Don’t speak Denglisch

Tanja Bögner

Committen, performen, storytellen, delivern und das alles möglichst ASAP! Alles klar? Heutzutage gehört es zum guten Ton, mit „denglischen“ Begriffen nur so um sich zu werfen. Statt eines festen Abgabetermins soll nun die „task zeitnah erledigt“ werden. Und dabei soll auch noch möglichst achtsam und nachhaltig geführt werden.

Doch diese Sprache ist alles andere als sympathisch und authentisch. Das haben jetzt Psychologen der Universität Erlangen in einer Studie herausgefunden.

Keine gekünstelten Wirtschaftsbegriffe

Es wurde verschiedene Versuche durchgeführt, unter anderem auch, welchen Eindruck die denglische Business-Sprache bei den Zuhörern hinterlässt. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Nur die klaren und präzisen Texte ohne Schnörkel und Beschönigungen kamen bei den Probanden glaubwürdig und sympathisch an. Zudem kamen die Vortragenden bei einer Rede ohne Phrasendrescherei und künstliche Sprache professioneller und kompetenter an.

Die Studie rät daher Rednern und Führungskräften, die Dinge lieber ganz klar beim Namen zu nennen. Wer eine einfache und verständliche Sprache für alle Zuhörer verwendet, der begegnet seinem Gegenüber zudem auf Augenhöhe und trägt letztendlich zu mehr Ehrlichkeit und gegenseitigem Respekt bei.

Was war der letzte denglische Ausdruck, den ihr gehört habt?

Ich freue mich auf eure Kommentare und wünsche euch eine schöne Woche mit toller Performance!

Eure Tanja

  1. Bianca Neubert

    Hallo und guten Tag, liebe Tanja,

    das war ein sehr erfrischender Beitrag, den ich mit großem Genuss gelesen habe. Der letzte meines Erachtens unpassende Ausdruck, der mit unterkam, war kürzlich auf einer privaten Einladungskarte zu einer Silberhochzeit „Kleiderordnung: casual business“. Wenn ich bedenke, dass zu diesem Event (Anlass 😉 ) auch ältere Herrschaften, wie Tanten und Onkel, geladen werden, die der englischen Sprache überhaupt nicht mächtig sind, finde ich dies SEHR unpassend.
    Ihnen, liebe Tanja, wünsche ich gemütliche Stunden an den Feiertagen und für 2017: Machen Sie weiter so!
    Herzlichst
    Bianca Neubert

  2. Diana Altenkirch

    Auweia, die Dinge klar und verständlich beim Namen nennen – bloß nicht, sonst kommt noch jemand und nagelt mich darauf fest: Sie haben gesagt…Und dann muss ich Verantwortung übernehmen, eventuell sogar handeln, Stellung beziehen, usw. wie furchtbar. Lieber drumrum reden, dann kann ich auch rausreden und am Besten so, dass mein Gegenüber immer im Zwrifel bleibt, was ich den hätte sagen wollen, wenn ich gewollt haben würde und je mehr denglisch ich dabei verwende, desto größer due Verwirrung, Unsicherheit, etc. und schließlich: mein Gegenüber soll ja auch erfahren, dass ich es besser weiß, besser gebildet bin und eine entsprechende Position dieserhalb habe. Nix Augenhöhe, wo kommen wir da hin…:))

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