Marke ICH: So führen Frauen

Souverän eigene weibliche Fußspuren setzen

Führungskraft Frau
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Frauen dürfen Erfolg im Beruf haben, Karriere machen, Führungspositionen bis ganz nach oben besetzen. Doch bislang mussten sie dafür sprichwörtlich in den Fußstapfen der Männer gehen: eine klare Priorität setzen – entweder Beruf oder Familie – und sich männlichen Regeln anpassen. Also kommunizierten sie wie Männer, trafen einsame Entscheidungen, arbeiteten 70 Stunden pro Woche, folgten hierarchischen Regeln. Einzelne Frauen schafften es so sogar bis in die Aufsichtsräte internationaler Konzerne. Heute wollen Frauen auf dem Weg zum beruflichen Erfolg eigene weibliche Fußspuren setzen. Und das ist gut so. Denn gerade jetzt ist die Arbeitswelt grundlegend im Wandel.

Birgit Schiche, Karrierecoach und Gründerin von „Plan B. Schiche – Personalstrategie & Führung“ hat ihre wichtigsten drei Tipps für Sie zusammengestellt:

Tipp 1: Mit Ihrer „Marke ICH“ sichtbar werden

Frauen früherer Generationen warteten bescheiden ab und wollten entdeckt werden. Sie hofften, dass sich Fleiß und Zuverlässigkeit durchsetzen und sie für einen beruflichen Aufstieg qualifizieren würden („Aschenputtel-Syndrom“). Doch die Hoffnung trügt – die „fleißigen Bienchen“ will jeder Chef in seiner Abteilung behalten. Heute sorgen ambitionierte Frauen dafür, dass sie mit ihrer „Marke ICH“ sichtbar werden, also nicht nur mit ihren Erfahrungen, Kenntnissen und Fähigkeiten. Vor allem zeigen sie sich mit ihrer Persönlichkeit, ihren Interessen und Ideen. Sie übernehmen herausfordernde Projektaufgaben, treten mit Präsentationen vor ein Publikum. Sie bauen ihre Aufstiegskompetenz und Fähigkeit zur (Selbst-)Präsentation bewusst aus. Und die modernen Frauen von heute haben erkannt, das Netzwerken nicht nur mit Eigenwerbung oder gar Prahlerei zu tun hat, sondern vor allem mit einer Balance von Geben und Nehmen zum Vorteil aller Beteiligten.

Tipp 2: Ihre Führungsmotivation entdecken

Früher waren Frauen oft unsicher und mussten regelrecht zu einer Führungsaufgabe überredet, quasi „wachgeküsst“ werden („Dornröschen-Effekt“). Heute sollten sich Frauen nicht nur zu Beginn ihres Berufsweges, sondern alle paar Jahre wieder die Frage nach ihrer Führungsmotivation stellen:

  • Wo habe ich schon früh Führungsmotivation bewiesen (z.B. als Klassen- oder Schulsprecherin, Mannschaftskapitänin u.ä.)?
  • Wie denke ich über Macht? Sehe ich vor allem die Gefahr von Machtmissbrauch oder erkenne ich die Chance, etwas zu gestalten?
  • Schrecke ich vor Konflikten eher zurück oder traue ich mir zu, Konflikte auf der Sach- und Beziehungsebene wertschätzend auszutragen (bzw. dies zu erlernen)?
  • Was ist für mich „gute Führung“ und wie kann ich dazu beitragen?

Tipp 3: Nicht abwarten – aktiv mitgestalten

Gerade jetzt ist vieles im Wandel, eine neue Arbeitswelt entsteht. Karriere kann auch ohne Führungsauftrag z.B. in Projekt- und Fachlaufbahnen münden, Führung in Teilzeit erfolgen und attraktive Positionen in Job Sharing besetzt werden. Frauen profitieren von diesem Wandel – und die neue Arbeitswelt profitiert von Frauen in Führung und Gender Diversity. Schauen Sie sich um: Welche Chancen bietet Ihnen die neue Arbeitswelt? Und wo können Sie selbst aktiv mitgestalten? Jetzt ist der richtige Zeitpunkt weibliche Fußspuren zu setzen. 

Birgit Schiche ist auf dem 38. Assistentinnen-Tag als Ansprechpartnerin für Sie drei Tage lang vor Ort. Treffen Sie sie in der „Meet the trainers Lounge“.