Vollmacht

Mit einer rechtsgültigen Vollmacht sorgen Unternehmen dafür, dass sie jederzeit handlungsfähig bleiben.

Vollmacht: Wann ist sie besonders wichtig?

Im Geschäftsleben ist es besonders wichtig, jederzeit handlungsfähig zu bleiben. Das gilt auch bei Abwesenheit oder Krankheit wichtiger Führungskräfte. Sorgen Sie daher in Ihrem Unternehmen rechtzeitig dafür, dass Sie sich in wichtigen Angelegenheiten vertreten lassen können: Durch eine schriftliche Vollmacht können Sie Personen oder auch Gesellschaften beauftragen, Handlungen oder Rechtsgeschäfte in Ihrem Auftrag durchzuführen.

Eine Vollmacht ist ein verbindliches Dokument mit eindeutig geregelten rechtlichen Konsequenzen:

  • Sie gibt dem Bevollmächtigten die Möglichkeit, sich gegenüber Geschäftspartnern, Behörden oder Privatpersonen zu legitimieren.
  • Die Handlungen und Geschäfte des Bevollmächtigten haben unmittelbare rechtliche Wirkungen, die für den Vollmachtgeber bindend sind.

Eine Vollmacht sollte folgende Elemente enthalten:

  • Die Bezeichnung „Vollmacht“
  • Angaben zum Bevollmächtigten: Vorname und Name, Wohnort, Straße und Hausnummer
  • Angaben zum Vollmachtgeber
  • Detaillierte Beschreibung der Vollmacht
  • Zeitliche Gültigkeit der Vollmacht
  • Ort und Datum der Ausstellung
  • Unterschrift des Vollmachtgebers

Vier Formen der Vollmacht

Man unterscheidet vier verschiedene Formen einer Vollmacht, die unterschiedliche rechtliche Reichweiten und Konsequenzen haben:

  1. Einzelvollmacht: Sie bevollmächtigt den Vertreter für ein einzelnes Rechtsgeschäft. Sie muss nicht widerrufen werden, da sie automatisch erlischt, wenn das Rechtsgeschäft erfüllt ist.
  2. Gattungsvollmacht: In dieser Vollmacht werden Vertragsarten beschrieben, die der Bevollmächtigte abschließen darf. Diese standardisierte Vollmachtsform wurde entwickelt, um eine Vielzahl von Einzelvollmachten zu vermeiden. Der Bevollmächtigte darf etwa alle Kauf- oder Mietverträge abschließen, ohne jeweils eine neue Vollmacht vorzulegen.
  3. Handlungsvollmacht: Diese Vollmacht legitimiert den Vertreter, bis auf klar definierte Ausnahmen alle Rechtsgeschäfte vorzunehmen, die in einer Firma entstehen. Ausgenommen sind nur Grundstücksgeschäfte, Wechselverbindlichkeiten, Darlehnsgeschäfte und Prozessführung.
  4. Generalvollmacht: Sie ist die umfassendste Vollmachtsform. Sie legitimiert den Bevollmächtigten, den Vollmachtgeber in allen gesetzlich zulässigen Fällen gerichtlich und außergerichtlich zu vertreten.

Überblick behalten: Wer hat welche Vollmacht?

Planen und dokumentieren Sie alle Vollmachten sehr sorgfältig, damit Sie jederzeit den Überblick behalten. Nicht alle Vollmachten enden automatisch. Einige spezielle Vollmachten müssen notariell beglaubigt werden. Für andere Vollmachten – etwa die Prokura für eine Führungskraft – ist der Eintrag in das Handelsregister vorgeschrieben. Lassen Sie sich in wichtigen und schwierigen Fällen unbedingt von einem versierten Anwalt beraten, wie Sie eine rechtswirksame Vollmacht ausstellen.

Rechtlicher Hinweis:

Vollmachten müssen grundsätzlich in der Weise widerrufen werden, in der sie erteilt wurden. Gegebenenfalls ist der Widerruf auch gegenüber Dritten, also den Geschäftspartnern, zu erklären. Wurde die Vollmachtserklärung durch öffentliche Bekanntmachung erteilt, ist der Widerruf ebenfalls im Wege der öffentlichen Bekanntmachung vorzunehmen. Eine schriftlich erteilte Vollmacht kann nur schriftlich widerrufen werden.

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