„Und zwar“ & Co. – die nachgestellte Erläuterung mit Komma

Vor „und“ steht kein Komma. An diesem Grundsatz können Sie sich in der Regel orientieren. Aber Vorsicht: Er kann Sie auch aufs Glatteis führen, wenn Sie sich zu strikt daran halten. Unsere Leserin Claudia R. hat den Verdacht, dass sie eine solche Falle entdeckt hat. Sie stolpert immer wieder über Formulierungen mit „und zwar“. Deshalb möchte sie wissen, ob sie diese Sätze mit Komma schreiben muss. Die Antwort lautet eindeutig: ja. „Und zwar“ gehört nämlich zu den Fügungen, die eine nachgestellte Erläuterung einleiten können – und dafür fordert der Duden die Kommasetzung.

Steht das Komma oder nicht?

Claudia R. aus Garmisch-Partenkirchen fragt: Eine Faustregel besagt, dass vor „und“ kein Komma steht. Aber gilt das auch für Sätze mit „und zwar“? Vom Gefühl her würde ich eine solche Formulierung trotzdem durch Kommas abtrennen. Wie ist es denn nun korrekt?

Die nachgestellte Erläuterung

Bei einer Formulierung mit „und zwar“ handelt es sich um eine nachgestellte Erläuterung. Es gibt auch noch viele andere Möglichkeiten, solche Zusätze einzuleiten. Die folgenden Beispiele zeigen einige typische Wörter und Fügungen:

  • Wir erhalten zweimal pro Woche neue Ware, und zwar am Dienstag und Donnerstag.
  • Sprechen Sie am besten mit einem Kollegen aus der Vertriebsabteilung, z. B. Herrn Meier.
  • Wir benötigen dringend neues Büromaterial, vor allem Briefumschläge und Kopierpapier.
  • Sie erreichen uns morgen den ganzen Tag, außer zwischen 13 und 14 Uhr.
  • 20XX war ein sehr erfolgreiches Jahr für uns, besonders die letzten zwei Monate.

Sie sehen es schon an den Beispielsätzen: Der Duden verlangt bei diesen nachgestellten Erläuterungen eindeutig die Kommasetzung.

Nachgestellte Erläuterung als Einschub

Eine nachgestellte Erläuterung kann auch als Einschub auftreten. In diesem Fall müssen Sie sie mit Kommas einschließen, wie die folgenden Beispiele zeigen:

  • In zwei Tagen, also am Dienstag, findet das nächste Meeting statt.
  • Ihre Ausgaben, z. B. für Bahntickets, Unterbringung oder Verpflegung, erstatten wir Ihnen.
  • Alle Beteiligten, insbesondere Frau Lorenz und Herr Harnisch, setzen große Hoffnungen in das Projekt.
Manchmal entfällt das schließende Komma

Allerdings gilt auch für die eingeschobene Erläuterung: keine Regel ohne Ausnahme. In bestimmten Satzkonstruktionen entfällt das schließende Komma. Das ist z. B. der Fall, wenn der Einschub zwischen einem Attribut, also einer Beifügung, und dem dazugehörigen Substantiv bzw. Hauptwort steht. Attribute können etwa Adjektive (Eigenschaftswörter) sein. Im folgenden Beispiel ist das Adjektiv „fremdsprachige“ das Attribut zum Substantiv „E-Mails“. Beim eingeschobenen Nachtrag „vor allem englische“ entfällt deshalb das schließende Komma:

  • Ich beantworte auch viele fremdsprachige, vor allem englische E-Mails.

Ein schließendes Komma setzen Sie ebenfalls nicht, wenn ein Einschub zwischen den Teilen eines Prädikats steht und dieses näher erläutert. Das Prädikat wird auch als Satzaussage bezeichnet und besteht z. B. aus einem Verb oder Tätigkeitswort und dem dazugehörigen Hilfsverb. Der folgende Beispielsatz verdeutlicht dies. Der erläuternde Einschub „und zwar spätestens am Dienstag“ unterbricht das Prädikat, denn er steht zwischen dem Hilfsverb „werde“ und dem Verb „melden“:

  • Ich werde mich nächste Woche, und zwar spätestens am Dienstag melden.
Kommasetzung: Wie steht es mit dem „wie“?

Mitunter dürfen Sie selbst entscheiden, ob es sich bei einem Satzteil um einen Zusatz handelt oder nicht. Ein besonders häufiger Fall sind Wortgruppen, die mit dem Wörtchen „wie“ eingeleitet werden. Der folgende Satz ist also mit und ohne Kommas gleichermaßen korrekt:

  • Büromaterialien[,] wie Briefumschläge oder Kopierpapier[,] sind in großen Mengen deutlich preiswerter.

Wenn Sie sich bei Sätzen wie diesem nicht sicher sind, empfiehlt es sich, die Kommas zu setzen. Damit machen Sie garantiert nichts falsch.

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