen, die sich nicht eindeutig als Frauen oder Männer fühlen. Und was machen Sie, wenn Sie eine intersexuelle Person direkt ansprechen wollen? „Liebe Frau Brenner“ kann genauso unpassend sein wie „Lieber Herr Brenner“. Wir haben für Sie recherchiert und geben Ihnen Tipps für eine diskriminierungsfreie Anrede des dritten Geschlechts in Ihrer Korrespondenz.

Das neue Personenstandsrecht: Eintrag „divers“ im Geburtenregister möglich

Drittes Geschlecht, intersexuell, divers – mit diesen Wörtern sind Menschen gemeint, die sich weder als Frau noch als Mann fühlen. Vor dem Gesetz existierten sie bis vor Kurzem lediglich als Leerstelle: Im Geburtenregister gab es die Einträge „weiblich“ oder „männlich“, für Intersexuelle bestand nur die Möglichkeit, den Eintrag offen zu lassen. Im Oktober 2017 urteilte das Bundesverfassungsgericht, diese Praxis sei diskriminierend und verfassungswidrig, und forderte die Gesetzgebung auf, Abhilfe zu schaffen. Im Dezember 2018 wurde das Personenstandsrecht geändert und seitdem gibt es im Geburtenregister eine dritte Option für den Geschlechtseintrag: Intersexuelle sind nicht mehr nur nicht „weiblich“ und nicht „männlich“, sondern „divers“ – so die offizielle Bezeichnung des dritten Geschlechts.

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Wo gibt’s Empfehlungen für die Anrede von Intersexuellen?

Dass Sie Intersexuelle in Ihrer Korrespondenz angemessen ansprechen, gebietet schon der Anstand. Für Ihr Unternehmen hat das Thema aber auch eine juristische Komponente, denn wer sich aufgrund des Geschlechts sprachlich diskriminiert fühlt, kann rechtlich dagegen vorgehen. Jede Menge gute Gründe also für geschlechtergerechte Formulierungen, die wirklich alle ansprechen. Nur: Wie können die in der Geschäftskorrespondenz aussehen? Offiziell anerkannte Schreibweisen gibt es noch nicht. Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat sich bislang mit Empfehlungen zurückgehalten. Im November 2018 hieß es, man wolle die Entwicklung beobachten und nicht durch frühzeitige Festlegungen eine Richtung vorgeben.

Praxistaugliche Empfehlungen hat stattdessen die Bundesvereinigung Trans* e. V. (BVT*) parat. Sie setzt sich für die gesellschaftliche Anerkennung vielfältiger Geschlechtsidentitäten ein und hat bereits Anfang 2017 die Broschüre Geschlechtliche Vielfalt im Öffentlichen Dienst herausgegeben, die hilfreiche Tipps für eine diskriminierungsfreie Sprache im Alltag enthält.

Nachfragen hilft

Der wichtigste Ratschlag der BVT* lautet: Orientieren Sie sich im Zweifelsfall daran, was sich die angesprochene Person wünscht. Wann immer Sie die Möglichkeit haben, fragen Sie nach! Eine Person, die sich als divers identifiziert, fühlt sich vielleicht dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht näher. Dementsprechend wird sie die Anrede „Herr“ oder „Frau“ und die entsprechenden Pronomen „er/sie“ bzw. „sein/ihr“ bevorzugen. Manche Intersexuelle wünschen sich aber auch eine geschlechtsneutrale Ansprache.

Keine Sorge, Ihre freundliche Nachfrage wird sicher nicht als Zeichen peinlicher Unwissenheit verstanden. Vielmehr zeigen Sie Respekt, indem Sie sich mit den unterschiedlichen Geschlechteridentitäten beschäftigen. Also, scheuen Sie sich nicht, Ihrem Schreiben eine kurze E-Mail vorwegzuschicken, oder, noch besser: Greifen Sie zum Telefonhörer! Geht es um eine Person aus Ihrem Unternehmen, sprechen Sie sie direkt an.

Intersexuelle Einzelpersonen im Brief ansprechen

Nicht immer können Sie diese Frage vorher klären. Dann müssen Sie sich in Ihrem Brief oder Ihrer E-Mail selbst für eine neutrale Formulierung entscheiden, die das Geschlecht divers mit einschließt. Ganz einfach ist das noch bei der Adresse im Briefkopf. Hier lassen Sie „Frau“ und „Herr“ weg und schreiben nur den Vor- und Nachnamen:

Kim Brenner
Gartenstraße 20
20253 Hamburg

Schwieriger wird es bei der Anrede. Es ist vielleicht verlockend, eine klare Formulierung zu umschiffen, indem Sie einfach „Hallo“ schreiben. Doch in der Geschäftskorrespondenz haben solche umgangssprachlichen Anreden in der Regel nichts zu suchen. Auch die BVT* rät davon ab, intersexuelle Menschen so anzusprechen. Stattdessen wird empfohlen, eine höfliche Anredeformel mit dem Vor- und Nachnamen zu kombinieren. Sie können z. B. schreiben:

Guten Tag, Kim Brenner, …

Und wie sieht es mit anderen gängigen Begrüßungsformeln wie „Sehr geehrte“ oder „Liebe“ aus? Auch die können Sie problemlos verwenden – Sie müssen sie nur ein klein wenig für die Ansprache von Intersexuellen modifizieren, z. B. mit dem Gendersternchen, auch Genderstar genannt. Die BVT* schlägt vor, die geschlechtsspezifische Endung einfach durch den Stern zu ersetzen:

Sehr geehrt* Kim Brenner, …
Lieb* Kim Brenner, …

Häufig wird auch das Gendersternchen oder der Unterstrich, der sogenannte Gendergap (vom englischen gap = Leerstelle), zwischen die weibliche und die männliche Endung gesetzt:

Sehr geehrte*r Kim Brenner, …
Liebe_r Kim Brenner, …

Ob Sie sich in der geschlechtsneutralen Schreibweise für den Genderstar oder den Gendergap entscheiden, ist für viele eine Geschmacksfrage. Das Sternchen wird häufig als schöner empfunden, weil es den Lesefluss weniger stört – das dürfte auch der Grund dafür sein, dass es weiter verbreitet ist.

Auch einige öffentliche Verwaltungen bevorzugen mittlerweile den Genderstar, so etwa die Stadt Hannover, die ein Faltblatt mit Empfehlungen für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache herausgegeben hat. Aber Achtung: Staatliche Institutionen sind eigentlich an die amtliche Rechtschreibung gebunden, und nach deren Regeln sind Schreibweisen mit Gendersternchen oder Gendergap nicht korrekt. Wenn Sie selbst in einer Schule oder einer Behörde arbeiten, können Sie dem Beispiel der Hannoveraner also nicht ohne Weiteres folgen.

Extratipp: Was ist eigentlich mit er/sie und sein/ihr? Auf eine Person des dritten Geschlechts, von der Sie nicht wissen, welche Form sie bevorzugt, können Sie nicht mit diesen Pronomen Bezug nehmen. Die BVT* rät, stattdessen den vollen Namen zu schreiben, z. B.: „Den Eröffnungsvortrag wird Kim Brenner halten. … Zum Schluss der Veranstaltung wird Kim Brenner (statt: er oder sie) Fragen beantworten.“

Wie sprechen Sie eine Personengruppe diskriminierungsfrei an?

Auch wenn Sie an einen größeren Personenkreis, etwa an Ihr Unternehmensteam schreiben, sollten Sie das dritte Geschlecht nicht ausschließen. Doppelformulierungen wie „Liebe Kolleginnen und Kollegen“ oder das große Binnen-I („Liebe KollegInnen“) scheiden deshalb aus, denn sie sprechen nur Frauen und Männer an. Die BVT* empfiehlt stattdessen auch in diesen Fällen das Gendersternchen oder den Gendergap:

Liebe Kolleg*innen, …
Liebe Kolleg_innen, …

Extratipp: Sicher sind Ihnen schon Texte begegnet, in denen ausschließlich die männliche Form verwendet und dann in einer Fußnote klargestellt wird, dass alle Geschlechter gemeint sind. Für bestimmte Textarten mag diese Lösung praktikabel sein, und immerhin zeigt man damit, dass das Thema als solches erkannt wurde. Doch für Ihre Korrespondenz, mit der Sie Menschen persönlich ansprechen möchten, ist sie untauglich. Nur „mitgemeint“ zu sein, gibt vielen Menschen das Gefühl, als Person nicht für voll genommen zu werden.

Werden Sie kreativ!

Sie können Personengruppen auch geschlechtsneutral adressieren, indem Sie geschlechtsspezifische Wörter ganz vermeiden und stattdessen neutrale Begriffe verwenden:

Liebe Mitarbeitende, …

Allerdings empfinden viele Menschen solche Partizipien als etwas steif. Besser ist es, wenn Sie versuchen, andere geschlechtsneutrale Wörter zu finden, die zu Ihrer Zielgruppe und zum Anlass passen:

Liebes Vertriebsteam, …
Liebes Kollegium, …
Liebe Lehrkräfte, …

Werden Sie ruhig ein bisschen kreativ! Das ist ja das Schöne, wenn es noch keine etablierten Regeln gibt: Sie haben die Freiheit, verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren. Haben Sie weitere Ideen für Anredeformen, die Intersexuelle nicht diskriminieren? Wir sind gespannt auf Ihre Vorschläge in den Kommentaren unter diesem Beitrag!

  1. Gisela Myrick

    Ich bin 100 % Frau und stolz darauf. Und so möchte ich in Zukunft auch angesprochen werden. Sollte mich jetzt jemand mit *etwas ansprechen, bedeutet das für mich, dass er mein „Frau-Sein“ nicht anerkennt und werde mir überlegen, ob ich mich dadurch diskriminiert fühle. Ich frage mich nur, was kommt als nächstes? Nix für ungut – aber diese Dinge kann ich nur noch mit einer gewissen Prise Sarkasmus wahrnehmen.

    1. Kai

      Was hat denn die geschlechtsneutrale Anrede mit ihnen zu tun, wenn es sie nicht betrifft? Wenn sie eine Frau sind, dann wird man sie auch in Zukunft mit Frau Myrick ansprechen. Daran ändert sich ja nichts und niemand versucht ihnen das abzusprechen.

    2. Jair

      Sehr geehrte Frau Myrick,
      Vertreterinnen ihres Geschlechts haben lange dafür gekämpft, nicht als „Fräulein“ betitelt und damit als „Heiratsmarktverfügbar“ gekennzeichnet zu werden. Gesellschaft wandelt sich und sollte sich auf Dauer zum besseren wandeln.
      Es geht in diesem Beitrag nicht um Sie, sondern um die Personenanzahl einer Kleinstadt.
      Mir zum Beispiel würde die neutrale Anrede helfen. In Zeiten erheblicher Bibelunkenntnis und Gottlosigkeit werde ich häufig als Frau angeschrieben, da der biblische und in dieser Form rein männliche Vorname Jair hierzulande nicht bekannt ist. Es sei denn der brasilianische Präsident „Donald Trump“ Bolsonaro hat wieder mal medienwirksam etwas angestellt.

  2. Sibylle

    Ich finde es übertrieben. So viele „geschlechtslose“ Personen wird es sicher gar nicht geben. Und vielleicht legen diese auch gar keinen großen Wert darauf.

    1. Kit

      Ich gehöre dazu und lege sehr großen Wert darauf. Eine Minderheit zu ignorieren, weil es einfacher ist kann ja wohl nicht die Lösung sein.

      1. John

        Ja doch, leider ist das die pragmatischste Lösung. Ich kann nicht jede Person mit jeder persönlichen Vorstellung seines „gefühlten“ Geschlechts berücksichtigen. Es gibt nun mal nur 2 biologische Geschlechter.

        Avatar für John
    2. Kai

      Es gibt auch nur wenig männliche Erzieher und wenig Frauen in der Metall-Industrie. Heißt das, die Erzieher oder die Bauarbeiterinnen sollten nicht mit einer korrekten Anrede angesprochen werden? Natürlich nicht.

      1. Jana zlke

        hallo john (ich kann nicht direkt schreiben)
        Es kann bioligisch durchaus dazu kommen, dass mann die chromosome X,X,Y hat, wenn fortpflanzungszellen falsch geteilt werden (wie bei trisomie)

        Avatar für Jana zlke
  3. Daniela Dorschner

    „Hallo zusammen“,
    das verwende ich oft bei der internen Kommunikation für die Mitarbeiter. (als weitere Idee)
    (Wir haben aber allerdings keine geschlechtslose Person bei uns beschäftigt)
    Ich kann über diese unnötige und überflüssige Gesetzgebung auch nur noch schmunzeln…bisher hat es auch so funktioniert und es hat sich keiner beschwert! Aber man muss ja nun gezwungener maßen aufpassen was man sagt, von daher finde ich die Tipp´s ganz hilfreich und interessant.
    LG Daniela

    1. David Z

      @Jana Zlke
      Dann leidet man wie jemand der an Trisomie 21 leidet, halt an einer Behinderung bzw. Missbildung. Das ist zwar tragisch und evtl. bedauernswert, jedoch sollte hier die Lösung eher darin liegen den Menschen so wie er ist zu akzeptieren, dann trägt man halt als Personenstand nichts oder weiblich ein bei XXY. Wenn der Betroffene Mensch alt genug ist, sollte ihm eine Geschlechtsanpassung angeboten werden, ob er sie annehmen möchte soll er auch selbst Entscheiden können. Aber als Therapie ein drittes Geschlecht zu schaffen, Ist m.E. nach Grundlegend falsch. Dann fordern Menschen mit nem 6ten Finger demnächst auch ein eigenes Geschlecht und danach definieren Sie dann ob sie männlich oder weiblich sein möchten….

  4. Anja

    Wir sprechen hier von schätzungsweise 100.000 Intersexuellen, von denen sich wiederum viele ganz klar als Mann oder Frau fühlen. Viel Lärm um nichts…

    1. chantal

      Ich habe dies bereits kommentiert, aber…
      Falsch. es gibt viele Betroffene, nur können sich die meisten nicht darüber äußern weil Menschen mit Meinungen die Ihrer ähneln diese diverse in Gefahr bringen. Sie sind wie viele andere Minderheiten größtenteils in keinem sicheren Umfeld und könnten unter anderem missh*ndelt und get*tet werden wegen ihrer Identität, und in manchen Ländern ist dies sogar legal, dies sind echte Probleme. Ich finde es schade, dass so viele privilegierte das nicht einsehen wollen und immer wieder verdrängen, nur weil sie zu bequem sind ihre respektlosen Angewohnheiten zu ändern.

  5. Marita Kühnen

    Wie Sibylle schon schrieb, wird es ja nicht so viele Betroffene geben. Das Thema “ Das dritte Geschlecht in der Korrespondenz“ finde ich absolut überflüssig, um es milde auszudrücken. Diese absolut übertriebene Political Correctness bei diesem Thema und auch bei vielen anderen werde ich mir nicht aneignen.

    1. chantal

      Falsch. es gibt viele Betroffene, nur können sich die meisten nicht darüber äußern weil Menschen mit Meinungen die Ihrer ähneln diese diverse in Gefahr bringen. Sie sind wie viele andere Minderheiten größtenteils in keinem sicheren Umfeld und könnten unter anderem missh*ndelt und get*tet werden wegen ihrer Identität, und in manchen Ländern ist dies sogar legal, dies sind echte Probleme. Ich finde es schade, dass so viele privilegierte das nicht einsehen wollen und immer wieder verdrängen, nur weil sie zu bequem sind ihre respektlosen Angewohnheiten zu ändern.

  6. Martina Lorch

    Merkt niemand, wie wir von einem sinnlosen Aktionismus zum nächsten hecheln? Bei mir gibt es Mitarbeiter. Wem das nichr passt, der darf sich an mich wenden und die gewünschte Anrede werde ich selbstverständlich beherzigen. Der deutschen Sprache und dem Verständnis jedweden Textes schadet es ganz einfach. Aber Sprachgefühl wird völlig überbewertet!!?
    Falls ich jetzt genderneutral anreden muss, möchte ich auch genderneutrale Vornamen. Martina oder Martin wird dann Mariitnende, oder wie?
    Zuviel „political correktnes“ führt zum Gegenteil von dem, was gewünscht wird, nämlich zu Ausgrenzung.
    Weiter viel Erfolg und jede Menge Geduld…
    Martina, weiblich und Spass dabei!

    1. Sibylle

      Seh ich genauso. Man kann es auch übertreiben.
      Gibt’s nicht eigentlich größere Probleme, die man gesetzlich neu regeln müsste?

      Ich schreib weiterhin „Sehr geehrte Damen und Herren“.

      1. Kai

        Warum nicht „Sehr geehrte Herren und Damen“?

        Die Herren nennen das andere Geschlecht (ich bleibe jetzt mal bei zwei) die Damen der Höflichkeit halber zuerst. Die Damen machen das nicht. Warum nicht?

        Avatar für Kai
      2. Abby

        Es ist immer sehr einfach als nicht diskriminierte Person über etwas zu reden, wovon man keine Ahnung hat. Ob diese Aussagen dann besonders wertvoll sein können, erklärt sich an diesem Punkt wohl von selbst.
        Reformen sind immer wichtig und je inklusiver eine Gesellschaft wird, desto besser ist es doch für alle. Ihre Aussagen wirken hingegen eher engstirnig und nicht lernbereit. Zudem greifen die Ausreden „es gäbe größere Probleme“ und „der Einfachheit halber“ nicht. Würden sich die Zuständigen für neue Gesetzgebungen immer nur auf ein Problem fokussieren, wäre das absolut nicht zielführend, da niemand Expert*in in absolut jedem Thema sein kann. Dementsprechend ist es doch einfacher, mehrere Probleme von unterschiedlichen Expert*innen zeitgleich zu lösen.
        Zudem sind genderneutrale Anreden, besonders wenn man die angesprochene Person(-engruppe) nicht kennt, deutlich einfacher. Wenn man bereit ist, zu lernen ganz besonders. Oder empfinden Sie es als einfacher, zum Beispiel „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ zu schreiben als „Mitarbeiter*innen“?
        Es ist inklusiver und niemandem wird etwas abgesprochen.
        Ihre Argumentation wirkt eher so, als hätten Sie Angst vor Veränderung und Aufgeben von einer imaginären Machtposition. Damit möchte ich mich nicht nur gegen Sie sondern auch gegen alle weiteren Personen hier richten, die sich gegen Gleichberechtigung aussprechen.

        Avatar für Abby
    2. Kai

      Wenn die gewünschte Anrede beherzigt wird, verstehe ich nicht, wieso es ein Problem sein soll, sich auch eine geschlechtsneutrale Anrede anzueignen. Ist doch genau das selbe Prinzip.
      Es gibt übrigens schon genderneutrale Vornamen, wie zum Beispiel Kim…hat nur leider absolut nichts mit Anreden zu tun. Die Namen einer Person sind in der Regel an das Geschlecht angepasst, deswegen gibt es auch keinen Grund, den Namen anzupassen.
      Und wer genau wird ausgegrenzt, wenn man seine Mitarbeiter geschlechtsneutral anspricht?

  7. Dan

    Danke für diesen Beitrag! Auch für mir als Industriemechaniker hat er weitergeholfen (:

    Und an alle, die sich beschweren: Seht es nicht so krumm, dass ihr euch evtl. zusätzlich einen * schreiben müsst. Freut euch, dass Deutschland sich für die Gleichberechtigung jedes Menschen einsetzt.

  8. Momo Grace

    Danke für den schönen Beitrag! Ich identifiziere mich selbst als nicht-binär, also weder Mann und noch Frau, und empfinde als als große Erleichterung endlich den Personenstand „divers“ annehmen zu können. Die Empfehlungen hier gefallen mir sehr gut, auch der positive Ton. Wenn ich mal wieder gefragt werde, wie mensch denn Inter* oder auch nicht-binäre Trans* Personen anreden kann (ganz allgemein, nicht nur auf mich selbst bezogen), werde ich auf diese Seite hier verweisen. Vielen Dank dafür. 🙂

  9. Judith

    Toller Beitrag, zeitgemäß und sehr hilfreich! So etwas mitzudenken ist das Tüpfelchen auf dem i der Kundenfreundlichkeit. 🙂

  10. Taucher

    Sehr geehrt m/w/d,
    was machen wir mit unserer Sprache? Haben wir sonst keine Probleme?

    1. working

      Eines unserer Probleme sind Menschen, die auf jeden Lösungsvorschlag mit der Frage „Haben wir denn sonst keine Probleme?“ antworten.
      Es ist immer wieder erstaunlich, wie Menschen am Rad drehen, wenn Sie etwas tun sollen, damit andere sich weniger oder gar nicht mehr diskriminiert fühlen. Warum geraten hier so viele in Panik? Sprache verändert sich seit eh und je und wird es weiterhin tun, nur wird in den meisten Fällen niemand aktiv darauf hingewiesen, weswegen es offensichtlich viele nicht bewusst mitbekommen.
      In manch einer Sprache heißt es übrigens statt Vaterland Ahnenland. In Deutschland unvorstellbar aufgrund genau solcher Gleichberechtigungsverweigerer wie hier. Sehr schade!

  11. Wood

    Guten Tag!
    Als Personalberaterin habe ich im letzten Jahr mit mehreren intersexuelle Kandidaten per Email Kontakt gehabt und mich hier mit der Anrede durchaus schwer getan. Vielen Dank für diesen Artikel, der für mich interessant ist.
    Unabhängig davon finde ich die Kritik an dem Beitrag merkwürdig. Das Thema ist durchaus relevant für Personalverantwortliche. Warum nicht auch hier freundlich und tolerant Professionalität leben? An die männliche und weibliche Anrede haben Sie sich sicher inzwischen gewöhnt. Da wird ein „*“ doch nicht so ein großes Problem sein.

    1. Gisela Myrick

      Liebe Frau Wood,
      ich sehe hier in den Beiträgen keinerlei Kritik. Es handelt sich hier ausschließlich um freie Meinungsäußerungen von Betroffenen. Es ist schade, dass Sie als Personalerin Meinungen, die nicht dem Mainstream folgen, gleich als Kritik empfinden. Das ist das eigentliche Problem nicht nur hier sondern allgemein: Jeder der auch nur etwas gegen den Strom schwimmt, wird in eine Ecke gedrängt. Eine Entwicklung, um die wir mehr besorgt sein sollten als um ein Sternchen in der Anrede. Es grüßt Sie herzlich Gisela Myrick

      1. Rickert Block

        Lieber Kommentator,
        wenn ein Kommentar die Sinnhaftigkeit eines Artikels in Frage stellt, kann man diesen durchaus als Kritik verstehen.
        Eine neutrale Anrede würde ich auch nicht als Mainstream bezeichnen.
        Der Mainstream sind in Deutschland wohl eher die Stammtisch-Sprüche-Klopfer. Nur leider gibt es von diesen nur selten Artikel zu lesen.

        Avatar für Rickert Block
  12. Sabine Pankau

    Hallo zusammen,
    ich freue mich über den Artikel, da ich mich auch schon gefragt habe, wie ich es hinbekomme, alle Adressat*innen respektvoll anzusprechen. Ich benutze schon seit einiger Zeit das Gender-Sternchen, weil ich dies als einzigen Kompromiss für die Ansprache aller möglichen Personengruppen empfunden habe. Früher habe ich eben männliche und weibliche Anrede benutzt, auch wenn es etwas mehr Arbeit war.
    Ich bin auch ein wenig entsetzt darüber, wie „robust“ (brutal) mit den Gefühlen unserer Mitmenschen umgegangen wird, indem man am liebsten nur eine Form (nämlich die männliche) verwendet. Auch ich habe mich früher nicht sehr daran gestört, wenn nur die männliche Form verwendet wurde. Mittlerweile denke ich aber, dass durch Sprache viele Dinge manifestiert werden und den Blick sehr oft verengen. Nur weil ich evtl. selbstbewusst und dickfellig genug bin, mich nicht durch eine bestimmte Verwendung von Sprache ausgrenzen und verunsichern zu lassen, gilt dies nicht für alle Menschen. Ich möchte meinen Respekt für meine Mitmenschen eben auch durch korrekte Verwendung von Sprache demonstrieren (und nicht nur wegens legalern Vorgaben).

    1. Peter Pan

      Hallo ihr Lieben,
      der Grund, warum so viele gegen die Gendergerechte Sprache sind ist doch eindeutig.
      Der nutzen ist unfassbar gering, der Schaden unfassbar hoch. Warum? Weil es ersten unfassbar viele Regeln gibt, die man zusätzlich lernen muss und weil die gegenderte Sprache auch viel komplizierter ist. Ein Text ist schwerer zu erfassen.
      Wir sollen alle diesen unfassbaren Aufwand betreiben, nur weil sich ein paar Leute diskriminiert fühlen. Tut mir Leid, diese Leute haben dann einfach Pech gehabt. Wieso sollen die unfassbare Mehrheit mit einem unglaublichen Mehraufwand auf etwas Rücksicht nehmen, was kaum nutzen hat.
      Soll ein Handschuhhersteller Handschuhe mit 4 Fingern herstellen, weil es Leute gibt, die nur 4 Finger an einer Hand haben? Behaupte ich nun, dass die Handschuhherstellerfirma diese Leute diskriminiert. Nein. Die haben halt Pech gehabt.

  13. Hea

    Danke für den Beitrag und den Kommentar von „Wood“. Die Diskussion nicht zu führen, ist keine Lösung. Beispiel: Ich bekomme regelmäßig Emails von einem Finanz- und Versicherungsmakler, der im Jahr 2019 in seinem Abspann dafür wirbt, eine Petition gegen den Genderwahn zu unterschreiben, was ich schon als Frau eine diskriminierende Frechheit finde. Pech für ihn, dass ihm nicht aufgeht, dass er mich als Kundin bald verlieren wird.
    Stellen wir uns dem Thema der Diversität – sie begegnet uns nicht nur im Bereich der sexuellen Zugehörigkeit. In einer multikulturellen Welt können wir das Rad nicht zurückdrehen. Es geht nicht um political correctness, sondern um Anerkennung, dass es Menschen gibt, die nicht klar erkennbar Er oder Sie sind, andere Hautfarben oder Religionen haben. Das haben wir zu respektieren und uns daran zu gewöhnen, dass es in unserem Alltag „normal“ werden wird. Je eher, desto besser.

  14. Beate Frisch

    Das hat nichts mit Intoleranz zu tun: aber wir „lassen es auf einen Prozess in diesem Fall ankommen!“ und bleiben beim konservativen Schreibstil.
    Der Mensch (m/w/d) wird also über *_Platzhalter definiert…..?
    Wie liest sich so ein Schreiben denn? Das ist doch keine Schreibkultur!

  15. Waldhaus

    ich bin in der Personalabteilung tätig und tue mich ebenfalls schwer, das dritte Geschlecht zu formulieren. Ich habe z. B. Zeugnisse, Arbeitsverträge etc. als fertige Dokumente gespeichert und füge entsprechend die Daten ein. Hier musste ich bereits extra Dokumente für weiblich und männlich erstellen, da sich die Frauen diskriminiert fühlten. Und jetzt für das dritte Geschlecht schreibe ich dann statt er oder sie *_??? Welcher * outet sich denn bei einem Vorstellungsgespräch auf einen Job als solcher? Und wie erkenne ich im normalen Schriftverkehr, ob es sich um * handelt? Ich kann doch nicht in einer Einladung zu einem Gespräch alle drei Formen anwenden? Anhand des Vornamens kann man einen * nicht ausmachen. Ich stelle mir gerade vor, wie ich mich fühlen würde, wenn ich gefragt würde, ob ich weiblich, männlich oder geschlechtsneutral bin. Und ehrlich gesagt fühle ich mich diskriminiert, wenn ich in einem Brief „lediglich“ mit Vor- und Zunamen angesprochen werde. So schreibt man Kinder an.
    Und wie ist das Zeichen für das dritte Geschlecht? So lange das alles nicht geregelt ist, werde auch ich wie bisher bei der alten Form bleiben. Ich finde nicht, dass wir im Sekretariat oder in der Personalabteilung gefragt sind und uns damit aufhalten müssen (von wegen Kreativität), sondern diejenigen, die dafür zuständig sind. Sollte ich jemanden begegnen, der sich als geschlechtsneutral outet, wird dieser Jemand auch wissen, wie Jemand angesprochen werden will. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber in der Geschäftswelt einen wichtigen Kunden, z. B. im Vorstand, geschlechtsneutral anzusprechen (schreiben), halte ich für waghalsig. Und wie erkläre ich das *_ dem Chinesen oder Dänen?
    Ich finde es gut, dass der Gesetzgeber dem dritten Geschlecht Raum gibt. Schließlich ist die Natur nicht immer eindeutig. Aber in der Korrespondenz sollte das so schnell wie möglich geklärt werden. Die deutsche Sprache ist schon kompliziert genug.

    1. Karla

      Das sehe ich ähnlich wie Sie! Ich mag es überhaupt nicht, wenn ich mit Karla Nachname angeschrieben werde. So wird man vielleicht beim Zahnarzt aufgerufen, aber wertschätzend finde ich das nicht. Wie man das 3. Geschlecht nun anreden soll, habe ich auch keine wirkliche Idee. * gefällt mir persönlich nicht so, es wirkt unseriös auf mich. Wie wäre es vielleicht mit „Mensch“? Sehr geehrter Mensch Schulze, vielen Dank für Ihr Interesse…Und meinem Chef sage ich hinterher: Ich habe vorhin Mensch Schulze geschrieben und IHM mitgeteilt (denn es heißt ja DER Mensch), dass…

  16. Barbara

    Auch ich freue mich über den Artikel. Ich finde es weder übertrieben, auf jegliches Geschlecht Rücksicht zu nehmen. Deshalb kann ich auch nicht verstehen, wenn gerade Frauen sich darüber beschweren, dass sie ihre Dokumentvorlagen nun noch einmal überarbeiten müssen. Das ist in Zeiten von EDV-Anwendungen ja nun wirklich kein unzumutbarer Arbeitsaufwand!
    Übrigens waren wir sprachlich schon einmal weiter. Zunehmend wird nur noch die männliche Form benutzt. Ganz besonders schräg finde ich, wenn Frauen ihre eigene Berufsbezeichnung in der männlichen Form benennen (ich bin Bürokaufmann usw.). So etwas hat auch mit Selbstbewusssein und eigener Wertschätzung zu tun.

    1. Antje

      Hallo Barbara,
      Auch ich gehöre zu den Frauen, die ihre Berufsbezeichnung in der männlichen Form verwendet. Ich bin selbstbewusst! Ich identifiziere mich eben nicht über die Bezeichnung, sondern über das, was ich kann!

  17. Kai Becker

    Amazon kommt seit Jahren ohne geschlechtsbezogene Anrede aus. Es gibt nicht mal einen Gendermarker im Userprofil. Es ist also nicht so notwendig, wie viele denken.

    „Guten Tag Vor Nachname“, „Hallo Vor Nachname“ funktionieren oder (mit Zähneknirschen) „Sehr geehrte*r Vor Nachname“.

    Macht die Anrede optional. Wer unbedingt „Herr“ oder „Frau“ haben will kann das ja behalten. Datenbanken können das. Die konnten auch das „Fräulein“ streichen.

    Ich habe meinen „divers“ Eintrag seit März 2019. Wie viel freier und wertgeschätzter sich das nach den Jahren des Unwohlseins ohne Alternative anfühlt kann sich wohl kaum jemand vorstellen, auch wenn ich nach wie vor täglich vor unmögliche Entscheidungen gestellt werde, die für mich auf das kleinere Übel bzw „weniger beleidigt werden“ hinauslaufen. Briefe und Anreden sind da fast noch das geringste Problem.

    Insofern: Macht euch bitte etwas locker. Der eigentliche Genderwahn ist doch, alle Menschen, Namen, Klamotten, Hobbies, Verhalten, Sprache binär zu trennen und sozialen Druck auszuüben, wenn jemand aus der Norm fällt.

    Mit einer dritten Option, neutraler Anrede, Namen statt Pronomen treten die einzelnen Menschen in den Vordergrund und nicht ihre Geschlechterrollenklischees.

  18. Sonya M.

    Ich nenne alle meine Arbeitskollegen weiterhin Arbeitskollegen, egal ob M/W/D. Meine Güte, Menschen haben nichts besser zu tun. Geht lieber mal Schulen und Infrastruktur in Armen Ländern bauen, als mit Problemen der Semantik die kollektive Wissenskapazität von Menschen zu verschwenden.
    Ich bin eine pansexuelle Frau und finde das alles sehr bescheuert.

  19. Andreas Neumann

    Seit Beginn meiner Onlineberatung auf frag-einen-anwalt und yourXpert in 2017 spreche ich die Nutzer/innen wie folgt an:

    Sehr geehrte/r Ratsuchende/r

    oder auch:

    Sehr geehrte(r) Fragesteller(in).

    Ich halte das nach wie vor für richtig. Denn die Intersexuellen, die sich gerade weder Frau noch Mann näher fühlen, sind eben aufgrund der Gesamtheit dieser Anrede dann doch angesprochen, aus meiner Sicht eher noch als mit Sternchen, das die deutsche Sprache eben nicht kennt.

    M2C zu einem sehr komplexen Thema.

  20. Eva

    Vielen Dank für diesen Artikel.
    Wenn man nun eine Gruppe fremder Menschen anspricht, schrieb man ja bisher „Sehr geehrte Damen und Herren“. Wie verhält sich das bei dieser Anredeform?

    1. Felix Wolf

      Liebe Eva,

      als kreative Alternative zu „Sehr geehrte Damen und Herren“ können Sie einen Begriff wählen, der alle Personen in Ihrer Zielgruppe gleichermaßen anspricht. Je nachdem, um welchen Kontext es geht, ist das z. B. „Sehr geehrtes Team“ oder „Sehr geehrte Teilnehmer*innen“ bzw. „Teilnehmende“ oder auch, wie Norman Anja Schmidt weiter unten in den Kommentaren vorschlägt, „Sehr geehrte Menschen“. Eine weitere, sehr pragmatische Möglichkeit, die hier auch schon öfter genannt wurde: „Sehr geehrte Damen, Herren und Diverse“. Allerdings klingt das meiner Ansicht nach nicht wirklich wertschätzend.

      Viele Grüße

      Felix Wolf vom sekretaria.de-Redaktionsteam

  21. Oliver

    Vielen Dank für den Artikel. Ich möchte hier auch noch einmal mein Bedauern darüber ausdrücken, wie umprofessionell einige Kommentatoren mit dem Thema umgehen. Halten Sie solche Themen wirklich für „unnötig, überflüssig, übertrieben“ usw. und können diesem „neumodischen Quatsch“ nur noch mit „Sarkasmus“ begnen? Können Sie, obwohl Sie täglich mit Menschen zusammenarbeiten, nicht diese Form von Empathie im professionellen Umfeld entwickeln? Von solch einem Unternehmen würde ich mich wohl schlecht betreut fühlen – auch als Mann. Denken Sie doch bitte, Sie sind doch in der stärkeren Position, wenn Sie aus einer Personengruppe kommen, die zur gesellschaftlichen Mehrheit gehört. Stellen Sie sich vor, Sie würden als „Tippse“ statt als Sekretärin betitelt, das fänden Sie doch auch nicht okay. Warum also nicht auch anderen Menschen ihr Recht zugestehen?!? Als Dienstleister sollten sich hier schnell Lösungen finden lassen, das strahlt Professionalität aus und macht Sie zukunftsfähig!

    Ich finde auch die Relativierung der pan-sexuellen Sonya hier sehr merkwürdig: Sie sind also pan-sexuell, soll das heißen, Sie könnten eine Aussage über die Befindlichkeiten einer Randgruppe machen, weil sie selbst auch zu einer Randgruppe gehören. Dass Sie auch Frauen lieben können, obwohl Sie sich eindeutig als Frau identifizieren, ist doch ein völlig anderes Problem, oder nicht? Hier ein Beispiel, mit dem ich Sie auf keinen Fall beleidigen möchte: Als „Dreckslesbe“ möchten Sie vermutlich nicht bezeichnet werden, das würde Ihre Identität als Pan-Sexuelle nämlich infrage stellen. Können Sie dann kein Verständnis für Menschen mit anderen Identitätsfragen entwickeln?

  22. Damian

    moin

    wie erkenne ich jemanden der zu Diverses gehört ? solange ich das nicht eindeutig erkennen kann und es wahrscheinlich auch in Zukunft nicht zu erkennen sein wird kann ich leider nichts anderes machen als jemanden so an zureden wie ich die Person nun einmal sehe … entweder steht eine Frau oder eben ein Mann vor mir .. ich werde von mir aus ganz bestimmt nicht anfangen jemanden zu fragen ob M oder W oder D .. ich sehe das Problem also nicht gelöst indem man jetzt ein * macht weil ich ja im realen Leben niemanden mit einem * anreden kann …

    Ich hätte eine Frage bezüglich der Rechtslage .. mache ich mich also Strafbar wenn ich jetzt jemanden als Frau oder Mann anrede und die Person das nicht möchte ? ganz ehrlich wenn ich eine Anzeige bekommen sollte aufgrund dieser Gesetzeslage dann finde ich mich Persönlich angegriffen und diskriminiert und würde eine Entschuldigung verlangen … wie also soll das in Zukunft dann ablaufen ?

    Ich stehe dem ganzen wirklich sehr offen gegenüber aber ich weiß einfach nicht wie ich damit umgehen soll das bereitet mir echt Kopfzerbrechen wenn ich für etwas verurteilt werde was ich einfach nicht richtig machen kann solange es nicht eindeutig geklärt ist … ich möchte auch von niemandem verlangen erstmal von sich aus zusagen ja hallo ich möchte Geschlechter neutral angesprochen werden.. was einen Brief oder so angeht mag das ja funktionieren aber nicht in einem Gespräch :/

    Ich hoffe es fühlt sich niemand durch das was ich geschrieben habe persönlich angegriffen ich weiß einfach nicht wie ich damit korrekt umgehen soll in Zukunft ..

    ( bitte beachtet nicht die Rechtschreibung 😉 )

    1. Felix Wolf

      Lieber Damian,

      vielen Dank für Ihren Kommentar! Zu rechtlichen Fragen können wir Ihnen hier leider keine Auskunft geben. Ich empfehle, dass Sie sich an eine Rechtsexpertin / einen Rechtsexperten wenden, wenn Sie es genau wissen möchten.

      Freundliche Grüße

      Felix Wolf vom sekretaria.de-Redaktionsteam

    2. chantal

      ich würde das im echten Leben nicht zu sehr überdenken, falls jemand will das die Person anders angesprochen wird, wird das ihnen schon gesagt, da beschuldigt Sie mit Sicherheit niemand.
      Ich glaube nicht das dann eine Strafe folgt. Man macht sich doch auch nicht strafbar wenn man jemanden eine Frau versehentlich mit Herr anspricht, das ist dann bloß eine Frage des Respekts WENN Sie bereits das Geschlecht der Person kennen.
      LG

  23. Anja

    Liebe Kolleg*innen, …
    Liebe Kolleg_innen, …
    Wir wollen niemanden diskriminieren, nennen die Frauen aber wieder als letztes…… Typisch

    1. chantal

      Ich nehme an, dieser Kommentar war sarkastisch gemeint, da es einen grammatikalischen Grund hat, weshalb *innen als letztes hinzugefügt wird. Trotzdem ist er unangemessen.
      (falls die Aussage ernst ist, wenn es sie tröstet, technisch gesehen ist die männliche Form zuletzt: KOLEGG*innEN.)

  24. Sebastian Weyrauch

    In Deutschland gibt es nach serlöser Schätzung bisher nur eine dreistellige Zahl von Personen, die standesamtlich als als Divers registriert sind.

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/102938/Zahl-der-Menschen-mit-drittem-Geschlecht-geringer-als-angenommen

    Ob es nun intelligent und sinnvoll ist, für eine derartige Kleinstgruppe nicht nur den Schriftverkehr sondern auch gleich Gesetze zu ändern, möchte ich daher in Frage stellen.

    Ich ignoriere diese Sprachkrankheit und bleibe empirisch fundiert bei den bisherigen Gepflogenheiten. – Wenn das wen stört, dann ist mir das tatsächlich völlig egal.

    1. chantal

      Gerade da es eine Minderheit betrifft, und diese großzügig unterdrückt werden, sollte man auf sie acht geben.
      Außerdem ist diese Aussage falsch, es gibt viele Diverse, nur sind die meisten nicht in einer sicheren Umgebung dies mit anderen Menschen zu teilen, genauso wie es früher mit den LGBT Individuen war. Man muss bei allen Statistiken auch die Ausnahmen in Betracht ziehen. Es ist trotz staatlicher Anerkennung nicht sicher für Minderheiten, aber das kann natürlich schwer nachzuvollziehen sein, für jemand, der kein Teil einer Minderheit ist.
      Das Sie sich entscheiden einfach auf eine ganze Gruppe von Menschen keine Rücksicht zu nehmen ist sehr stark zu bedauern, wir sind alle Menschen und verdienen denselben Respekt, dass müssen viele mit Ihrer Meinung noch begreifen.

  25. Dr. hc. Clemens R. Gregorius

    Als ich mich auf die Suche machte ein Personalpronomen für „das dritte Geschlecht zu finden, bin ich hier gelandet. Die Diskussion hier hat mir leider keinen Aufschluss ermöglicht. Eine mehr als 4 stündige Suche im Internet auch nicht. Angenommen wir reden von Geschwistern (bisher Bruder und Schwester), was verwende ich dann in einem Gespräch? Mein Bruder, meine Schwester und mein* Divers?? Ich komme nicht weiter und frage deshalb hier nach, ob es bereits Vorlagen oder Vorschläge gibt

    1. Felix Wolf

      Lieber Herr Dr. Gregorius,

      das Wort „Geschwister“ können Sie nicht nur in der Mehrzahl, sondern auch in der Einzahl benutzen: Die Aussage „Das ist mein Geschwister Alex“ ist also möglich. Im Alltag würde uns eine solche Formulierung allerdings eher ungewöhnlich vorkommen. Laut Duden ist diese Verwendung auch nur in der Fachsprache üblich. Viel schöner finde ich dagegen den Vorschlag von Norman Anja Schmidt weiter unten in den Kommentaren: „Das ist Alex, wir sind Geschwister.“ (Vielen Dank dafür!)

      Wie immer gilt zudem auch für Ihre Frage die Empfehlung: Erkundigen Sie sich am besten bei der Person, um die es geht, welches Wort sie bevorzugt! Gerade unter Geschwistern sollte das ja kein Problem sein.

      Freundliche Grüße

      Felix Wolf vom sekretaria.de-Redaktionsteam

    2. chantal

      leider gibt es im deutschen keine geschlechtsneutralen Pronomen. zumindest noch nicht, deshalb ist es eigentlich immer gut den namen zu nutzen anstatt Pronomen, (z.b. Lenas buch anstatt sein/ihr buch) falls diese nicht sie oder er sind, da manche auch mit diesen Pronomen einverstanden sind.
      PS: es ist nicht ganz das dritte Geschlecht. Viele, soweit ich weis, in Diverse bevorzugen einfach weder männlich noch weiblich, es wird nicht immer als ein einziges Geschlecht gesehen, es ist dazwischen, divers, obwohl Meinungen da variieren, trotzdem wäre ich mit dem Begriff vorsichtig.
      LG

  26. Bruno Brausewind

    Ich schreibe als Anrede immer
    „Sehr geehrte Damen, Herren und Diverse“
    und habe noch nie eine Kritik dazu gehört!

    1. Sven

      Hmm, aber diverse was? Müsste man dann nicht schreiben diverse Geschlechter? Richtiger würde mir fast noch scheinen „Sehr geehrte Damen, Herren und Unentschlossene“.

      1. chantal

        Personen die sich selbst als divers, intersexuell oder im englischen, Non-binary bezeichnen sind keinesfalls unentschlossen. Sie sind einfach weder männlich noch weiblich, ganz einfach. Sagen Sie am besten einfach „sehr geehrte Mitmenschen.“

        Avatar für chantal
  27. Norman Anja Schmidt

    Als Mensch mit Geschlechtseintrag „divers“ freue ich mich über diesen Artikel. Hier werden einige der häufigsten sprachlichen Probleme in der geschäftlichen Kommunikation und Korrespondenz angesprochen. Natürlich gibt es nicht für alles eine Lösung, und die angebotenen Vorschläge stellen ja auch keinen Zwang dar. Und so klein die adressierte Gruppe auch sein mag – Kommunikation ist meiner Meinung nach auch ein Ausdruck gegenseitiger Wertschätzung, oder eben auch Abwertung. In sofern finde ich die üblichen abfälligen, zynischen, negierenden Kommentare schade – ich vermeide soweit möglich die Kommunikation mit solchen Menschen, die schon von vorneherein erklären, dass sie an persönlicher Wertschätzung nicht interessiert sind.
    Diesen Kritiker*innen entgegne ich: Sehen sie Sprache als einen Werkzeugkasten der kommunikation an. Die hier präsentierten Vorschläge dienen als Erweiterung dieses Werkzeugkastens, um einerseits der Diversität in der Kommunikation überhaupt und andererseits aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Benutzen sie diese Werkzeuge, wenn sie wollen – oder lassen sie es. Eine Erweiterung des Möglichkeitenraums schadet nie. Danke auch an Muriel Aichberger, der dazu kürzlich einenlesenswerten Artikel geschrieben hat (https://www.frauenbeauftragte.uni-muenchen.de/1-aktuelles/gastbeitragaichberger/index.html).
    An Clemens Gregorius: Wenn Ihre Nachfrage wirklich ernst gemeint sein sollte: Eine Möglichkeit wäre beipielsweise „Das ist X Y, wir sind Geschwister“. Benutzen sie die Sprache als Werkzeugkasten, graben sie darin – es gibt mehr Möglichkeiten, als auf den ersten Blick von oben zu sehen!
    An Damian: Ich kann nur für mich sprechen. Nein, ich werde sie nicht anzeigen, wenn sie mich mit „Herr Schmidt“ anreden, ohne vorher zu fragen. Ich werde Ihnen aber freundlich mitteilen, dass ich eine andere Anrede wünsche, in meinem Fall „Norman Anja Schmidt“ oder, falls wir per Du sein sollten, „Norman Anja“. Ich werde auch gegebenenfalls weitere Male um Korrektur bitten, in dem Wissen, dass eine Routineabweichung nicht so einfach in den Alltag einzubauen ist. Ich kann ihnen aber Positives aus meinem Freundeskreis und von meinen Arbeitskolleg*innen berichten.
    An Eva: In der Tat ist ein Ersatz für die unkonkrete höfliche Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ wohl mit das schwierigste sprachliche Problem. Ich empfehle, statt des Geschlechts auf andere Kategorien auszuweichen: Gäste, Leser*innen, Anwesende, Menschen. Eine Erweiterung der „Damen und Herren“ um einen dritten oder weitere Begriffe halte ich für nicht zielführend: die Umständlichkeit steigt, ein konsensfähiger Begriff ist schwer zu finden („Diverse“ ist es sicher nicht) und eine echte Vollständigkeit ist ohnehin schwer zu erreichen.
    An Andreas Neumann: Bis vor der Einführung der Schreibweise mit den Klammern oder Schrägstrichen, die Sie benutzen, kannte man diese auch nicht in der deutschen Sprache. Verwenden Sie diese immerhin weiter – vielleicht kennt man irgendwann in zukunft auch den *.

  28. Sven

    Ich bin aktuell dabei Bewerbungen zu schreiben, welche Alternativen habe ich denn nun zu „Sehr geehrte Damen und Herren“? Ich kann doch nicht bei einer mir noch fremden Firma mit „Liebes“ kommen, dass ist viel zu wenig Formel und ebenso zu wenig distanziert. Gibt es da keinen Sammelbegriff? „Sehr geehrte Damen, Herren und Diverse“ wäre mir noch eingefallen, aber auch das scheint mir nicht richtig, weil diverse was?

    1. Felix Wolf

      Lieber Sven,

      vielen Dank für Ihre Frage! Richtig, wenn Sie mit Ihrer Anrede mehr als zwei Geschlechter ansprechen möchten, ist „Sehr geehrte Damen und Herren“ nicht möglich. Ihr Vorschlag „Sehr geehrte Damen, Herren und Diverse“ ist grundsätzlich nicht falsch. Da „Diverse“ hier großgeschrieben ist, handelt es sich um eine Substantivierung des Adjektivs „divers“ – und diese bedeutet „Personen mit dem Geschlecht divers“. Für mich klingt das allerdings etwas umständlich und förmlich. Eine Alternative sind Anredeformeln, die die Zielgruppe konkret ansprechen, also z. B. „Sehr geehrtes Team der Müller GmbH“.
      Aber Vorsicht: In Ihrem Fall, also für ein Bewerbungsschreiben, sind solche allgemeinen Anredeformeln ohnehin gänzlich ungeeignet, denn sie sind viel zu unpersönlich. Ihre Bewerbung sollten Sie immer an eine konkrete Person richten, also z. B.: „Sehr geehrte Frau Müller“. Ist Ihnen kein Ansprechpartner bzw. keine Ansprechpartnerin bekannt, etwa weil in der Stellenausschreibung kein Name genannt ist oder Sie eine Initiativbewerbung schreiben, lohnt es sich, einmal bei Ihrem Wunscharbeitgeber anzurufen: Fragen Sie nach, an wen Sie Ihre Bewerbung richten sollen!

      Viele Grüße

      Felix Wolf vom sekretaria-Redaktionsteam

  29. Antje

    Meine Tochter hatte eine gute Ideen für Anreden.
    Sehr geehrtes Mitlebewesen oder auch
    Sehr geehrter Mitmensch oder
    Sehr geehrte Mitmenschen

    Damit ersparen wir uns zukünftig auch die Diskussion, ob man die Dame oder den Herren zuerst anschreibt.
    Ich persönlich wollte weder mit * oder _ angeschrieben werden.
    Lassen wir doch die entscheiden, die es betrifft.

  30. Luna

    Liebe Kommentierende und Leser*innen,
    Ich möchte mich hier als trans*Person zu dem Thema äußern.

    Wenn Sie cis-männlich oder cis-weiblich sind (=wenn Sie sich mit dem Geschlechtseintrag der ihnen bei Geburt zugewiesen wurde identifizieren können) möchte ich Sie kurz bitten sich über ihre Privilegien bewusst zu werden, wie zB nicht von trans* oder inter* Feindlichkeit und den damit Verbundenen Diskriminierungsformen betroffen zu sein, oder einfach nur der Tatsache das Sie nicht für die Anerkennung ihrer Identität kämpfen müssen und sich nicht überall erklären müssen und das es für Sie gegeben ist, das Menschen ihre Anrede in den meisten Fällen richtig machen.

    Wir trans* und inter* Menschen sind leider noch immer sehr viel Alltagsdiskriminierung ausgesetzt. Das fängt mit ständigem angestarrt werden oder vorwurfsvollen Blicken an, wenn man nicht dem Schubladendenken der cis-hetero-normativen Gesellschaft entspricht (vielleicht nächstes mal entsprechende Leute nicht anstarren wenn Sie sich dabei ertappen) und reicht bis hin zu regelmäßigen trans*- oder inter*-feindlichen Beleidigungen so wie gewalttätigen Übergriffen.

    Zudem kommt das die Sprache an sich diskriminierend sein kann. Das betrifft sehr stark inter* Menschen, die in diesem Artikel genannt sind. Aber auch nicht-binäre trans*Menschen, wie ich dem Artikel hier gerne anfügen möchte, denn diese wurden leider ausgelassen aber sind genauso betroffen, denn Sie identifizieren sich ebenso nicht als Frau oder Mann, also einem der binären Geschlechts-Identitäten. Viele nicht-binäre trans* Menschen streben auch den Personenstands Eintrag „Divers“ an, oder lassen den Personenstand ganz streichen (ja, das geht auch und ist für manche die bessere Option). Beide Personen Gruppen, Inter* oder nicht-binäre trans* Menschen, benutzen zum Teil für sich selbst kein Pronomen und wünschen sich das auch von ihren Mitmenschen. Der richtige, wertschätzende Umgang ist dann entsprechend in der Anrede kein Pronomen und auch nicht Herr/Frau zu verwenden, sondern nur den Namen als Pronomen zu verwenden oder geschlechtsneutrale Anreden zu verwenden, wie zum Beispiel „die Person“ oder eben gar nicht gendern, zB anstelle von „Guten Abend der Herr“ einfach nur „Guten Abend“. Letzteres ist generell eine gute Idee wenn Sie mit einer Person interagieren die nicht klar männlich oder klar weiblich aussieht.

    Bei manchen Menschen können Sie zum Beispiel feststellen das die Person wahrscheinlich bei Geburt als männlich oder weiblich zugeordnet wurde, aber Sie können auch mit ungeübtem Blick feststellen, dass die Person durch Kleidungsstil oder Verhalten oder Stimme oder wie auch immer sich Menschen in ihrer Geschlechts-Identität ausdrücken in irgendeiner Form als queere Person identifiziert und sich wahrscheinlich irgendwo auf dem trans* oder inter* Spektrum einordnet. An der Stelle können Sie selbst entscheiden ob Sie die Person diskriminieren wollen oder ob Sie die Person einfach als Mensch ernst nehmen wollen und ihren Horizont erweitern wollen, den die Welt und vor allem menschlichte Lebensrealitäten sind nicht nur männlich oder weiblich, sondern sehr vielseitig und Menschen können nur dann wirklich glücklich sein, wenn Sie sich so leben können, wie Sie sich fühlen.
    Wenn Sie sich in ihrer Geschlechtsidentität so fühlen wie bei Geburt zugewiesen, dann ist das ein Privileg und Sie sollten das als solches auch reflektieren. Es gibt nun mal trans* und inter* Menschen und wenn Sie stattdessen als solcher Mensch geboren worden wären, dann müsste Sie sich entweder ein Leben lang damit herumquälen nicht so sein zu dürfen wie Sie sich fühlen, und dem gesellschaftlichen Druck nachgeben so sein zu müssen wie Männer oder Frauen nun zu sein haben und das nicht zu dürfen was Männer oder Fraunen nun mal nicht dürfen ( der cis-hetero-normativen Ansicht nach).
    Oder Sie müssten versuchen ihre Geschlechtsidentität zum Ausdruck zu bringen, so dass Sie nicht mehr darunter leiden, falsch angeredet zu werden oder falsch gelesen zu werden, oder mit falschen Erwartungen konfrontiert zu sein oder sich in ihrem Körper und Erscheinungsbild nicht wohl zu fühlen. Das bedeutet aber sich Diskriminierung und Gewalt auszusetzen und Privilegien abzulegen.

    Als Betroffene Person kann ich ihnen ans Herz legen, Menschen einfach ernst zu nehmen in ihren verschiedenen Ausdrucksformen und gefühlten und gelebten Geschlechts-Identitäten. Wenn Sie jemanden sehen der im ersten Moment nicht in ihr zwei-geschlechtliches Weltbild passt, dann nehmen Sie das als Anlass dieses Weltbild zu erweitern, um So nicht zum Täter oder zur diskriminierenden Person zu werden. Wenn Sie einer Person begegnen, die Sie nicht als Frau oder als Mann einordnen können, dann nehmen Sie es als solches an und versuchen Sie nicht über längeres Anstarren die Person gewaltsam in einer ihrer Schubladen zu drücken (Sorry, aber das machen ungefähr 30% der Menschen denen ich begegne bei mir, deswegen sage ich es).

    Und wenn sich endlich etwas tut, ein Diskurs entsteht, und diskriminierte Minderheiten sichtbar werden, Besserung für sie in Sicht ist,
    wie zum Beispiel durch eine Gesetzes Änderung die diese Menschen in der Sprache ganz einfach gleichberechtigt und existent macht,
    dann halten Sie einen Moment inne, reflektieren Sie ihre Privilegien, werfen Sie Vorurteile und Ängste über Bord,
    und hören Sie einfach zu was zu tun ist um diese Welt ein bisschen mehr inklusiv und ein bisschen freier von Diskriminierung zu machen!

    Danke.

  31. stefanne

    Hallo *,
    ich schlage vor, das * sich mit dem Duden, der Gesellschaft für deutsche Sprache zusammensetzt, um unsere schöne deutsche Sprache um die nötigen Personalpronomen zu erweitern. Als ich vor 30 Jahren die Töchter Egalias las war das Herrlein Ugelmose wenigstens gesellschaftlich etabliert und klar ansprechbar. Ist die Verwendung des Neutrums schon wieder diskriminierend? Vielleicht sollten wir lieber die Trennung ganz aufheben und statt dessen wie im Saarland es Stefan, es Stefanie auf es Stefa* erweitern und ausschließlich neutrale Toiletten verwenden. Carsten-Ottilie Müller-Schulz gib mir, doch wenigstens durch die korrekte Stellung deiner Namen einen Hinweis, ob ich dich als Herrn Müller-Schulz ansprechen soll, in dem du Deine Präferenz durch die bewusste Anordnung deiner Vornamen kundtust. Oder ist das schon zu viel verlangt? Und was macht dann Herr Klaus Maria Meier, der bis dahin auf eine durch Ihn erwünschte Ansprache Herr nie hinweisen musste? Aber bitte verzichtet auf den Wildcard *, denn ihr seid einzelne und individuelle Menschen und keine Gruppe.

    Vielleicht darf ich dich nicht als *, sondern einfach mit dem „schönen“ Wort Mensch titulieren? Denn das sind wir alle und dafür hat der Duden sogar ein konkretes Pronomen.

  32. Sibylle

    Es ist schon erstaunlich, wie viele Sternchen es hier gibt. Liegt es daran, dass hier nicht nur die Berufsgruppe der Sekretärin/Assistentin und ähnliches, sondern jeder, der diese Seite auf welche Art und Weise findet, kommentieren kann? Das interessiert mich wirklich.

  33. Varinilli

    An alle, die sich hier so sehr aufregen, dass man es auch übertreiben könne: Ihr übertreibt selber. Es ist doch wirklich kein dramatischer Aufwand sowas umzuformulieren oder ein Zeichen mehr zu setzen. Dafür sorgt man für Gleichstellung und Sichtbarkeit von Minderheiten. Wie man daran etwas schlechtes sehen kann, nur weil man zu bequem ist alte Gewohnheiten zu ändern und sich damit auch noch bedroht fühlt, kann ich absolut nicht nachvollziehen.

  34. Oli

    Als wenn es auf der Welt keine anderen Probleme gäbe -.-

    Ich für meinen Teil spreche die Menschen nach wie vor an wie ich es als Kind schon gelernt habe mit Herr und Frau. Sollte es dennoch jemanden geben der das nicht mag, gehe ich davon aus das mir diese Person das dann auch mitteilt, wenn man sich mit „Intersexualität“ schon so ins Rampenlicht stellt. Also einfach mal selber die Initiative ergreifen und uns Männern und Frauen das auch mitteilen wenn es nicht gewünscht ist und nicht erst verstecken und dann zum Jammern wieder rauskommen.

    Eine andere Frage wäre dann noch!
    Er Sie oder Es?
    Diese Frage ist nicht boshaft gemeint sondern mein völliger Ernst. An die Toiletten schreibt man ja auch ein D hin.

    Kommt schon Leute, was ist los auf der Welt?
    Da fasse ich mir doch nur noch an den Kopf.

    1. chantal

      Lieber Oli, ich habe mir mal die Zeit genommen um deine Meinung zu kommentieren.

      „Als wenn es auf der Welt keine anderen Probleme gäbe“. Es ist aber ein Problem, bei dem Sie auch eine realistische chance haben, zu helfen. Wie wollen Sie denn sonst Leben retten? Glauben Sie, man hätte die hungernden Menschen schon gerettet wen man dieses Gesetzt nicht eingeführt hätte? Finden sie auch man kann Morde und Diebstahl ignorieren, weil wichtigeres auf der Welt passiert, so wie Krieg? Ich denke, Sie könnten wenigstens mit einem simplen Problem wie diesem beginnen, und Menschen zur Abwechslung mal helfen.

      „Intersexuell“ ist kein Gefühl mit dem man sich ins Rampenlicht stellt, sondern eine natürliche Geburtserscheinung. glauben sie ernsthaft, jemand würde sich freiwillig außerhalb der Norm präsentieren, nur um so wie es bisher war, beleidigt, gehasst, und getötet zu werden. Nein. Man kann sich sowas nicht einfach aussuchen. Ich könnte ihnen die medizinischen Gründe hinter der diversen Identität erklären, aber das können sie auch selbst recherchieren.

      „selber die Initiative ergreifen“ Dieser Artikel ist dazu da, um Menschen zu zeigen, wie sie respektvoll mit einer Person umgehen. Wo wird von Ihnen erwartet, dass Sie jetzt alle fragen, wie sie gerne angesprochen werden? Wenn Sie jemanden respektvoll ansprechen wollen, fragen sie doch auch nach dem Nachnahmen, oder nicht? Ich kann Ihnen versichern, dass man Sie darauf hinweisen wird, sofern die Person weder Man noch Frau sind, aber wenn sie eine Gruppe von Menschen ansprechen oder einen generellen Aufruf (bei welchem jede beliebige Person antworten kann) gestalten ist es doch wirklich nicht zu viel verlangt ein zwei Wörter auszulassen und sich genereller auszudrücken. Falls doch dann kann ich Ihnen nicht helfen.

      „Er, Sie oder Es? ???? Ist das wirklich ihr ernst??? es handelt sich um eine PERSON und im Artikel selbst wurde das Thema auch angesprochen. ich frage mich ob Sie diesen überhaupt gelesen haben. Ob sie diese Frage ernst meinten oder nicht, sie ist unglaublich Respektlos und engstirnig. PS: Toiletten – Männlich Weiblich Divers, das hätten Sie auch selbst herausfinden können.

      Zu letzt noch: „Was ist los auf der Welt“, dass kann ich Ihnen sagen. RESPEKT TOLERANZ SOLIDARITÄT UNTERSTÜTZUNG AKZEPTANZ MENSCHLICHKEIT (alles Qualitäten die sie sich aneignen sollten.)

  35. Karl

    Hallo, an alle!

    Es ist immer wieder befremdlich die Kommentare unter einen professionellen Artikel zu lesen, vor allem von Personen, die meinen sich eine Meinung über die Gefühle anderer Menschen bilden zu können, ohne auch nur eine einzige betroffene Person zu kennen oder sich mit dieser über den Sachverhalt ausgetauscht zu haben. Nein, hier geht es nicht um ihre Gefühle, liebe Cis-Gender Personen aus der heteronormativen Welt. Ihre Kommentare zeugen von einem respektlosen Umgang mit einer Minderheit, den sie als Meinungsfreiheit begründen. Wissen sie eigentlich genug über den Prozess der Meinungsbildung? Können Sie Fakten von persönlichen Minderwertigkeitskomplexen unterscheiden? Ja, in diesem Artikel geht es nicht darum, eine Mehrheit zu diskriminieren, sondern in einer offenen Gesellschaft eine bis dato ausgeschlossene Minderheiten zu akzeptieren und zu respektieren und aufzunehmen. Den meisten Kommentierenden würde ich gern ein Geschichtsbuch als Abendlektüre empfehlen und einen Tipp mit auf dem Weg geben: An Sie, stolze Frau xxx – ohne Feminismus und Aktionistmus zur Gleichstellung der Frau würden Sie heute noch keinen Cent verdienen, geschweige denn die Möglichkeit haben, eine Führungsrolle zu übernehmen (Geschichte, Fakten). An Sie, stolzer Mann xxx – ohne die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft und die Akzeptanz und Integration von Neuem könnten sie heute nicht in den Urlaub fliegen, diese Nachricht auf ihrem Telefon lesen oder eine Antwort auf ihrem PC eingeben. Nochmals: es geht um den Versuch der GLEICHBERECHTIGUNG durch die Anerkennung von Minderheiten. Männer und Frauen, die sich als solche fühlen, sollten sich glücklich schätzen, dass sie der Mehrheit angehören, wenn gleich auch nicht aufgeschlossen. Leider.

  36. Jemand der ausnahmsweise Menschen mag

    Hallo zusammen,

    ich hatte eigentlich vor einen professionellen Kommentar unter ein professionellen Artikel zu schreiben, aber ich habe meine Meinung geändert nachdem ich diese unfassbar rechthaberischen Kommentare durchgelesen habe. Ihr solltet euch offensichtlich nicht so hochnäsig über ein Thema beschweren, von dem ihr (sichtlich) keine Ahnung habt.
    Warum sind die Kommentare fast komplett mit Heulsusen überfüllt, die nicht die mentale Kompetenz haben, sich um 1 oder 2 Wörter anders auszudrücken, als sie es bisher gemacht haben.

    Ich bin mir sicher, die meisten Frauen würden einiges zu sagen haben, wenn es bei Bürojobs keine Ansprache für Frauen gäbe einfach „weil es in der Branche kaum Frauen gibt“ oder „weil es überflüssig ist so viel *Aufwand* wegen einem anderen Geschlecht im beruf zu betreiben.“ Hört ihr euch eigentlich selbst zu?
    Welche Rechte werden euch genommen, inwiefern werdet ihr unterdrückt und in welcher Art und weise fühlt ihr euch angegriffen weil das Gesetzt euch verschreibt Respekt vor anderen Personen zu haben. Ganz ehrlich, stellt euch nicht so an, es ist erbärmlich sich so als Erwachsene aufzuführen.

    Wenn ich mir so eure Antworten durchlese, fange ich beinahe an zu würgen, es ist widerlich, wie pervers dogmatisch und bigott eure voreingenommenen Meinungen sich anhören, unterste Schublade. Es handelt sich hier um RESPEKT einfachen RESPEKT. und wer nicht weis, sich mit diesem, anderen MENSCHEN gegenüber zu äußern, ist meiner Meinung nach nur eine traurige Ausrede einer akzeptablen Person. Ekelhaft.

    PS: diese Rechtfertigung: „als gäbe es keine anderen Probleme“ sind Teil einer Gruppe von Aussagen, die nur privilegierte Menschen nutzen, einfach deshalb weil sie kein anderes Leben kennen. “ Es gibt wichtigeres in der Welt“ Nun ja, aber irgendeine Aufgabe muss man dir ja geben können, bei der du zumindest eine realistische CHANCE hast, sie zu meistern und IRGENDETWAS zu bewirken. Ist ja nicht so als hättest du vorgehabt, irgendjemandem das Leben zu erleichtern, in dem du diejenigen ausdrücklich NICHT mit geschlechtsneutralen Titeln ansprichst. Du hast Wahnvorstellungen Kumpel.
    Ja gibt es hungernde Menschen, ja wir töten unsere Erde, (dagegen tut ihr mit Sicherheit auch nichts) aber dass heißt lange nicht das wir ignorieren dürfen wenn jemand stirbt, oder?
    Und ja, es ist passend diesen Vergleich vorzubringen, da viele Menschen in Minderheiten sich das Leben, wegen faulen und diskriminierenden Individuen wie euch, nehmen. Aber ihr wisst das schon, oder? Ansonsten habt ihr kein Recht sich darüber zu äußern, ob das Leben Anderer weniger Verständnis verdient als euers.

    Ich hoffe ihr seit stolz, mit eurer Meinung nur Schmerz zu verbreiten, und wenn das nicht schon genug wäre, euch selbst damit nicht mal Vorteile zu erbringen. Aber ich nehme an ihr würdet dass sowieso nicht verstehen, wenn man in Betracht zieht, wie zurückgebildet das Gehirn eines Menschen sein muss, der sich beschwert Wörter auszulassen, weil er ermahnt wird, Leute zu RESPEKTIEREN.
    Ich hoffe ihr lebt ein schönes, privilegiertes Leben, mit dem Arsch zu allen die Hilfe brauchen, und genauso wie ihr verdienen, damit ihr euch jeden Abend daran erinnern könnt, wie sehr ihr euer Leben damit verschwendet habt, zu versuchen Andere zu unterdrücken, nur um euer sowieso schon aufgeblähtes Ego zu stärken. Und dann könnt ihr sterben, im Wissen dass ihr nichts für die Welt getan habt und man sich an euch als nichts mehr als engstirnige Visage mit Gliedmaßen erinnert, denn das ist eure Zukunft. herzlichen Glückwunsch.

    Ihr habt die widerlichste Mentalität von allen: „Wenn es mir keine Vorteile erbringt, und es mich auch nicht benachteiligt, wenn ich es nicht tue, dann kann ich ja drauf scheißen.“
    Es gibt da einen ganz bestimmten Baum im Regenwald, der Sonnenlicht, Wasser und CO2 braucht und viel Energy auf birgt, um dann in Glukosezucker und Sauerstoff zu wandeln, nur um deine mitleidserregenden Lungen mit Sauerstoff zu versorgen, damit du so ein Scheiß sagen kannst. Ich will das du diesen Baum findest und dich entschuldigst, denn mit dieser Luft hättest du sinnvolle Dinge sagen können.

    in Liebe,
    eure FRAU, AFAB, CIS (so wie auch ein Großteil von euch Trotteln), die zur Abwechslung mal weiß, dass jeder Mensch die selben Rechte verdient. <3

  37. Maxim Safonov

    Zur Anrede habe ich den folgenden Vorschlag: „Sehr geehrtes Publikum“ – es ist Neutrum und, meiner Meinung nach, sehr geschlechtsneutral. Zwar kommt diese Anrede aus dem Fernsehen, allerdings finde ich diese sehr passend, wenn es um Geschäftskorrespondenz geht. Im Englischen könnte man eine analoge Formel verwenden und zwar „Dear audience“.

  38. Lu

    Ich zähle selbst zu Divers (bzw Nicht-Binär) und freue mich, dass es Entwicklung in Deutschland gibt, selbst wenn ich das was wir bisher haben sehr unelegant finde, da haben andere Länder (div. Skandinavische und vor allem die Englischssprachigen) schon bessere Möglichkeiten. Bis es in Deutschland offiziell festgelegte Pronomen usw gibt werde ich es niemandem aufdrücken, mich konsequent neutral anzureden. Nur bitte ich Leute dadrum, mich statt Frau, Mann, Mädchen oder Junge einfach als Person zu bezeichnen.

  39. Polly Pocket

    Vielen Danke für den Artikel!

    Ich bin dankbar, dass wir in einer freien und aufgeklärten Gesellschaft leben, die sehr viel Entfaltungsraum für jeden von uns offen hält. In diesem Land muss meines Wissens niemand aufgrund von Selbstentfaltung um sein Leben fürchten. Grenzen an die wir stoßen, sind meist innere, welche sich weniger durch Sprache, als durch Überdenken der eigenen Befindlichkeiten überwinden lassen.
    Mich persönlich schränkt eine ständige Umschreibung der Sprache in meinem kreativen Schaffensprozess und dem Niederschreibens eines Bewusstseinsstromes ein.
    Niemals möchte ich einem Menschen seine Orientierung absprechen, ich liebe jeden Menschen von Herzen.
    Allerdings sehe ich in der Berücksichtigung persönlicher Geschlechtsentscheidungen oder Verunsicherungen die Gefahr, dass eben diese Verunsicherung an Kinder und junge Menschen weitergeben wird. Denn sie befinden sich ohnehin im Heranwachsen in einer Phase, wo sie sich abgrenzen und zuordnen wollen. Wenn dann also ein innerer Konflikt besteht, welcher sich im Kern auf die Außenwelt bezieht aber nicht zugeordnet werden kann, besteht die Gefahr, dass an der eigenen Person/ dem Geschlecht gezweifelt aber der eigentliche Konflikt nicht gelöst wird. Und das wiederum, kann eine fatale Abwärtsspirale zu Folge haben, z.B. in Form einer (lebende-)langen Suche nach dem eigenen Selbst.
    Minderheiten sollten (und haben es meiner Meinung nach auch) einen sicheren Platz in unserer Gesellschaft haben. Jedoch ist es eine zu große Bürde für die Allgemeinheit, jedes Geschlechts- und Lebenskonzept in der Sprache zu berücksichtigen. Denn neben dem bereits gesagten, mache es die Sprache holprig und schränkt den Ausdruck ein.

    Andernfalls behalte ich mir (unter Bezug auf den Kommentar, des menschenliebenden Menschen, etwas weiter oben) vor, zukünftigen Anspruch darauf zu erheben, dass Trottel als eigene Minderheit betrachtet und sprachlich berücksichtigt werden.
    Wie kann man Respekt erwarten und doch gleichzeitig beleidigend werden? Ich erlaube mir hieraus abzuleiten, dass der verfassenden Person generelle Unsicherheiten inne wohnen, die nicht alleine der geschlechtlichen Zuordnung zugrunde liegen.

    Hochachtungsvoll und in Liebe
    Polly

  40. Nic

    Warum werden in Deutschland diejenigen, die eine diverse Person anreden wollen, dazu aufgefordert selbst kreativ zu werden oder auf ein dummes Sternchen oder einen Bodenstrich zurückzugreifen? Im englischsprachigen Raum gib es neben he (er) und she (sie) einfach they (divers). Warum kann man das in Deutschland nicht ähnlich simpel regeln? Dumme Bürokratie! Ich würde in einer gemeinsamen Anrede einfach ‚Sehr geehrte Damen, Herren und nicht-binähre Personen‘ schreiben – obwohl das auch nicht wirklich angenehm klingt, aber meiner Meinung nach immer noch besser als ein * oder_. Ich finde, da sollte man eine einheitliche Regelung treffen, die bitteschön nicht aus einem Sonderzeichen besteht. Im englischsprachigen Raum ging das doch auch. Und zwar angenehm schnell. Warum muss in Deutschland alles immer so kompliziert sein? Und an die ganzen „Was soll das eigentlich? Die paar Diversen haben halt Pech gehabt!“ Leute hier – schämt euch! Ich identifiziere mich 100%ig als Frau und fühle mich dennoch nicht bedroht davon, dass es ein drittes Geschlecht gibt. Wer weiß, vielleicht gibts in 10 Jahren noch ein viertes und in 50 Jahren 10 verschiedene Geschlechter. Macht mich das weniger zur Frau? Nein! Also hört bitte auf, hier rumzuheulen.

  41. Bernd Diedler

    Zunächst ein Zitat von Sybille:
    Seh ich genauso. Man kann es auch übertreiben.
    Gibt’s nicht eigentlich größere Probleme, die man gesetzlich neu regeln müsste?
    Ich schreib weiterhin „Sehr geehrte Damen und Herren“.
    —————————————-
    Ich auch!!!
    In Zukunft wird frau und man asls Anrede noch sagen müssen:
    Liebe Mensch(.-)innen und Menschen, Liebe KinderInnen
    man kanns es auch übertreiben (sozusagen ABM für Ämter , die schaffen es nicht mal einheitliche Rectschreibregeln in allen Bundesländern einzuführen…………………….

  42. Sonja

    Chantal, Ihre Kommentare feiere ich. Top!

    Jemand schrieb hier: „Ich bin 100 % Frau und stolz darauf.“ Sie wird sicherlich meinen, dass sie als Mädchen geboren und gern eine Frau ist. Sie ist zufrieden und das ist doch schön. STOLZ kann man jedoch nur auf LEISTUNG sein. Und dass sie als Frau geboren wurde, dafür hat sie selbst nichts geleistet….

  43. MUK

    Bisher hatte ich in meinem 40-jährigen Berufsleben noch nie das Bedürfnis gehabt, die sexuellen oder körperlichen Befindlichkeiten von Kollegen oder anderen Geschäftskontakten herauszufinden. Was hat das mit der beruflichen Tätigkeit zu tun? Ich werde auch weiterhin nicht mit irgendwelchen Sternchen schreiben. Sollte mich aber jemand darauf aufmerksam machen, dass er eine besondere Anrede wünscht, ist es selbstverständlich, dass ich dieser Bitte nachkomme.

  44. Klaus

    Eine Frau stört sich daran, wenn sie als „Lehrer, Arbeiter, Arzt etc.“ bezeichnet wird. OK.

    Aber was ist mit den Männern, werden diese sprachlich korrekt bezeichnet?

    Eine „Fachkraft für Lagerlogistik“ oder „Lehrkraft“ ist eindeutig „weiblich“ – fühlen sich Männer dabei nicht angesprochen?

    „§ 211 StGB (1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.“ (Frauen, die einen Mord begangen haben, werden also NICHT mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft. – Das ist doch wohl ungerecht!?)

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