Worttrennung: Das sind die Regeln

Worttrennung: Das sind die Regeln
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Textverarbeitungsprogramme, wie Microsoft Word, trennen Wörter am Zeilenende ganz automatisch an der richtigen Stelle. Bei anderen Anwendungen, zum Beispiel in Ihrem firmeninternen Dokumenten-Management-System oder bei Einträgen im Firmen-Intranet, müssen Sie die Worttrennung händisch vornehmen. Unser Tipp: Verlassen Sie sich dabei auf Ihr Sprachgefühl, denn bis auf einige Ausnahmen orientiert sich die Trennung an den gesprochenen Silben eines Wortes.

Worttrennung nach Sprechsilben

Mehrsilbige Wörter trennt man am Zeilenende so, wie sie sich bei langsamem Sprechen in Silben zerlegen lassen, zum Beispiel: Bau-er, eu-ro-pä-i-sche, Ei-er, Ru-i-ne, steu-ern, na-ti-o-nal, na-iv, Fa-mi-li-en, Mu-se-um, Haus-tür, in-di-vi-du-ell, Be-fund.

Vorsicht Falle! Wer sich mit der neuen Rechtschreibung befasst hat, hat gelernt, dass auch die Abtrennung eines Einzelbuchstabens am Wortanfang erlaubt sei (z. B. bei E-sel). Diese Regel ist allerdings wieder abgeschafft worden! Daher ist die Worttrennung an dieser Stelle nicht mehr erlaubt!

Wenn mehrere Konsonanten zusammentreffen

Wenn Sie bestimmte Wörter langsam aussprechen, werden Sie merken, dass die Zerlegung nicht immer ganz eindeutig ist. Probieren Sie es mal mit Hopfen, impfen und rosten. Es ginge tatsächlich: Ho-pfen oder Hop-fen, im-pfen oder imp-fen, ro-sten oder ros-ten. Der Grund dafür: Bei diesen Wörtern stehen zwischen den Vokalbuchstaben (in Hopfen also zwischen o und e, in impfen zwischen i und e) zwei oder mehr Konsonantenbuchstaben (in Hopfen -pf-, in impfen -mpf-). Deshalb haben Sie zwei Möglichkeiten, diese Wörter in Sprechsilben zu zerlegen.

Für diese Fälle gibt es eine einfache Regel: Stehen in einfachen Wörtern zwischen Vokalen zwei und mehr Konsonanten, kommt nur der letzte Konsonant auf die neue Zeile. Hopfen, impfen und rosten müssen Sie also wie folgt trennen: Hop-fen, imp-fen, ros-ten. Im Vergleich zur alten Rechtschreibung bringt diese Worttrennung für Hopfen und impfen keine Änderung, wohl aber für rosten: Die Ihnen sicher bekannte Regel, wonach st nicht getrennt werden durfte, brauchen Sie nun nicht mehr zu beachten.

Hier haben Sie bei der Worttrennung die Wahl

Kommt bei der Worttrennung nur der letzte Konsonantenbuchstabe in die neue Zeile, bedeutet das für Fremdwörter mit Konsonant + l, n oder r, dass diese Buchstabenkombinationen auseinander gerissen werden; z. B. nob-le oder Zyk-lus. Das war nach der alten Regelung verboten. Falls die neue Regelung hier gegen Ihr Sprachgefühl geht, dürfen Sie aber weiterhin trennen wie bisher.

Auch bei Wörtern aus dem Griechischen oder Lateinischen können Sie jetzt zwischen der alten Regelung, die sich nach der Wortbildung richtete (Hekt-ar), und der Silbentrennung (Hek-tar) wählen.

NeuOder wie früher
Ar-thri-tisArth-ri-tis
Chry-san-the-meChrys-an-the-me
Hek-tarHekt-ar
Hyd-rantHy-drant
Inte-res-seInter-es-se
Mag-netMa-gnet
nob-leno-ble
Pä-da-go-gikPäd-ago-gik
Pa-no-ra-maPan-ora-ma
Zyk-lusZy-klus

Eine Wahlmöglichkeit haben Sie auch bei Wörtern wie: da-rum/dar-um, ei-nan-der, ein-an-der, wa-rum, war-um.

„ck“ nicht mehr trennen

Eine weitere, im Zeitalter der Textverarbeitung nicht mehr zeitgemäße alte Regelung für die Worttrennung entfällt nun ebenfalls – die Trennung von ck in k-k: Stehen Buchstabenverbindungen wie ch, sch, ph, rh, sh oder th für einen Konsonanten, so trennt man sie nicht. Dasselbe gilt für ck.

Beispiele sind: bli-cken und Zu-cker

Extratipp: Teilweise ganz lustige, aber irreführende Worttrennungen sollten Sie hier jedoch vermeiden. Schreiben Sie also statt Altbauer-haltung besser Altbau-erhaltung, statt Sprecher-ziehung lieber Sprech-erziehung, statt Seeu-fer besser See-ufer und schreiben Sie Wachs-tube nur, wenn Sie auch die Tube Wachs meinen, und nicht die Wach-stube.

Schwierige Worttrennungen

Ab und zu kommt es aber auch zu kniffligeren Fragen rund um die Worttrennung, etwa beim Wort „europäisch“. Die Grundform des Adjektivs „europäisch“ kann vor dem „i“ getrennt: „europä- isch“ werden. Was passiert mit dem „i“ wenn an die Endung ein weiterer Vokal angehängt wird und so eine neue Sprechsilbe entsteht? Ganz einfach: Nun sind beide Trennungen möglich: „europä-ische“ ist ebenso erlaubt wie „europäi-sche“. Allerdings sollen laut Duden Trennungen vermieden werden, die schlecht lesbar sind. Daher ist die erste Trennung vorzuziehen.

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