Tappen auch Sie in diese Etikette-Fallen?

Neuer Wind in Meetings bringen
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Zur Begrüßung die Hand reichen, für die Einladung danke sagen – diese freundlichen Gesten sind im deutschen Geschäftsleben ganz normal. Im internationalen Business können Sie damit ins Fettnäpfchen treten. Lesen Sie hier, wo die fiesesten Etikette-Fallen lauern und wie Sie Fettnäpfchen souverän umgehen. Berühren Sie beispielsweise nie den „Sitz der Seele“.Von der Begrüßung, über die Tischsitten bis hin zur Kleiderordnung und die Hygiene – arbeitet Ihr Chef viel mit internationalen Geschäftspartnern zusammen, sollten auch Sie die wichtigsten Etikette-Fallen kennen. Die folgenden Fettnäpfchen sind besonders peinlich. Denn sie sind tief in den kulturellen Benimmregeln verankert. Auch wenn Sie es nicht so gemeint haben – ein Verstoß dagegen kann Ihr Gegenüber schwer beleidigen:

Begrüßen? Ja. Händeschütteln? Nicht immer.

Nicht überall auf der Erde begrüßen sich die Geschäftspartner per Handschlag.

  • In Frankreich küssen sich auch männliche Geschäftspartner meist drei Mal auf die Wange.
  • In Japan, China und Thailand verbeugt man sich zur Begrüßung. Dabei gilt: je tiefer die Verbeugung, umso größer der Respekt.
  • In Russland geben sich Geschäftspartner nie über einer Türschwelle die Hand. Ansonsten droht laut Aberglaube Streit.

Achten Sie auf Ihre Füße und die linke Hand. Denn fast in ganz Asien und besonders in Indien gelten Füße und die linke Hand als unrein.

  • Geben Sie dem Geschäftspartner immer mit Rechts die Hand.
  • Setzen Sie sich nie so, dass Ihr Gegenüber Ihre Fußsohlen sehen kann.
  • Und essen Sie auch nur mit Rechts. Sie sind Linkshänder? Dann „trainieren“ Sie vor dem Treffen die wichtigsten Bewegungen mit Rechts.

Vorsicht, wenn die Nase läuft oder Sie niesen müssen!

Plagt Sie der Heuschnupfen oder sind Sie erkältet, sollten Sie Ihre nächste Niesattacke – falls möglich – am besten auf die Toilette oder einen leeren Nebenraum verlagern. Denn

  • niesen Sie auf offener Straße oder gar am Esstisch, werden sich anwesende Südkoreaner und Chinesen höchst unwohl fühlen.
  • in Japan und der Türkei ist auch der öffentliche Gebrauch von Taschentüchern ein Tabu. Die Nase hochziehen ist hingegen erlaubt.

Bedanken Sie sich nicht zu viel!

In vielen arabischen und asiatischen Ländern wie Thailand oder Indien gilt gute Gastfreundschaft als selbstverständlich. Bedanken Sie sich also nie zu viel oder zu oft für Gastgeschenke oder Einladungen. Sonst denkt Ihr Gegenüber, Sie hätten viel weniger von ihm erwartet. Und das wäre eine echte Beleidigung für beide Seiten.

Berühren Sie nicht den Sitz der Seele!

Der indische Geschäftspartner besucht Ihren Chef und bringt die Familie mit? Auch wenn Sie es nur nett meinen: Tätscheln Sie seinen Kindern nie den Kopf. Am besten vermeiden Sie jede Berührung. Denn im buddhistischen Glauben ist der menschliche Kopf Sitz der Seele und somit heilig.

Vorsicht vor Küssen, Berührung und Augenkontakt!

Sicher werden Sie im allgemeinen Business-Alltag nur selten das Bedürfnis haben, mit dem Geschäftspartner Ihres Chefs offen Händchen zu halten oder ihn gar zu küssen. Das ist vielleicht auch ganz gut so. Denn in arabischen Ländern sind Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit absolut tabu. In Dubai sind sie sogar verboten.

Aber hätten Sie auch gedacht, dass in arabischen und vielen asiatischen Ländern schon verpönt ist, Personen des anderen Geschlechts in die Augen zu blicken?

Fingerspitzengefühl auf Englisch und Amerikanisch

Selbst wenn Sie fließend Englisch sprechen und die Sprachbarrieren so sicher umschiffen, lauern auch bei britischen und amerikanischen Business-Kontakten Stolpersteine.

Die wichtigsten Dos und Don’ts bei britischen Begegnungen:

  • Beachten Sie die Hierarchien beim Händeschütteln. Reichen Sie dem Geschäftspartner nur dann die Hand, wenn Sie sich bereits kennen. Sind Sie in Großbritannien, gibt Ihnen der ranghöchste Gastgeber zuerst die Hand. Begrüßen Sie Gäste in Deutschland, reicht der ranghöchste Deutsche zuerst die Hand.
  • Machen Sie sich auf den britischen Humor gefasst. Lachen Sie einfach mit über bissige oder scheinbar respektlose Witze über deutsches Verhalten. Unbedingt verkneifen sollten Sie sich hingegen jede Art Scherz über die britische Königsfamilie.
  • Wählen Sie einen besonders freundlichen und höflichen Umgangston. Entschuldigen Sie sich öfter („sorry“) und schwächen Sie den sehr direkten deutschen Sprachstil ab durch Modalkonstruktionen mit „might“, „could“ und „Question-Tags“ (wie „didn’t they“).
  • Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre mit leichtem Smalltalk über Wetter, Urlaub oder Land und Leute. Vermeiden Sie Fragen nach der Familie oder tiefschürfende Themen wie Politik und Gesellschaftskritik.

Dos und Don’ts für US-amerikanische Begegnungen:

  • Zwar ist der Handschlag zur Begrüßung in den USA nicht üblich wie hier. Doch die Amerikaner erwidern ihn gern. Wichtig ist nur, dass Sie die Hand Ihres Gegenübers „richtig“ drücken. Also nicht zu fest, aber auch nicht zu schlaff.
  • Zeigen Sie, dass Sie die Zeit Ihres Gegenübers wertschätzen. Kommen Sie immer pünktlich, halten Sie Absprachen streng ein und bieten Sie einen stets zuverlässigen Kundenservice. Gibt es Probleme, suchen Sie gleich nach praktischen Lösungen.
  • Besprechen Sie Projekte nie zwischen Tür und Angel oder über einen Schreibtisch hinweg. Nehmen Sie sich die Zeit und klären Sie die Angelegenheit in angenehmer Atmosphäre.
  • Achten Sie auf Ihre nonverbale Kommunikation. Zeigen Sie Interesse und halten Sie stets Blickkontakt zu Ihrem Gegenüber. Behalten Sie eine offene Körpersprache und vermeiden Sie vor dem Körper verschränkte Hände und Arme.
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