Schrägstrich und „bis“-Strich richtig einsetzen

Die deutsche Rechtschreibung beherrschen Sie aus dem Effeff und einen Brief nach der DIN 5008 können Sie blind gestalten? Dann richten Sie Ihren Blick doch einmal auf den Schrägstrich und den „bis“-Strich. Denn oft sind es Kleinigkeiten, die den Unterschied zwischen einem guten und einem perfekten Schreiben ausmachen. Bei diesen Zeichen sind sich viele Schreiber unsicher, wann sie was benutzen sollen und ob Leerzeichen stehen müssen oder nicht. Mit unseren Hinweisen setzen Sie garantiert das richtige Zeichen und in unserem Quiz trainieren Sie Ihr Wissen gleich mit.

Das gilt für den Schrägstrich

Den Schrägstrich, also das Zeichen „/“, setzen Sie zu verschiedenen Anlässen ein.

  • Am häufigsten ist in Büros vermutlich die Verwendung in Akten- und Diktatzeichen oder auch Rechnungsnummern: „Unser Zeichen: WU/drs“ oder „Rechnungsnummer: 2016/87“.
  • Ebenfalls sehr geläufig ist der Einsatz des Schrägstrichs, wenn Größen- oder Zahlenverhältnisse angegeben werden. Er ersetzt dann die Worte „je“ oder „pro“: „Der Durchfluss beträgt 30 l/h“ oder „Die zulässige Höchstgeschwindigkeit liegt bei 60 km/h“. Hier dient der Schrägstrich im Grunde als Bruchstrich.
  • Bei zwei aufeinanderfolgenden Jahreszahlen, Monatsnamen oder Ähnlichem nutzen Sie ebenfalls den Schrägstrich: „Gern übersenden wir Ihnen den neuen Katalog für Herbst/Winter 2016“.
  • Wenn Sie die Namen von mehreren Personen angeben wollen, können Sie einen Schrägstrich setzen. Das gilt vor allem dann, wenn ein Bindestrich an dieser Stelle missverständlich ist. „Der Entwurf von Schmidt/Unold war am überzeugendsten.“
  • Der Schrägstrich wird auch eingesetzt, wenn Singular und Plural in einem Satz verbunden werden sollen: „Ich/wir bin/sind sehr bemüht, diese Sache aus der Welt zu schaffen.“
  • Nicht zuletzt hat das Bemühen, Männer und Frauen in einem Text gleichzustellen, dazu geführt, dass mehr Schrägstriche zum Einsatz kommen: „Unser Angebot ist für Männer und/oder Frauen interessant.“

Sie haben es sicher schon bemerkt: Vor und nach dem Schrägstrich stehen keine Leerzeichen. Dies legt auch die DIN 5008 fest. Allerdings kann es bei professionell gesetzten Schriftstücken – etwa Büchern oder Broschüren – vorkommen, dass die Setzer Festabstände vor und hinter den Schrägstrich setzen, um die Lesbarkeit zu verbessern. In der Geschäftskorrespondenz aber ist dies nicht üblich.

So nutzen Sie den“bis“-Strich

Der „bis“-Strich kommt – wie der Name schon sagt – zum Einsatz, wenn ein Zwischenwert angegeben wird. Es ersetzt also ein „bis“ in der gesprochenen Sprache: „Dieses Kleid führen wir in den Größen 34 – 46“. Oft finden Sie es bei Adressen: „Kaiserdamm 104 – 106“.

Eine wichtige Ausnahme gibt es beim „bis“-Strich. Wenn das Wort „bis“ in Verbindung mit „von“ gebraucht wird, darf es nicht verwendet werden. Eine Formulierung wie „Wir haben geöffnet von 9 – 17 Uhr.“ ist also unzulässig, es muss heißen: „Wir haben geöffnet von 9 bis 17 Uhr.“. Möglich ist dagegen: „Unsere Öffnungszeiten: 9 – 17 Uhr.“

Beim „bis“-Strich gibt es keine einheitliche Regelung für die Leerzeichen. Während der Duden die Leerzeichen vor und nach dem Zeichen weglässt, müssen sie laut DIN 5008 gesetzt werden. Wir empfehlen Ihnen, sich nach der DIN 5008 zu richten.

Quiz: Nach unserem Crashkurs kennen Sie sich mit Schrägstrich und „bis“-Strich perfekt aus – oder? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Quiz!

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