1. Bille

    Möblierte Wohnung statt Hotelzimmer:
    Dies ist ein schlimmer Trend, der weltweit in begehrten Großstädten das Wohnen in der Stadt für die einheimische Bevölkerung unmöglich macht. Jeder, der eine solche Wohnung anmietet, unterstützt diese Entwicklung. Es gibt genug Hotels!

    1. Homelike

      Liebe Bille,
      die Zweckentfremdung von Privatwohnungen als Ferienunterkünfte ist sicher problematisch. Wie der Artikel jedoch anspricht, geht es hierbei vor allem um Aufenthalte ab einem Monat und länger. Die Kosten für Hotelzimmer sind dafür meist horrende: bei 80 € pro Nacht sind es z.B. 2480 € pro Monat. Hotels sind für so lange Aufenthalte einfach nicht geschaffen. Langzeit-Geschäftsreisende leben bei einem Aufenthalt von einem, zwei oder fünf Monaten im Grunde auch in der jeweiligen Stadt, sie haben nur nicht die Möglichkeit, ihre eigenen Möbel mitzubringen.

      Kritischer ist dagegen ist die Untervermietung von Privatwohnungen z.B. durch Airbnb zu sehen: Diese Wohnungen sind ursprünglich für die reguläre, unmöblierte und damit auch verhältnismäßig kostengünstige Vermietung vorgesehen und werden dem Wohnungsmarkt durch Kurzzeitvermietung so entzogen. Ich denke, dass der Artikel in dieser Hinsicht etwas missverständlich formuliert wurde. Ich hoffe trotzdem, dass ich die Situation des möblierten Wohnungsmarkts etwas besser verständlich machen konnte!

  2. Bernadette Eck

    ich sehe das auch sehr kritisch. Ich habe das dieses Jahr in Rom von unserer sehr versierten Reiseleiterin erfahren. „Normale“ Bürger können sich keine Wohnung in der Stadt mehr leisten, da die Vermietung der ganzen Wohnung an Geschäftsreisende /Urlauber wesentlich mehr Einnahmen bringt. Kleinere Familienhotels müssen schließen. Eine ganz schlimme Tendenz, die Innenstädte verlieren ihren besonderen Charme. Sie sollten Ihren Beitrag überdenken.

    1. Homelike

      Liebe Frau Eck,

      die Problematik um den Wohnungsmarkt in Großstädten, die gleichzeitig große Touristenziele sind, ist real und sollte nicht heruntergespielt werden. Wie aber oben schon angesprochen, sind Bewohner von möblierten Wohnungen oft keine Touristen sind, sondern vielmehr vorübergehende Einwohner einer Stadt.

      Für Kurzzeitaufenthalte sind Hotels, gerade auch kleine Familienhotels, ideal! Für Langzeit-Geschäftsreisende sind Hotels sind in diesen Situation aber deutlich zu teuer (oft 2000-3000 € im Monat) und bieten ohne Kochmöglichkeiten nicht den richtigen Wohnstandard. Möblierte Apartments, die mit regulären Mietverträgen für einen Monat oder länger vermietet werden, sind jedoch Teil des Wohnungsmarktes.

      Hinzu kommt, dass ein großer Teil der Apartments, v.a. Serviced Apartments, von Hotels selbst betrieben wird. Kleine Familienhotels sehen sich mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, u.a. auch dem Preisdruck und dem kostspieligen Marketing von großen Hotelketten. Gerade in Touristenhochburgen gehört die Vermietung von möblierten Wohnungen an Langzeit-Geschäftsreisende aber nicht zu den großen Bedrohungen dieser Familienhotels. Eine Gefahr bedeuten vielmehr Sharing Economy-Plattformen wie Airbnb, die die private Untervermietung, oft für kurze Zeiträume, erlauben. Ich hoffe, das konnte die Situation des Marktes für möblierte Wohnungen etwas besser erläutern als dieser Artikel!

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