Machtkämpfe: Wie Sie rechtzeitig aussteigen

Machtkämpfe kosten viel Kraft und Zeit. Denn hier geht es in der Regel nicht darum, eine Lösung für ein bestehendes Problem zu finden, sondern es geht nur um die Frage, wer das Sagen hat. Gerade Sekretärinnen geraten oft in solche Konflikte hinein.

Wie entstehen Machtkämpfe?

Jeder Mensch, der Verantwortung trägt, muss auch die Macht haben, im Rahmen dieser Verantwortung zu steuern. Dazu gehört, Maßnahmen ergreifen und Entscheidungen fällen zu können. Macht haben heißt aber nicht, keiner Kontrolle zu unterliegen und tun und lassen zu können, was man will. Es bedeutet, für die getroffenen Maßnahmen und Entscheidungen Rechenschaft abzulegen.

Machtkämpfe finden statt, wenn eine Person einer anderen die Macht offen oder verdeckt streitig macht. Verdeckte Machtkämpfe setzen beide oder alle Parteien enorm unter Druck, ohne dass offiziell darüber gesprochen wird. Spricht jemand das Thema an, wird es meist sehr offensiv geleugnet: „Ganz im Gegenteil, wir arbeiten prächtig zusammen!“

So entziehen Sie sich Machtkämpfen

Konzentrieren Sie sich auf Ihr Gefühl: Entscheiden Sie, ob Sie den Machtkampf annehmen und ihn transparent und öffentlich führen wollen, oder ob Sie ihn lieber gar nicht erst aufnehmen wollen.

Suchen Sie dann das Gespräch mit Ihrem Gegenüber. Sprechen Sie an, dass Sie das Gefühl haben, er will Sie in einen Machtkampf ziehen. Wichtig: Behaupten Sie dies nicht, sondern stellen Sie Ihre Beobachtungen und Gefühle dar. Damit lassen Sie dem anderen eine Hintertür offen, sich noch zurückzuziehen. Sprechen Sie dann Ihre Zuversicht aus, dass Sie gemeinsam eine Lösung finden.

Vereinbaren Sie, wie Sie zukünftig miteinander umgehen wollen. Ihr Ziel sollte sein, dass Sie Ihrem Gegenüber zeitnah mitteilen können, wenn sich bei Ihnen wieder entsprechende Gefühle einstellen bzw. wenn Sie aggressives Verhalten bemerken.

Sorgen Sie weiterhin für Offenheit

Vorsicht: Solange Sie in irgendeiner Weise (mit) dafür sorgen, dass Ihr Konkurrent sich Ihnen unterlegen fühlt oder solange Sie irgendwelche Vorteile aus dem Machtkampf ziehen, etwa, indem Sie Schwächen des Gegners ausnutzen, um ihn auszustechen, sind Sie nicht wirklich aus dem Machtkampf ausgestiegen! Achten Sie also darauf, einen offen getroffenen Friedensschluss nicht „unter dem Tisch“ zu boykottieren. Im „Untergrund“ darf nicht weiter gekämpft werden!

Eine Klärung gelingt Ihnen also nur, wenn die Dinge offen ausgesprochen werden. Das mag Ihnen – je nachdem, welche Grundhaltung Ihnen am nächsten ist – nicht immer ganz leicht fallen. Aber es lohnt sich, solche Lösungswege zu trainieren. Suchen Sie sich einen Gesprächspartner, mit dem Sie die Art und Weise, in der Sie die Dinge in solch heiklen Gesprächen offen legen wollen, einüben können. Je sicherer Sie sich sind, dass für Sie der Weg der Kooperation der bessere ist, umso leichter werden Ihnen solche Gespräche fallen und umso selbstbewusster werden Sie Machtkämpfe beenden können.

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