Weil man sich immer zweimal sieht

Wie Sie (und Ihr Chef) ein Arbeitsverhältnis rechtssicher aber stilvoll beenden

Zwei Menschen schütteln sich im Schatten die Hand
© Jonathan Stutz / Fotolia.com

Das war‘s. Ihr Chef hat die Nase gestrichen voll und kündigt die quälende Zusammenarbeit mit einem schwierigen Mitarbeiter. Oder anders herum: Sie als Assistentin und Sekretärin befreien sich endlich aus einer unguten Zusammenarbeit und kündigen. Auch wenn Sie am liebsten jubeln möchten, denken Sie daran: Man begegnet sich immer zweimal – gerade im Geschäftsleben.

Warum? Weil Sie zum Beispiel von Ihrem ehemaligen Chef eine Referenz oder Empfehlung benötigen. Oder weil Sie sich in einer anderen Firma plötzlich als Dienstleister und Kunde gegenüberstehen. Viele Chefs vergessen zudem, dass sich ein „Rausschmiss“ auch außerhalb ihres Dunstkreises herumspricht.

Eine Kündigung ist immer auch eine Botschaft an die Geschäftswelt

Nicht nur verbleibende Kollegen, sondern auch Mitbewerber und mögliche neue Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner sehen oft genau hin, wie Ihr Vorgesetzter Anstellungen und Geschäftsbeziehungen löst. Schließlich möchte man schon wissen, was einem möglicherweise selbst irgendwann mal blühen könnte. Ein Grund mehr, das Geschäftsverhältnis beiderseits so stilvoll wie möglich zu beenden.

Natürlich müssen Sie im Auftrag Ihres Chefs für einen ungeliebten Mitarbeiter keine große Party schmeißen. Aber wenigstens ein kleines Beisammensein im Team und ein paar Dankesworte für die Zusammenarbeit zeigen souveräne Größe und Format.

Eine Kündigung sollte formell unangreifbar bleiben

Damit rechtlich alles passt, sollte sich Ihr Chef selbstverständlich an die Formalien halten:

  • Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Mündliche Kündigungen sind seit einiger Zeit ungültig. Das gilt übrigens auch für die schriftlich erklärte Bestätigung der mündlichen Kündigung.
  • Verschicken Sie eine Kündigung nie als normalen Brief, sondern übergeben Sie sie persönlich, am besten vor Zeugen. Auch ein Einwurf-Einschreiben ist möglich.

Sie haben gekündigt? So bleiben Sie in guter Erinnerung

Auch wenn Sie gedanklich schon ganz bei Ihrem neuen Arbeitgeber sind, sollten Sie auch in den letzten Arbeitstagen noch Haltung zeigen. Souveräne Mitarbeiterin oder rücksichtslose Egoistin – Sie allein bestimmen, woran sich Ihre Kollegen und Vorgesetzten erinnern, wenn sie an Sie denken.

Beim Ausblick auf Ihren neuen Arbeitsplatz können Sie ein Lächeln kaum zurückhalten? Gut so! Lächeln und freundlich bleiben, egal welche Ereignisse Sie vertrieben haben – das ist schon mal die beste Grundlage für einen souveränen und positiven Abschied.

Mit diesen Tipps fallen Sie in den letzten Arbeitswochen nochmal positiv auf:

  • Bleiben Sie souverän und stehen Sie über widerfahrener Ungerechtigkeit oder schlechten Erinnerungen.
  • Beenden Sie alle Aufgaben, die Sie bereits angefangen haben. Ist das nicht mehr möglich, geben Sie die Arbeiten an eine andere geeignete Person ab, die Sie zuvor natürlich ausführlich instruieren.
  • Pflegen Sie bis zum finalen Tag einen freundlichen Umgangston.
  • Ziehen Sie sich nicht zurück, weil eh schon alles „egal“ ist. Bieten Sie lieber nochmals Ihre Hilfe an bei Aufgaben und Projekten, die Sie bereits abgegeben haben.
  • Hinterlassen Sie Ihren Arbeitsplatz so, wie Sie ihn für sich als Neueinsteigerin wünschen würden.
  • Verabschieden Sie sich in einer kleinen Feierrunde von allen direkten Kollegen und Vorgesetzten persönlich.

Zusatztipp: Dokumentieren Sie Ihr Fachwissen und Ihre Arbeitsabläufe für Ihre Nachfolge. Und listen Sie Ihrem Chef auf, was Sie für Ihre Nachfolge alles vorbereitet haben. So hat er Ihre souveräne Zusatzarbeit zum Abschied Schwarz auf Weiß dokumentiert und als bleibende Erinnerung auf dem Tisch.

Als Krönung bieten Sie Ihrem Chef an, dass ihre Nachfolgerin Sie auch später noch (natürlich nur im Notfall!) anrufen bzw. Ihnen mailen kann, sollten noch brennende Fragen auftauchen.

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