1. Barbara Seifert

    Liebe Tanja,
    da hast Du ein sehr gutes Thema angesprochen.
    Ärgerlicherweise hat sich die Verwendung von solch klangvollen Jobtiteln ohne Bedeutung in vielen Bereichen ausgebreitet. Ich habe immer das Gefühl, dass manche Firmen oder Personalchefs damit verbergen wollen, dass sie eigentlich keine Ahnung haben, was der Kandidat da eigentlich als Aufgabe übernehmen soll oder dass sich hinter der Position kein besonders spannender Job verbirgt. Es hört sich toll an was man dann jedoch wirklich im Unternehmen vorfindet, ist der normale tägliche (triste?) Büroalltag mit der üblichen Routine. Aber so lockt man heute Bewerber an, vor allem oftmals für Positionen, bei denen man von vornherein weiß, dass wird schwierig mit der Besetzung. Eine Verbesserung der Motivation scheint mir da die falsche Erwartung – man baut damit eher Enttäuschung oder Frust auf, wenn man irgendwann bemerkt, dass man auch als Welcome Manager nichts anderes macht, als Anrufe durchzustellen. Und was macht eigentlich ein Feelgood Manager, hat sich das schon mal jemand gefragt?
    Klangvolle Jobtitel findet man ja auch inzwischen im Assistenzbereich. Aber ich bin überzeugt, dass eine „Senior Executive Assistant to C-Level“ ebenso zum Kaffeekochen Wasser verwendet wie die Sekretärin der Geschäftsleitung. Titel sind Schall und Rauch, Executive Assistant, Office Manager, oder Personal Assistant oder einfach die gute alte „Sekretärin“ – wir alle sitzen im gleichen Boot des täglichen Bürowahnsinns und halten unseren Chefs den Rücken frei. Das macht die Executive Assistant to Bill Gates genauso wie die Sekretärin eines kleinen IT-Unternehmens.
    Wir spielen bei diesen tollen, diffusen Jobtiteln natürlich auch ein wenig mit der Eitelkeit des Menschen. Das hat vor vielen, vielen Jahr schon Konsul Weyer erkannt und mit dem Handeln von tollen Titeln viel Geld verdient.
    Viele Grüße, Barbara

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