Mit Wertschätzung

für Wohlbefinden am Arbeitsplatz sorgen

Alle Mitarbeiter wollen mehr sein als Leistungserbringer, sie wollen als Mensch mit Herz und Verstand wahrgenommen werden. Für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz braucht es dieses Gefühl: dass man den anderen wichtig ist und gemeinsam an einem großen Ziel arbeitet, zu dem jeder seinen individuellen Beitrag leistet.

Dieses Grundbedürfnis, als Mensch gesehen zu werden, ist einer der wichtigsten Faktoren für gute Arbeit, welcher mit starker Leistungsbereitschaft und hoher Motivation korreliert. Heute wissen wir, Wertschätzung lässt Menschen aufblühen – in Bezug auf ihr Selbstwertgefühl genauso wie in Bezug auf ihr Engagement.

Mit diesen vier Tipps von Referentin Beate Beckmann tragen Sie für sich und Ihre Umgebung maßgeblich zu einem wertschätzenden Miteinander bei.

1) Was schätzen Sie an sich?

Haben Sie auf diese möglicherweise verblüffende Frage einige Beispiele parat? Gut so, denn die Basis für ein wertschätzendes Miteinander ist grundsätzlich eine wertschätzende Haltung sich selbst gegenüber. Nur wer sich selbst achtet, kann auch andere achten. Menschen, die sich selbst wertschätzen und das auch ausstrahlen, tun sich leichter, anderen ebenfalls mit Wertschätzung zu begegnen. Selbstwertschätzung ist der Boden, auf der Anerkennung und Respekt für andere wachsen können.

„Weil ich es mir wert bin…“. Was gönnen Sie sich regelmäßig für Ihr Wohlbefinden und Ihre Ausgeglichenheit? Ob positive Gedanken vor dem Einschlafen, ein regelmäßiger Besuch bei der Kosmetikerin oder schweißtreibender Sport: Nehmen Sie bewusst und täglich Einzahlungen auf Ihr Selbstwertkonto vor. Verbuchen Sie hier auch die Wertschätzung, die Sie durch andere erfahren. Kränkungen durch Mitmenschen, aber auch abwertende oder Minderwertigkeitsgedanken über sich selbst („Die ist viel hübscher als ich…“) können vorkommen und stellen Abbuchungen dar. Das ist in Ordnung, solange Sie dafür sorgen, dass Ihr Selbstwert-Guthaben stets im Haben ist. Gerade im Office-Bereich, in dem Service, Dienstleistung und Unterstützung, ja auch Fürsorge für andere großgeschrieben werden, bedarf es der Selbstfürsorge.

2) Tun Sie einander gut – Wertschätzung als Stress- und Belastungspuffer

Besonders in stressigen Arbeitsphasen und Zeiten hoher Belastung sind soziale Beziehungen Gold wert. Es ist einfach gut zu wissen, „ich bin nicht allein“ oder „andere stehen mir zu Seite“. Auch wenn die Arbeitslast oder der Stress objektiv betrachtet gleichbleiben: zu wissen, man steht nicht alleine da, mindert das subjektive Belastungsempfinden und wirkt wie ein schützender Puffer.

Studien belegen: Soziale Beziehungen sind wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Wertschätzung berührt und verbindet, zudem gibt der Zusammenhalt unter Kollegen Sicherheit. Bieten Sie Hilfe an, unterstützen Sie wo es möglich ist. So können Sie sicher sein, an anderer Stelle selbst vom Beistand der anderen und der Schubkraft des Powertools zu profitieren.

3) Sensibel Verhaltens- und Stimmungsänderungen wahrnehmen

Wertschätzung gilt als menschliches Grundbedürfnis und richtet seinen Fokus auf das wohlwollende Betrachten des anderen in seiner Einzigartigkeit. Wertschätzung kann nicht verordnet, sondern muss täglich neu gelebt werden. Deshalb ist es gut, sensibel für Verhaltens- und Stimmungsänderungen im Arbeitsalltag zu sein.

Alarmsignale können sein: Der morgendliche Gruß kommt genuschelt daher, Worte wie „bitte“ und „danke“ haben Seltenheitswert, Kollegen fühlen sich von Informationen ausgeschlossen, Sozialräume, Waschräume, Teeküchen verdrecken, das Einhalten von Vereinbarungen nimmt ab, die Pünktlichkeit bei Meetings schwindet…

Was aber tun, wenn aus Ihrer Sicht Handlungsbedarf besteht? Verzichten Sie auf Vorwürfe oder Klagen gegenüber Wertschätzungsmuffeln. Bedenken Sie: Wer sich angeklagt fühlt, wird sich kaum für eine Änderung gewinnen lassen. Weisen Sie stattdessen auf positive Erfahrungen hin und verstärken Sie diese. Beherzigen Sie die „VW-Regel“: Anstelle von Vorwürfen formulieren Sie Wünsche: Was sollte anders gemacht werden und wozu ist das nützlich?

4) Wertschätzung in der Kommunikation und im Kontakt

Wir tun gut daran, unsere Aufmerksamkeit auf das Positive und bereits Gelingende zu richten. „Focus on the good stuff“ nennen das Fachleute. Das gilt im besonderen Maße auch für unsere Sprache.

Selbst bei Menschen mit wertschätzendem Blick auf ihre Umgebung kann es gelegentlich vorkommen, dass sie in ihrer Sprache unbeabsichtigt den Fokus auf Defizitäres richten. „Gar nicht übel“ oder „nicht schlecht“ heißt es dann. Doch vermittelt diese Wortwahl tatsächlich Anerkennung? Können hierüber positive Emotionen geweckt werden? Bringen Sie Ihre innere wertschätzende Haltung durch eine klare und positive Wortwahl zum Ausdruck.

Eine gedeihende Kommunikation, die aufrichtiges Interesse an der anderen Person verdeutlicht, wird erreicht durch:

  • Zu- und nicht nur Hinhören,
  • dem anderen die volle Aufmerksamkeit schenken,
  • Blickkontakt halten,
  • nicht schon die nächste Frage oder Antwort überlegen, während der andere noch spricht.

Klatsch und Tratsch sind reizvoll, aber schädlich. Auch wenn Lästern zugegebenermaßen identitätsstiftend, verbindend und entlastend sein kann, widerspricht es dem Anspruch eines wohlwollenden Miteinanders und einer von Wertschätzung geprägten Arbeitsatmosphäre. Idealerweise verzichten Sie deshalb auf jede Form der Lästerei, sei es das negative Sprechen über abwesende Dritte oder nonverbales Augenverdrehen oder Schulterzucken. Orientieren Sie sich an der Empfehlung: Sprechen Sie positiv über Dritte oder lassen Sie es ganz. 

Erweitern Sie Ihr Repertoire an Wertschätzung im Workshop Powertool Wertschätzung. 

Bleiben Sie dran, denn Sie sind Mitgestalter Ihrer Unternehmenskultur.