Schwierige Gespräche meistern

Interview mit Michael Rossié: So werden Sie zum Profi für konstruktive Gesprächsführung

Artikel Schwierige Gespräche meisternWir haben unseren Kick-Off-Experten und Meister der Rhetorik Michael Rossié gefragt, wie Sie schwierige Gespräche und belastende Büro-Begegnungen in den meisten Fällen zu einem Happy End bringen.

Mit seinen Tipps werden Sie zum Profi für konstruktive Gesprächsführung:

sekretaria: Wie bleibe ich souverän selbst bei schwierigen Gesprächspartnern?
Michael Rossié: Das Einmaleins des Gesprächsklimas liegt in der eigenen Haltung. Als Faustregel für eine erfolgreiche Kommunikation empfehle ich die Maxime: „Ich darf alles verändern, nur den anderen nicht.“ Das heißt konkret: Bevor Sie gedanklich oder sprachlich versuchen, Ihr Gegenüber zu verändern, sollten Sie erst Ihr eigenes Verhalten kritisch untersuchen.

So ist etwa weniger der Satz, sondern vielmehr die Stimme entscheidend, ob Sie ein Gespräch meistern oder nicht. Holen Sie sich zum Beispiel typische Telefonate der vergangenen Monate noch mal ins Gedächtnis. Dabei erinnern Sie sich bestimmt auch an manche Stimmen, bei denen Ihnen nach fünf Minten am Telefon fast das Ohr abfällt.

sekretaria: Warum ist es so wichtig, auf die Stimme zu achten?
Michael Rossié: Sobald unser Gespräch offiziell wird oder wir Produkte oder Dienstleistungen verkaufen möchten, fangen wir an, komisch zu sprechen. Das ist dann nicht mehr authentisch – unser Gesprächspartner registriert das. Mein Tipp: Achten Sie vor allem auf die Betonung. Wenn ein Mensch jedes einzelne Wort aufbläht oder in die Länge zieht, lügt er meist.

sekretaria: Welche Fehler sind typisch in schwierigen Gesprächen und wie kann ich sie vermeiden?
Michael Rossié: Viel zu oft sind wir mit uns selbst beschäftigt und hören nicht zu, was der andere sagt. Doch der Inhalt verteilt sich auf mehrere Gesprächsebenen. So hat jeder Satz eine Sachebene und eine Beziehungsebene. Dabei schieben wir meist den Regler auf der Sachebene hin und her.

In Konflikten geht es oft weniger um das Gesagte, sondern um die verschiedenen Ebenen. Ich empfehle deshalb: Gehen Sie zuerst auf die emotionale Ebene, wenn da ein Konflikt besteht. Erst dann auf die sachliche. Konzentrieren Sie sich im Gespräch nicht auf sich selbst. Versuchen Sie mitzukriegen, was der andere sagt.

sekretaria: Also weil mein Gegenüber mit einer hohen Wahrscheinlichkeit gar nicht zuhört, weil er / sie schon an einer Erwiderung feilt, wende ich diesen psychologischen Kniff an: Erst Emotionen ihren Raum geben, danach meine präferierte Lösung präsentieren?
Michael Rossié: Ja genau! Ihr Gegenüber wird Ihrer Schilderung  der emotionalen Seite zuhören und kann sich noch keine Gegenargumente überlegen, denn er/ sie weiß ja noch nicht, worauf es hinauslaufen soll. Erst anschließend ziehen Sie das Resumee und steigern so die Wahrscheinlichkeit, ein schwieriges Gespräch in Ihrem Sinne zu meistern. 

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