Abschiedsrede für einen Kollegen: Ideen für jeden Anlass

Abschiedsrede für einen Kollegen: Ideen für jeden Anlass
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Dem Abschied eines Mitarbeiters aus der Firma sehen wohl alle mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Sie freuen sich mit dem Kollegen auf die wohlverdiente Pensionierung oder über den Aufbruch zu neuen Ufern. Aber es geht für alle auch eine gemeinsame Zeit zu Ende. Eine Abschiedsrede ist ein schöner Anlass, diese gemischten Gefühle auszudrücken – nicht nur für Ihren Chef. Als Ghostwriter können Sie die Gelegenheit nutzen, in gemeinsamen Erinnerungen zu schwelgen und gute Wünsche für die Zukunft auszusprechen. Mit den richtigen Formulierungen geben Sie dem bitteren Abschied eine süße Note. Besonders poetisch wird es mit einem unserer literarischen Zitate.

Die Rede zum Kollegenabschied – eine Gratwanderung

Ein Kollege wechselt zu einem anderen Unternehmen oder geht in Rente. Natürlich möchte Ihr Chef zu einem solchen Anlass eine kurze Abschiedsrede halten. Ihre Aufgabe ist es, ihm die richtigen Worte in den Mund zu legen – also ein professionelles Manuskript zu entwerfen, das ihm als Grundlage für seinen Vortrag dient. Einerseits ist das ein dankbarer Auftrag, denn wer kennt die Kollegen besser als Sie? Andererseits begeben Sie sich auf eine Gratwanderung, denn schließlich wird es Ihr Chef sein, der die Abschiedsrede hält. Das heißt: Sie dürfen nicht zu viel Persönliches hineinbringen, müssen die Perspektive Ihres Vorgesetzten einnehmen und die nötige Distanz wahren.

Würdigende Worte zur Verabschiedung

Egal, aus welchem Anlass ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt – zentraler Bestandteil der Abschiedsrede sollten dessen erbrachte Leistungen sein. Führen Sie den Zuhörern die Fähigkeiten des Kollegen bildlich vor Augen. Erinnern Sie an einprägsame Geschehnisse, z. B.:

„Herr Müller hat zum ersten Mal erfolgreiche Kontakte mit den USA geknüpft und damit für uns einen völlig neuen Markt erschlossen. Wer weiß, wo wir heute stehen würden, wenn Sie diesen Coup nicht gelandet hätten.“

Aber auch besondere persönliche Eigenschaften können Sie in der Abschiedsrede erwähnen:

„Gerade in kritischen Situationen war Frau Neureuther immer diejenige, die nach vorn geblickt hat und mit ihrem Optimismus alle anderen mitgerissen hat.“

Für jeden Anlass die passende Abschiedsrede: Jobwechsel

Natürlich müssen Sie beim Verfassen der Abschiedsrede immer im Hinterkopf behalten, warum der Mitarbeiter geht – und welche Konsequenzen für ihn und Ihren Chef daraus erwachsen. Wenn ein Mitarbeiter bei einem anderen Unternehmen nach neuen Herausforderungen sucht, sollten Sie zum einen Ihr Verständnis für diese Entscheidung zeigen, zum anderen aber auch Ihr Bedauern über den Weggang zum Ausdruck bringen:

„Vor allem wenn man jung ist, muss man vielfältige Erfahrungen sammeln. Das gilt in der heutigen Berufswelt mehr denn je. Daher ist es von Ihnen, Herr Molpert, nur konsequent, die Herausforderung bei der NiMa GmbH anzunehmen. Für Ihr neues Aufgabengebiet wünschen wir Ihnen viel Kraft und Durchsetzungsvermögen. Dennoch lassen wir Sie nur ungern ziehen, denn Ihr Weggang hinterlässt eine große Lücke, die wir nur schwer füllen können.“

Die Verabschiedung in den Ruhestand

Ist eine Pensionierung Anlass für eine Abschiedsrede, bietet es sich an, die langjährige Bindung zwischen Unternehmen und Mitarbeiter zu betonen und vor allem die Bedeutung der älteren Kollegen für die Firma herauszustellen. Dabei eignet sich häufig eine Prise Humor, um die emotionsgeladene Situation aufzulockern:

„45 Jahre Arbeit liegen hinter Ihnen, Frau Sommer. Als Sie in unserem Unternehmen begonnen haben, waren die meisten Ihrer Kollegen noch nicht einmal auf der Welt – mich selbst eingeschlossen. Dieser große Schatz an Lebenserfahrung ist es, der uns – neben Ihren fachlichen Qualifikationen – künftig am meisten fehlen wird. Umso glücklicher sind wir, dass Sie sich bereit erklärt haben, uns auch nach Ihrer Pensionierung zur Seite zu stehen und Ihr Wissen in unserem Generationsprojekt an den jungen Nachwuchs weiterzugeben.“

Kein schöner Anlass: Kollegenabschied aus Krankheitsgründen

Gesundheitliche Gründe machen eine Rede besonders schwer. Denn niemand weiß, was die Zukunft bringen wird. Daher sollten Sie versuchen, Hilfe anzubieten:

„Die Gesundheit sollte immer an erster Stelle stehen! Machen Sie sich also keine Sorgen über offene Projekte, sondern konzentrieren Sie sich auf sich und Ihre Familie. In Gedanken werden wir in den nächsten Wochen oft bei Ihnen sein. Bitte melden Sie sich, wenn wir Sie auch mit Taten unterstützen können. Sie wissen, dass wir alle Hebel in Bewegung setzen werden. Zögern Sie also nicht, wenn wir etwas für Sie tun können.“

Seien Sie poetisch – die zehn besten Zitate für die Abschiedsrede

Zitate sind stets ein guter Auftakt für eine Abschiedsrede – vor allem, wenn ein Abschied der Anlass ist. Denn nahezu jeder Mitarbeiter verlässt „sein“ Unternehmen mit ebenso viel Freude wie Wehmut – und auch Ihr Chef sieht sicherlich gleichsam Vor- und Nachteile im Weggang eines langjährigen Angestellten. Eine gute Möglichkeit, dieser Ambivalenz elegant zu begegnen, bieten Zitate:

Ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange darauf freut.
Arthur Schnitzler, österr. Schriftsteller, 1862–1931

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

Hermann Hesse, dt. Dichter, 1877–1962

So lange ich denken kann, gingen die Uhren immer zu schnell.
Marie Luise Kaschnitz, dt. Schriftstellerin, 1901–1974

Wie bei einem Theaterstück kommt es im Leben nicht darauf an, wie lange es dauert, sondern wie gut es gespielt wird.
Lucius Annaeus Seneca, röm. Politiker, Philosoph, Dichter, ca. 4 v. Chr.–65 n. Chr.

Oh wünsche nichts vorbei und wünsche nichts zurück! Nur ruhiges Gefühl der Gegenwart ist Glück.
Friedrich Rückert, dt. Dichter, 1788–1866

Am Abend schätzt man erst das Haus.
Johann Wolfgang von Goethe, dt. Dichter, 1749–1832

Der Besitz macht uns nicht halb so glücklich, wie uns der Verlust unglücklich macht.
Jean Paul, dt. Schriftsteller, 1763–1825

Wir arbeiten nicht nur, um etwas zu produzieren, sondern auch, um der Zeit einen Wert zu geben.
Eugène Delacroix, frz. Maler, 1799–1863

Die größte Kulturleistung eines Volkes sind die zufriedenen Alten.
Japanische Volksweisheit

Bedenke stets, dass alles vergänglich ist, dann wirst Du im Glück nicht zu fröhlich und im Leid nicht zu traurig sein.
Sokrates, griech. Philosoph, ca. 470–399 v. Chr.

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