Im Gespräch mit Tobias Schrödel

Tobias SchrödelInterview mit Tobias Schrödel, als IT-Sicherheitsexperte und Datenschützer, bekannt aus stern TV, WISO und Explosiv.

Herr Schrödel hält auf dem Assistentinnen-Tag vom 01.-03. Juni 2016 seinen Impulsvortrag „Hacking für Assistentinnen“.

sekretaria.de: Herr Schrödel, wir fiebern bereits dem nächsten Assistentinnen-Tag entgegen, auf dem Sie extra für uns den Impulsvortrag „Hacking für Assistentinnen“ halten. Lassen Sie uns daher über das Jahr 2016 und Vorsätze sprechen.
Sie sind als Deutschlands erster Comedy-Hacker oder auch lustigster Datenschützer bekannt. Hatten Sie jemals den Vorsatz, beruflich etwas ausgefallenes zu machen?

Schrödel: Nein, ich wollte nur immer einen Job machen, der mir Spaß macht. Abends zu denken, Mist … Tag schon vorbei. Und morgens am besten: Geil, jetzt geht’s los! Und den Job hab’ ich jetzt.

sekretaria.de: Welche Neujahrsvorsätze hat ein Datenschützer, privat und beruflich? Darf man schlechte Vorsätze haben? Oder vielleicht gar keine?

Schrödel: Für meine Hacker-Vorträge hoffe ich natürlich, dass es auch im neuen Jahr wieder neue Sicherheitslücken gibt, die ich dann vorführen kann. Ich hoffe also, dass den „Bösen“ immer wieder was Neues einfällt. Das heißt natürlich im Umkehrschluss, dass es auch Opfer geben muss. Aber einen Vorsatz wie „Ab Mitternacht ändere ich mein Leben“ habe ich nicht.

sekretaria.de: Wie erleben Ihre Freunde und Familie Sie? Trauen die sich überhaupt noch, in Ihrer Gegenwart mit einem webfähigen Gerät umzugehen?

Schrödel: (lacht) Oh ja, natürlich. Die wissen ja, dass ich auch mal Feierabend mache – wenn auch selten. Aber sie brauchen auch keine Angst haben, denn ich respektiere deren Privatsphäre so wie sie meine. Vertrauen ist hier wichtig, auch wenn das im Bereich IT-Sicherheit bei Wirtschaftsspionage so ziemlich das Letzte ist, worauf man sich verlassen sollte.

sekretaria.de: Wir mutmaßen, Sie haben als Kind viele Folgen MacGyver gesehen, oder wie kommt man auf die Idee, aus einer Chipsdose eine Abhörvorrichtung zu machen?

Schrödel: Ich bin heute noch ein Serien-Junkie. Und ja, MacGyver hat sicherlich unterbewusst dazu beigetragen, dass ich versucht habe mit ungewöhnlichen Mitteln Systeme zu knacken. Denn: je ungewöhnlicher etwas ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass die Entwickler daran gedacht haben, ihr System genau dagegen auch zu schützen. Die Chipsdose ist da nur eine logische Konsequenz.

sekretaria.de: Was sind Ihre drei wichtigsten Tipps in Sachen Datenschutz für unsere Lesserinnen?

Schrödel: Sichere Passwörter verwenden – ich zeige, wie! Dann auch mal Bluetooth und WLAN am Handy abschalten – also Angriffsfläche wegnehmen. Und letztens noch: Augen auf, Bauchgefühl an. Wenn Ihnen am PC etwas komisch vorkommt oder da was steckt, was Sie nicht kennen, lieber einmal zu viel bei der EDV nachfragen, als einmal zu wenig. Eine gute IT-Abteilung wird Ihnen dafür nicht böse sein. Denn: Sie sollen nicht deren Job machen, aber Sie sind eine wunderbare Hilfe, wenn Sie auf Ungereimtheiten hinweisen. Prüfen tun die das schon selber.

sekretaria.de: Was ist Ihre Prognose in Sachen Datenschutz für 2016 und darüber hinaus?

Schrödel: (denkt einem Moment nach) Ich habe noch Arbeit für mindestens 100 Jahre und … in 2016 wird die Erpresser-Software, die Bilder und Dateien verschlüsselt und erst gegen Lösegeld wieder freigibt, massiv auf Smartphones übergreifen. Das wird dem ganzen eine neue Dimension geben.

sekretaria.de: Was sagen Sie Kritikern, die meinen, Datenschutz sei eine Trendsau, die durchs globale Dorf getrieben wird?

Schrödel: Einmal selbst zum Opfer geworden, wird sich deren Einstellung ändern. Mit kleinen Tricks macht man sich Hackern gegenüber aber so unattraktiv machen, dass es den Nachbarn oder Kollegen erwischt. Da darf man ruhig mal Kollegen-Schwein sein.

sekretaria.de: Herr Schrödel, wir danken fürs Gespräch und freuen uns auf Sie im Juni in Dresden.

 

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