Mit Mediation Prozesse vermeiden

Bei einem Konflikt in Ihrem Unternehmen kann eine Mediation eine sinnvolle Alternative zum Gerichtsprozess sein. Einen Streit vor Gericht auszutragen, ist eine teure Angelegenheit, vor allem, wenn sich das Verfahren in die Länge zieht und der Ausgang ungewiss ist. Oft ist es günstiger und geschickter, mit dem Konfliktpartner eine außergerichtliche Lösung zu suchen. Das ist die Stunde eines Mediators. Diese Experten für Konfliktlösung vermitteln zwischen den Streithähnen und versuchen, gemeinsam mit ihnen eine rechtsverbindliche Vereinbarung zu erarbeiten, mit der alle leben können. Lesen Sie, wie eine Mediation abläuft.

Der Ablauf einer Mediation

In einem ersten Schritt einigen sich alle Beteiligten auf einen Mediator und auf das weitere Vorgehen. Die Rechte und Pflichten aller Beteiligten werden in einer Mediationsvereinbarung festgelegt. Nun beginnt der Mediator seine eigentliche Arbeit und klärt als Erstes, worin überhaupt das Problem besteht. Dann versucht er gemeinsam mit den Parteien, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Kommt es zu einer Einigung, wird diese vertraglich festgeschrieben und ist dann für die Konfliktparteien auch rechtlich verbindlich.

Extratipp: Mediationen eignen sich z. B. gut für arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen oder bei Streitigkeiten zwischen Gesellschaftern.

Den richtigen Mediator finden

Der Erfolg dieses Verfahrens steht und fällt mit der Person des Mediators, deshalb ist bei der Auswahl besondere Vorsicht geboten. Sehr häufig treten Anwälte als Mediatoren auf, das ist auch sinnvoll, da oft juristische Kenntnisse notwendig sind. Als Mediator ist ein Anwalt übrigens zur Neutralität verpflichtet, er darf auch bei einem Scheitern der Mediation keine der Streitparteien vor Gericht vertreten. Daneben gibt es noch ausgebildete Wirtschaftsmediatoren.

Wenn Ihr Chef Sie bittet, nach einem geeigneten Mediator zu suchen, sollten Sie auf eine qualifizierte Ausbildung achten. Informationen finden Sie z. B. beim Institut für Mediation, Streitschlichtung und Konfliktmanagement e. V. (IMS). Auch bei der Anwaltskammer können Sie erfragen, welcher Anwalt Mediation mit welcher Fachrichtung anbietet. Wer in die engere Auswahl kommt, sollte Erfahrung im betreffenden Gebiet mitbringen.

Stellen Sie alle Informationen zusammen

Damit Ihr Chef gut vorbereitet in eine Mediationssitzung gehen kann, sollten Sie alle notwendigen Informationen zusammenstellen. Dazu gehören z. B. die Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarung, Gesprächsnotizen oder Aktenvermerke. Ihr Chef sollte sich die Zeit nehmen, die Unterlagen gründlich durchzulesen, um die eigene Position wirkungsvoll vertreten zu können. Legen Sie rechtzeitig vorher (ca. zwei Wochen) einen Termin in seinem Kalender fest. Wenn bei der Durchsicht Fragen entstehen, kann Ihr Vorgesetzter so noch rechtzeitig fachlichen Rat einholen.

Vorteile einer Mediation

Das Ziel einer Mediation ist eine einvernehmliche Lösung. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu einem Gerichtsurteil – hier legt ein Richter fest, wie weiter zu verfahren ist. Das kann, muss aber nicht zugunsten Ihres Unternehmens ausgehen. Dann kann Ihr Chef zwar gegebenenfalls noch in Berufung gehen, damit sind aber wieder Kosten verbunden.

Übrigens: Wenn eine der Parteien das Gefühl hat, dass die Mediation doch nichts bringt, kann sie sie abbrechen und doch noch das Gericht anrufen. Gerichtsverfahren sind grundsätzlich öffentlich, sodass jedermann zuhören kann. Das kann einem Unternehmen auch schaden, etwa wenn sich Gesellschafter öffentlich streiten. Im Mediationsvertrag kann hingegen Vertraulichkeit vereinbart und es können Regelungen für das Hinzuziehen von Dritten getroffen werden.

Natürlich gibt es auch eine Mediation nicht umsonst. Die üblichen Stundensätze eines Mediators können bei mehreren Hundert Euro liegen. Das hört sich zunächst einmal nach viel Geld an, allerdings schreibt auch ein Anwalt, der Ihr Unternehmen vor Gericht vertritt, eine Rechnung. Außerdem hat Ihr Chef bei einer Mediation größeren Einfluss auf das Ergebnis als bei einem Urteil. Achten Sie darauf, dass gleich zu Beginn geklärt wird, wie diese Kosten von den beteiligten Parteien getragen werden.

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