Anrede

Laut DIN 5008 beginnt die Anrede stets unter der Fluchtlinie. Vom folgenden Text müssen Sie sie mit einer Leerzeile abtrennen. Vor der Anrede steht in der Regel der Betreff. Nach der Betreffzeile müssen Sie laut DIN 5008 zwei Leerzeilen setzen. Die DIN 5008 macht keine Angaben, wie Sie die Anrede formulieren sollen.

Formales zur Anrede

Grundsätzliches

Mit der Anrede vor dem Text kommen Sie „ins Gespräch“ mit Ihrem Leser. Entscheidungen werden selten nur über rationale Gesichtspunkte getroffen. Persönliche Beziehung, Vertrautheit, kommunikative Distanz sind wichtige Kriterien. (Beziehung zwischen rhetorischen Distanzzonen und der Vertrautheit zum Leser – s. auch Punkt 1)

Deshalb: Verschenken Sie nicht die Möglichkeiten, mit der Anrede vor dem Text die Beziehungen zum Leser auszugestalten.

Zum Aufbau

Die Zeile beginnt mit der Anrede und wird mit dem Namen (bzw. auch der Funktionsbezeichnung) fortgesetzt.

Zum Beispiel

„Sehr geehrte Frau Dr. Meyer,“

oder auch

„Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,“

Die Anredezeile endet in der Regel mit einem Komma. Am Textbeginn wird demzufolge, wenn ein kleinzuschreibendes Wort steht, kleingeschrieben. In der Schweiz schreibt man ohne Komma nach der Anrede klein weiter.

Die Anrede als Spiegelbild der Distanz zum Leser

Die Standardformeln für viele Briefe lauten:

„Sehr geehrte Frau …,“
„Sehr geehrter Herr …,“

Mit diesen Varianten machen Sie nichts falsch. Allerdings wirkt das Wort „geehrte“ für viele Nutzer bereits veraltet. Der Kunde ist König? Das war einmal. Der Kunde ist Partner! Die Beziehungen zwischen Menschen entwickeln sich. Damit entwickelt sich auch Ihre Sprache. Während „Sehr geehrte“ für großen Respekt, ja fast schon Unterwürfigkeit steht, fassen wir Beziehungen zum Kunden bzw. Geschäftspartner gegenwärtig als Partnerschaft auf. Das spiegelt sich in der verwendeten Sprache (den Anredeformen) wider.

Welche zeitgemäßen Formel der Anrede sind möglich?

  • „Guten Tag, Frau Schulze,“
    (Für eine Geschäftsbeziehung, bei der Sie den Leser Ihres Briefes bereits ganz gut kennen.)
  • „Hallo, Frau Schulze,“
    (Für die E-Mail-Korrespondenz, bei der Sie den Leser bereits kennen.)
  • „Liebe Frau Dr. Schulze,“
    (Für sehr gute und vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen.)

Sie können also ganz bewusst mit den Formulierungen in der Anrede vor dem Text die Distanz zum Kunden darstellen. Die folgende Tabelle zeigt die grundsätzliche Ausdrucksvarianten mit ihrer Distanzwirkung.

Anrede_Distanz
Häufig gestellte Fragen rund um die Anrede
  • Wenn Sie eine offizielle Anrede entschärfen wollen, weil Sie den Empfänger persönlich kennen, schreiben Sie nach der entsprechenden Zeile eine persönliche Anrede handschriftlich
  • Machen Sie den Gebrauch von Anredeformeln vom Anlass Ihres Briefes abhängig. Zum Beispiel bei einer Reklamation: Bleiben Sie offiziell und distanziert.
  • Bei zwei Anreden schreiben Sie am besten untereinander. Der Ranghöhere steht geschäftlich zuerst. Dabei kann es sein, dass die Frau an zweiter Stelle hinter dem Mann steht. Der Mann hat in diesem Fall die höhere Position im Unternehmen. Bei privaten Anschriften steht die Frau an erster Stelle:
Geschäftlich:Privat:
Sehr geehrter Herr Meyer,Sehr geehrte Frau Dr. Meyer,
sehr geehrte Frau Dr. Meyer,sehr geehrter Herr Meyer,
  • Das „sehr“ auf der zweiten Zeile wird kleingeschrieben.
  • Wenn Sie mehrere Personen anschreiben, benutzen Sie offiziell am besten die Formel „Sehr geehrte Damen und Herren,“. Bei vertrauten Verhältnissen setzen Sie die Bezeichnungen der Personengruppe ein. Zum Beispiel: „Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“. Die Schreibung „MitarbeiterInnen“ ist laut Duden nicht erlaubt.
  • In der Anrede vor dem Text werden nur die akademischen Grade „Dr.“ bzw. „Prof.“ vor dem Namen abgekürzt geschrieben.
  • Bei Trägern von offiziellen Titeln, etwa bei Oberbürgermeistern, nutzen Sie die Amtsbezeichung in der Anrede: „Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister“. Diese Bezeichnungen werden nicht abgekürzt. Auf die Angabe des Namens wird verzichtet.
  • Lassen Sie Anredeformeln nicht weg, auch nicht bei E-Mails. Das Weglassen wirkt sehr unpersönlich und unhöflich. Kürzen Sie niemals diese Formen ab.
  • Verzichten Sie auf veraltete Formen, wie „Werte“, „Sehr verehrte“ und Fräulein.
Zusammenfassung

Machen Sie die konkrete Formulierung der Anrede vor dem Text von der Qualität der Beziehungen abhängig. Entscheiden Sie über die Formulierung nach der Distanz zum Leser.

Beispielanschriften, Anreden und Grußformen im Überblick

Im Folgenden finden Sie Anredeformen und Grußformen nach Fallgruppen tabellarisch geordnet. Dabei handelt es sich um häufig frequentierte Fallgruppen und deren grundsätzliche Formen. Selbstverständlich sollten Sie Ihre jeweiligen konkreten Beziehungen berücksichtigen (s. Punkt 1).

Firmen

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Öffentlicher Bereich (Landkreis und Kommunen)

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Vereine, Vereinigungen und Verbände

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Privatanschriften

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