So wehren Sie sich gegen fiese Gerüchte und üble Nachrede

Büromitarbeiterinnen
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Gerüchte gibt es wohl in jedem Büro. Die Kolleginnen und Kollegen treffen sich am Kaffeeautomat oder Drucker und erzählen sich das Neueste. So weit so harmlos. Doch was, wenn aus Smalltalk plötzlich üble Nachrede wird?

Immer wieder zeigt sich: Klatsch und Tratsch gibt es in allen Firmen und Mitarbeiter in allen Positionen machen mit – die Assistentin und Sekretärin genauso wie mancher Geschäftsführer. Dabei ist die Grenze zwischen netter Unterhaltung zum Herziehen über andere oft fließend. Grundsätzlich sollten Sie immer handeln, wenn Sie sich und Ihr Ansehen geschädigt fühlen: Wehren Sie sich in vier Schritten gegen Gerüchte!

Schritt 1 gegen üble Gerüchte: Distanzieren Sie sich mental

Klar, fiese Gerüchte tun weh. Lassen Sie sich nicht von Ihren verletzten Gefühlen übermannen. Machen Sie sich bewusst, dass glückliche Menschen selten über andere herziehen. Meist sind es die Unsicheren und Unzufriedenen, die Gerüchte verbreiten. Nur so fühlen sie sich wichtig und anerkannt. Denken Sie immer daran: Wer Klatsch und Tratsch für sein kleines Selbstwertgefühl nötig hat, kann Ihnen im Grunde nur Leid tun. Bleiben Sie deshalb ruhig und gelassen.

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Schritt 2: Sprechen Sie den Urheber der Gerüchte an und klären Sie die Ursachen

Bestimmt gibt es in Ihrer Abteilung auch ein paar netten Kolleginnen, die Ihnen gern bei der Suche nach der Quelle der Gerüchte helfen. Finden Sie den Urheber und bitten Sie ihn oder sie zu einem vertraulichen Vier-Augen-Gespräch:

  • Bieten Sie der Person höflich, aber bestimmt die Möglichkeit, die eigene Sichtweise zu erklären.
  • Fragen Sie nach den Gründen für die Gerüchte.
  • Klären Sie Ihre Sicht und zeigen Sie dem Gerüchte-Urheber, wie weit er/sie von der Wahrheit entfernt ist.

Verdeutlichen Sie durch Ihr souveränes Auftreten im Gespräch Ihre Stärke. So machen Sie Ihrem Gegenüber bewusst, dass sein Verhalten Konsequenzen hat und verhindern, dass Sie erneut zum Opfer von Klatsch und Tratsch werden.

Schritt 3: Holen Sie den Chef ins Boot

Bei uneinsichtigen „Klatschmäulern“ bzw. wiederholten Lästereien, helfen meist nur eindeutige Drohungen. Kündigen Sie Konsequenzen an und sagen Sie, dass Sie beim nächsten Mal den Chef oder gleich den Betriebsrat informieren. Und halten Sie Wort. Wenn Sie nur drohen, statt zu handeln, werden die Kollegen Sie am Ende nicht mehr ernst nehmen.

Übrigens hilft Ihnen auch der Gesetzgeber gegen üble Nachrede. Wenn Kollegen über Sie Gerüchte verbreiten oder Sie offen beleidigen, können Sie den betreffenden Kollegen

  • zivilrechtlich auf Unterlassung verklagen bzw.
  • wegen Beleidigung oder übler Nachrede bei der Polizei anzeigen.

So weit muss es nicht kommen, denn Sie können auch eleganter auf Klatsch reagieren.

Ziehen Sie die Gerüchte zum Beispiel einfach ins Lächerliche! Sie stehen über den Dingen und haben keine Lust, sich für irgendetwas zu rechtfertigen? Zeigen Sie Ihren Kollegen, wie abwegig das Gerede ist und lassen Sie die „Klatschmäuler“ einfach auflaufen:

  • Kommentieren Sie das Gerede humorvoll: „Es heißt, ich habe eine Affäre mit unserem gutaussehenden neuen Chef. Ich sehe das mal als Kompliment.“ Oder:
  • Übertreiben Sie einfach maßlos, etwa so: „Natürlich gehen die Männer bei mir ein und aus. Aber Frau Heinz kennt noch nicht mal alle. In Wahrheit sind es Hunderte!? Machen Sie eine kurze Pause und sagen Sie: „Scherz beiseite“

Schritt 4: Beugen Sie künftigem Klatsch vor

  • Meiden Sie engen Kontakt zu bekannten Klatschmäulern und offensichtlichen Lästerern.
  • Distanzieren Sie sich von Klatsch gegenüber anderen und halten Sie sich von typischen Lästerrunden fern.
  • Geben Sie anderen so wenig „Lästerstoff“ wie möglich und meiden Sie Tabu-Themen wie persönliche Probleme, kritische politische Stellungnahmen, Ihre Finanzen oder Ihr Sexualleben.

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