So lebt, denkt und arbeitet die Generation Y

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Die eine Kollegin ärgert sich über die jüngere, die ständig ihr Handy prüft und Fotos von der Teamversammlung ungefragt bei Instagram postet. Die andere fühlt sich gebremst und gegängelt und ist genervt von der „verstaubten“ Arbeitsweise ihrer älteren Kollegin. Doch diese unterschiedlichen Einstellungen bergen Potenzial. Lassen Sie daher nicht zu, dass der „Prinz-Charles-Effekt“ Ihre Teamarbeit bremst!

Seit kurzer Zeit zieht eine neue Generation in die Berufswelt ein – und mit ihr eine neue Denk- und Arbeitsweise: Sicherheitsdenken und Tradition verblassen. Die globale Vernetzung bis hin zur offenen Zurschaustellung von Beruf und Privatleben blüht auf. In den Generationsunterschieden liegt jedoch auch Potenzial für eine gelungene Zusammenarbeit.

Wenn der Prinz-Charles-Effekt das Teamwork bremst

Kritisch wird die Zusammenarbeit, wenn sich der sogenannte Prinz-Charles-Effekt einstellt: Wenn die Jungen ungeduldig in den Startlöchern stehen, die Älteren „das Zepter“ aber noch lang nicht abgeben. Dann kommt es im schlimmsten Fall zu Rangeleien und Macht-Spielchen, konstruktives Teamwork wird schier unmöglich.

Wo liegen die unsichtbaren Altersgrenzen?

Derzeit unterscheidet man je nach Geburtsjahr zwischen den folgenden Generationen:

  • 1927 bis 1945: Generation Mature
  • 1946 bis 1964: Babyboomer
  • 1965 bis 1975: Generation Golf oder auch Generation X
  • 1976 bis 1998: Generation Y (gesprochen wie „Why“ – „warum“)

Ab dem Geburtsjahr 1985 spricht man auch von den „Digital Natives“. Und in diesem Begriff steckt schon der größte Reibungspunkt: der für Ältere nicht nachvollziehbare, scheinbar sorglose Umgang mit Internet und digitalen Medien.

So tickt die Generation „why“

Der Hintergrund: Die Generation Y hat Internet und die neuen Medien entweder schon mit der Muttermilch eingesogen, oder zumindest seit dem Eintritt ins Berufsleben von der Pike auf gelernt. Elektronische Medien wie Computer, Handy, Tablet und Co. bestimmen ihr Leben. Durch den leichten Zugang zu globalem Wissen stellt die Generation „Why“ wortwörtlich Karriere, Job, Familie und Privatleben in Frage und auf den Kopf.

Diese Generation

  • teilt ihr Wissen gern mit anderen (unbekannten) Menschen.
  • unterscheidet nicht mehr streng zwischen privat und öffentlich.
  • arbeitet lieber in Teams als in festen Hierarchien.
  • stellt lieber neue Regeln auf, als sich an Vorgaben und Arbeitsweisen zu halten, die sie nicht nachvollziehen kann.
  • empfindet Freude an der Arbeit und Lebensqualität wichtiger als Prestige und Status.
  • legt großen Wert auf Selbstverwirklichung, Freiräume und eine ausgewogene Work-Life-Balance.
  • denkt und arbeitet flexibel und grenzenübergreifend.

Babyboomer und Generation X: Werte und Sicherheit über alles

Der Hintergrund: Die Weltkriege haben beide Generationen zwar nicht mehr miterlebt, wohl aber die schwere Zeit danach. Mit harter Arbeit, strengen Werten und eiserner Disziplin haben Babybommer und Generation X die Wirtschaft in blühende Zeiten der 1980er und 1990er Jahre geführt. Und mit Entsetzen erlebte und überlebte diese Nachkriegsgeneration den großen Börsencrash 1987, den 11. September 2001, die Dotcom-Blase 2000 und die Finanzkrise 2008.

Diese Generationen

  • schätzen traditionelle Werte wie Leistung, Disziplin und Ordnung.
  • legen großen Wert auf Sicherheit und Schutz von Eigentum, Privatleben und Gesundheit.
  • verbinden mit Spaß lieber das Privatleben als ihren Beruf.
  • betrachten Arbeit als Pflicht, weniger als Vergnügen.
  • halten sich gern an Regeln und feste Abläufe.
  • arbeiten hart, um möglichst bald beruflich wie gesellschaftlich aufzusteigen.
  • empfinden Statussymbole als wichtig.

Mit Verständnis die Unsicherheit und den Generationen-Clash überwinden

Die Älteren stören sich an dem für sie scheinbar zu sorglosen Umgang mit Daten, Rechten und Know-how. Die Jüngeren können die formelle, traditionelle und „starre“ Arbeitsmoral der Älteren nicht nachvollziehen – je größer der Unterschied, umso stärker wird das Misstrauen. Umso mehr wächst die Angst, durch die Jungen aufs Abstellgleis verbannt zu werden, bzw. von den Alten kleingehalten zu werden.

Dagegen hilft am besten Verständnis und Einfühlungsvermögen. Wenn jeder die Hintergründe versteht, vor denen sich die Generationen so verschieden entwickelt haben, wird eine konstruktive Zusammenarbeit möglich.

Schon eine kleine Änderung der inneren Einstellung öffnet neue Perspektiven. Vernichtende Allgemeinplätze wie „Der/die ist dafür zu alt“ oder „zu jung“ verlieren ihre Gültigkeit. Denn beide Seiten profitieren von einer kollegialen Zusammenarbeit: Die Älteren verfügen über mehr Know-how und einen großen Erfahrungsschatz, den sie mit den Jüngeren teilen können. Die Jüngeren bringen neue Ideen, frischen Schwung und öffnen den Blick auf neue Perspektiven.

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