1. Sibylle

    Für mich ist Duzen ein Ausdruck von Vertrautheit. Vielleicht bin ich ja altmodisch, aber fremde Menschen zu Duzen, die dann auch noch mein Vorgesetzter sind, widerstrebt mir. Ich habe auch schon in solchen Teams gearbeitet und festgestellt, dass es dort mehr unterschwellige Konflikte gibt als anderswo, das Klima war geprägt von scheinheiliger Oberflächlichkeit.

  2. Stefanie Schönfelder

    Ich finde es gut, dass ich wählen kann, mit wem ich per Du sein will. Es passt einfach nicht bei jedem – und ich will auch nicht von jedem einfach geduzt werden. Außerdem ist es ja ein schönes Gefühl, vom Sie zum Du überzugehen.

    Gerade vor Kunden/ Patienten/ Klienten…, die vielleicht auch eine Beschwerde vortragen, ist das Sie professioneller. In solchen Momenten wechsle ich sogar zum Sie bei Kollegen, die ich sonst duze. Auch ist es nicht professionell, wenn die Krankenschwestern unsere Ärzte vor Patienten duzen, da haben unsere Patienten weniger Vertrauen zu den Ärzten.

    Ein Du oder Sie ist für mich nicht ausschlaggebend für ein gutes Betriebsklima – vielmehr der Respekt, der gute Umgang und eine Herzlichkeit sind wichtig. Das klingt vielleicht konservativ, aber das sind meine Lebenserfahrungen als 37jährige, die auch schon in einem Du-Unternehmen gearbeitet hat.

    Einmal wollte mich jemand einfach duzen; es war so ein tolles Gefühl, das abzulehnen, weil ich von diesem Menschen einfach nicht geduzt werden wollte – das war mit 21 und ich bin heute immer noch stolz drauf, meine persönliche Grenze gezogen zu haben. Ganz klar: Ein Du oder Sie ist nicht ausschlaggebend für das Betriebsklima, dafür zählen ganz andere Werte.

    Zum Abschluss noch die Worte meines Opas zu diesem Thema: „Man sagt eher „Du Arschloch“ als „Sie Arschloch“!“ sowie ein Link zu einem tollen, amüsanten Lied von Annett Louisan zu diesem Thema.

    Viel Spaß beim Hören:
    https://www.youtube.com/watch?v=_nhFQdwAKN8

    bzw.

    http://www.songtexte.com/songtext/annett-louisan/die-siezgelegenheit-13cde169.html

  3. Cathleen

    Ich möchte gern selbst entscheiden zu wem ich Du sagen möchte.
    Auch wenn man bei Sie ist kann man einen lockereren Umgangston haben und auch mal privates erzählen. Hierfür benötige ich kein Du. Ich denke auch das es einfacher ist Dinge die einen stören mit einem Sie anzusprechen als mit einem Du.
    Ich bin mit meinem Chef per Sie und es stört uns nicht bei einer vertrauensvolle Zusammenarbeit.
    Besonders schwierig finde ich es wenn eher steife Unternehmen jetzt auf „cool“ machen wollen und beschließen dass sich ab jetzt alle duzen. Wie soll das denn funktionieren? Stellt man sich vor man arbeitet 10 Jahre in einem Unternehmen und war mehr beim Sie und jetzt auf einmal heißt es alle sind per Du. Klar kann das gutgehen, aber es muss eben nicht. Auch zum Du in der Geschäftswelt gehören einige Spielregeln die oft auch nicht beachtet werden.

  4. Bea S.

    Ich arbeite in einer amerikanischen Firma mit Sitz in Deutschland. Hier ist es normal sich zu duzen, da es das Sie im englischen ja nicht gibt.
    Und es gibt wohl einen Unterschied zwischen du und du. Natürlich duze ich meinen Chef, aber anderes, als die Kollegen. und ja, untereinander reden wir deutsch.
    Hier lernt man das du nicht einfach du ist.
    Ich finde es toll, es fühlte sich gleich von Tag 1 an, als wenn man schon ewig dazugehört und nicht der Frischling ist. Ich finde es gut, die Arbeit macht einfach mehr Spaß und ist von Anfang an effizienter.

  5. Kati

    Ich teile die vorangegangenen Meinungen. Die moderne „Duz“-Kultur hat leider etwas sehr oberflächliches – und sagt überhaupt nichts über das Betriebsklima aus, das ist wirklich erst mal nur „Schein“…Beziehungen und gutes Klima entstehen nicht durch Duzen oder Siezen, sondern durch Empathie, soziales Verhalten, Benehmen und gegenseitigen Respekt.

  6. Nastassia

    Ich schließe mich meinen Vor-Schreiberinnen ebenfalls an. Diese „Duz“-Kultur funktioniert vielleicht in jungen, innovativen Firmen oder Konzernen, in den es sonst auch keine Fragen in Sachen Büro-Knigge, Kleiderordnung o. Ä. gibt. Bei uns (Finanzinstitut u. Immobilien) wird auf diese Dinge jedoch Wert gelegt; obgleich sich natürlich sehr viele Kollegen – da sie sich schon lange kennen – duzen, schwenken auch die um, wenn ein Externer/fremder Dritter im Gespräch dazu kommt oder dabei ist.
    Vor einiger Zeit wurde eine neue Kollegin eingestellt. Bei jedem Kollegen, zu dem sie arbeitsbedingt Kontakt aufnehmen musste, hat sie das Du regelrecht aufgedrängt. Die meisten haben es geschehen lassen, so überrumpelt und verdutzt waren sie. Ich habe diese Kollegein dann einmal gefragt, warum sie das denn mache, obwohl sie die Leute doch noch gar nicht kennt und sie außerdem noch die (viel) Jüngere sei. Sie antwortete nur mit einem Grinsen, dass man so besser Druck ausüben könne, wenn es sich persönlicher (dem Anschein nach) reden läßt. Ergo: ein falsches Spiel 🙁

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