Chef, wir müssen reden

Elegant kontern und mit Humor punkten

Sabine AltenaÄhnlich wie Sie sich z.B. das 10-Finger-System, Fremdsprachen oder Fachwissen beigebracht haben: Elegant und schlagfertig zu kontern kann man lernen. Professionelle Schlagfertigkeit heißt nichts anderes, als dass Sie hemmende Verhaltensmechanismen durchbrechen und aus einem persönlichen Repertoire an Reaktionsmöglichkeiten schöpfen. Die wichtigste Zutat ist Gelassenheit. Lassen Sie sich keinesfalls provozieren. Rufen Sie mental „Stopp!“ Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass so ein geistiges Stoppschild Ihrem Gehirn das Signal gibt, auf Schlagfertigkeit umzustellen. Ist die Attacke besonders fies, können Sie „Einen Moment mal!“ auch laut aussprechen.

Schlagfertige Menschen haben intuitive Antwortmuster entwickelt, die sie zu den beliebigsten Anlässen benutzen können – und dies auch regelmäßig tun. Schlagfertige Worte sollten zudem zu Ihnen passen. Ansonsten werden Sie sich nicht sicher fühlen und hemmen sich eher selbst. Sollten Sie mal ungewollt übers Ziel hinausgeschossen sein – eine Entschuldigung tut meistens Wunder. 

Die besten Techniken der Schlagfertigkeit

Ob mit Humor, Ironie, maßloser Übertreibung, aller gebotenen Ernsthaftigkeit oder schlichtem Schweigen – es gibt die unterschiedlichsten Mittel, um sein Gegenüber dahin zu bringen, wo man es haben möchte. Einteilen kann man sie grob in drei verschiede Kategorien.

1) Die berühmte Retourkutsche

Der Klassiker unter den Schlagfertigkeitstechniken: Auf einen verbalen Angriff folgt ein Gegenangriff.

2) Humor ist Trumpf

Egal welche Situation – hier gilt es, spontan eine witzige Bemerkung zu machen. Sei es, um der Situation die Spannung zu nehmen, um sich selbst elegant aus der aggressiven oder peinlichen Situation zu ziehen oder einfach um des Unterhaltens Willen.  Viele Moderatoren in TV und Radio arbeiten hiermit, genauso der uns allen bekannte „Klassenclown“ (geht im Berufsleben gerne in den Pausenclown über).

3) Fakten, Fakten, Fakten

Manchmal sind Retourkutschen und Humor nicht angebracht – etwa in Meetings, Verhandlungen, Diskussionen, Konfliktgesprächen. Hier gilt es, souverän den eigenen Standpunkt zu vertreten. Wie geht das? Ganz einfach: Vorbereitet sein. Also: Die Fakten kennen, mögliche Szenerien vorher im Kopf durchgehen, Argumente sammeln, sich im Gespräch nicht aus der Ruhe bringen lassen, eventuelle Verbalangriffe ruhig kontern (konzentriert auf die Sache, unabhängig von den Menschen). Diese Schlagfertigkeit ist subtiler, strategischer.

Um die Zügel des Gesprächs aktiv in der Hand zu halten, fokussiert auf unser Ziel, brauchen wir nicht nur klare Antworten, sondern stellen vor allem strategisch kluge Fragen. Wer fragt, führt!

 

Welcher Schlagfertigkeitstyp sind Sie? Testen Sie sich mit unseren Beispielen:

Die „Sie haben Recht-Technik“:
Sind Sie auf Harmonie bedacht, dann drehen Sie verbale Attacken einfach ins Absurde.
Angriff: „Machen Sie schon Feierabend?“
Ihre Reaktion: „Sie haben Recht. Heute Abend feiern wir den Abend – Sie auch?“

Die „Nimm‘s leicht-Technik“:
Als humorvoller Typ betrachten Sie das Witzige an dummen Bemerkungen und gehen nur auf diesen Aspekt ein:
Angriff: „Ihre neue Handtasche sieht ganz schön teuer aus.“
Ihre Reaktion: Sagen Sie lächelnd „Aber hallo. Dafür musste ich meine Diamanten in Zahlung geben.“

Die „Überhör-Technik“:
Gehören Sie zu den ruhigen Menschen, überhören Sie den verbalen Angriff. Behalten Sie aber das letzte Wort. Lassen Sie Ihr Gegenüber einfach ins Leere laufen:
Angriff: „Da sind Sie ja endlich! Ich habe schon mehrfach versucht, Sie zu erreichen.“
Ihre Reaktion: „Guten Morgen, Frau Zander. Wie kann ich Ihnen helfen?“

Die „Detail-Technik“:
Sind Sie der direkte Typ, lassen Sie fiese Spitzen auflaufen, indem Sie auf Details bestehen:
Angriff: „Frau Heimer schafft das aber schneller.“
Ihre Reaktion: „Was genau geht Ihnen zu langsam? Sagen Sie mir bitte ein Beispiel.“

Die „Gegenfragen-Technik“:
Reagieren Sie schnell emotional? Gewinnen Sie mit Gegenfragen Zeit und beruhigen Sie sich:
Angriff: „Was haben Sie schon erreicht!“
Ihre Reaktion: „Fragen Sie, wie viele Projekte ich geleitet habe? Oder fragen Sie, wie viele Projekte ich erfolgreich abgeschlossen habe?“

Übrigens: Diese Tipps stammen von Sabine Altena, der Rhetorikexpertin, die viele von Ihnen von den Assistentinnen-Tagen kennen. Buchen Sie ihr Seminar oder einen der anderen 20 kurzweiligen Workshops mit Langzeitwirkung hier.