Neue Rechtschreibung: Fremdwörter

Jogurt ohne „h“, Nessessär mit „ä“ und Schikoree mit „Sch“ – seit der Rechtschreibreform sind diese Schreibweisen der Fremdwörter korrekt, aber nicht zwingend vorgeschrieben. Denn solche Fremdwörter sind fast ausnahmslos in alter und neuer Schreibung korrekt. Wichtig ist nur, dass Sie sich konsequent für eine der beiden Varianten entscheiden. Übrigens: Am häufigsten werden die Pluralformen von Fremdwörtern falsch geschrieben. Denn auch wenn die Mehrzahl von „hobby“ im Englischen „hobbies“ heißt, dürfen Sie diese Schreibweise nicht ins Deutsche übernehmen. Korrekt ist: Hobbys.

Fremdwörter: Sie haben die Wahl

Bei Fremdwörtern gilt eine einfach Regel: Ihre Schreibung kann in den meisten Fällen vereinfacht werden, muss es aber nicht. Das bedeutet, die neue Rechtschreibung erlaubt bei einer ganzen Reihe von Fremdwörtern Doppelschreibungen – Sie dürfen wählen, ob Sie sich nach der neuen Schreibung richten oder die Fremdwörter wie bisher schreiben. Lediglich bei zusammengesetzten Fremdwörtern gibt es einige verbindliche Änderungen, aber insgesamt sind Sie jetzt viel freier bei der Schreibung.

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl häufiger Fremdwörter mit ihren verschiedenen Schreibweisen. Unser Tipp: Drucken Sie sich die Liste am besten aus und heften Sie sie an Ihre Pinwand. So können Sie im Zweifelsfall blitzschnell nachsehen.

 Konservative SchreibungProgressive Schreibung
mit ph oder fPhotographie
Graphik
Mikrophon
Orthographie
Phon
Fotografie
Grafik
Mikrofon
Orthografie
Fon
aber nurMetapher, Sphäre, Philosophie
mit gh oder gGhetto
Joghurt
Getto
Jogurt
mit y oder jYacht
Yoga
Jacht
Joga
mit c oder kCode
circa
Kode
zirka
mit rh oder rKatarrhKatarr
mit c oder ss/ßNecessaire
Sauce
Nessessär
Soße
mit ch oder schChicoree
Sketch
Schikoree
Sketsch
mit th oder tKathode
Panther
Thunfisch
Katode
Panter
Tunfisch
aber nur:Apotheke, Athlet, Diskothek, Ethos, Orthographie/Orthografie, Thermometer, Thermostat
mit c oder zAcetat
Penicillin
cirka
Azetat
Penizillin
zirka
mit é oder eeDekolleté
Varieté
Exposé
Dekolletee
Varietee
Exposee
mit nn oder nBonbonniere
Ordonnanz
Bonboniere
Ordonanz

Achtung – hier ändert sich nichts: Wie Sie aus der Tabelle schon ablesen können, ändert sich in einigen Fällen nichts. Es sind vor allem naturwissenschaftliche oder kulturträchtige Fremdwörter, bei denen Sie weiterhin nur ph, rh oder th schreiben dürfen. So bleiben sowohl die Unternehmensphilosophie als auch die Theke unverändert. Neben den oben genannten müssen Sie zum Beispiel auch weiterhin schreiben:

Ethik, Mathematik; Phallus, Pharma-, Philharmonie, Philologie, Phosphor, Phrase, Physik, Physiologie; Rhapsodie, Rhesusfaktor, Rhetorik; Theater, Theke, Theologe, Therapeut, Thermo-, These, Thron, Thymian.

Fremdwörter: Schreibungen konsequent anwenden

Vielleicht werden Sie fragen: Soll ich die neuen Fremdwortschreibungen anwenden oder nicht? Hier gilt zunächst: Entscheiden Sie sich für eine klare Linie! Zweifellos können die neuen Schreibungen fortschrittlicher wirken. Jedenfalls war eine allmähliche Eindeutschung von Fremdwörtern schon immer ein völlig normaler Vorgang. Wussten Sie zum Beispiel, dass das ursprüngliche Bureau schon seit 1902 als Büro zugelassen war, sich aber erst ab den 50er Jahren durchgesetzt hat? Wir durften bisher auch schon Schofför statt Chauffeur schreiben – genutzt hat das aber nahezu niemand.

Unser Tipp: Orientieren Sie sich an den progressiven Schreibungen, zum Beispiel bei Biografie, Grafik, Fotografie, Orthografie. Hier empfiehlt übrigens auch der Duden die eingedeutschte Schreibweise. Allerdings müssten Sie, wenn Sie konsequent sind, dann auch Grislibär, Ketschup und Spagetti schreiben – obwohl das der Duden-Empfehlung entgegensteht. Es spricht aber gar nichts dagegen, Spaghetti weiterhin konservativ zu schreiben. Kleine Abweichungen von der klaren Linie sind kein Problem. Es ist ja auch denkbar, dass sich, ähnlich wie im Fall Schofför geschehen, einige Fremdwörter in der neuen Schreibung gar nicht durchsetzen.

Fehlerfalle: Handys oder Handies?

Bei der Pluralbildung von Fremdwörtern gilt folgende Regel: Fremdwörter aus dem Englischen, die auf -y enden und im Englischen den Plural -ies haben, erhalten im Plural ein -s.

Während nach der alten Regelung die Schreibung der Mehrzahlform unterschiedlich geregelt war, ist jetzt einheitlich die Schreibung -ys vorgeschrieben; die englische Endung -ies entfällt also. Die Endung -ys gilt selbstverständlich auch für den Genitiv Singular, sofern dieser mit -s gebildet wird (des Babys). Das betrifft auch das zwar englisch klingende, im Englischen aber gar nicht existierende Wort Handy, das in der Mehrzahl und im Genitiv Singular (die/des) Handys geschrieben wird.

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