Diese digitale Entgiftungskur wird Ihnen gut tun

Digitale Entgiftungskur
© Sandra Knopp / Fotolia.com

Sie sind im Urlaub, auf Reisen oder schlicht im Wochenende. „Erreiche ich Sie denn dann per Handy, WhatsApp, Skype oder im Facebook-Chat?“ Als Sekretärin und Assistentin antworten Sie auf diese Frage ab jetzt lieber mit nein. Denn mit einer radikalen digitalen Entgiftungskur arbeiten Sie ausgeglichener und erfolgreicher.

Nach Feierabend, in der Freizeit oder im Urlaub: Schalten Sie ab! Vor allem Ihr Handy, Laptop, Tablet und Internet. Die ständige Erreichbarkeit, das dauernde Checken von Mails, Nachrichten, Facebook-Status und Co. macht krank, das ist mittlerweile bewiesen:

  • Haltungsschäden, Rücken- und Kopfschmerzen vom ständigen Nach-unten-gucken sind nur der Anfang.
  • Das körpereigene Reiz-Verarbeitungs-System läuft rund um die Uhr auf Höchstleistung.
  • Viele Menschen schlafen nicht mehr richtig durch, weil sie sogar nachts regelmäßig Ihr Handy checken.
  • Der Hormonhaushalt und der Abbau von Stresshormonen im Gehirn werden durcheinandergewirbelt. Unser Körper kann sich nicht mehr richtig regenerieren. Eine Studie der American Academy of Pediatrics zeigt, dass diese Auswirkungen bereits bei Kindern zu beobachten sind.

„Digital detox“ – die Amerikaner machen’s vor

In Kalifornien wird das Camp Grounded immer beliebter, eine Mischung aus Zeltlager, Entziehungskur und Selbstfindungstrip: Hierbei sammeln Mitarbeiter in Seuchen-Schutzanzügen alle elektronischen Geräte ein, sperren sie in ein „Dekontaminations-Areal“ und geben sie erst nach dem dreitägigen Camp wieder an die Besitzer zurück. Das Ganze kostet stolze 600 Dollar und soll den Teilnehmern die wertvolle Erfahrung liefern, einfach nur „sie selbst zu sein“.

Weg mit dem, was krank macht! So funktioniert Entgiften mal anders

So eine digitale Entgiftungs-Kur geht natürlich auch einfacher und völlig gratis. Die folgenden drei Schritte bringen Sie auf den richtigen Weg:

1. Schritt: Gestehen Sie sich Ihre Abhängigkeit ein.
Sie haben sofort das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn Sie Ihren Posteingang oder Ihr Facebook-Profil etc. nicht ständig prüfen? So hart es klingt, aber dann sind Sie abhängig. Werden Sie sich Ihrer dessen bewusst. Egal ob Zigaretten oder Handy – bei jeder Abhängigkeit ist Selbsterkenntnis der erste Schritt zur Besserung.

2. Schritt: Enttarnen Sie den Mythos vom Zeitsparen.
All diese High-End-Prozessoren, superschnellen DSL-Leitungen und hochauflösenden LC-Displays sparen Ihnen keine Zeit, sie fressen sie. Denn anstatt die Chef-Präsentation vorzubereiten, surfen wir lieber auf Facebook. Anstatt im echten Leben Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen, spielen wir lieber Doodle Jump. Anstatt einen Sonnenuntergang zu genießen, posten wir lieber Bilder davon auf Instagram.

3. Schritt: Werden Sie sich der Menschen um Sie herum wieder bewusst.
Stehen Sie von Ihrem Bürostuhl auf und gehen Sie zu Fuß zu Ihrem Kollegen in der Nachbarabteilung, anstatt ihm im Chat zu schreiben. Treffen Sie sich wieder zum Mädelsabend in Ihrer Lieblingskneipe oder überraschen Sie Ihre Mutter mit Blumen.

Diese 10 Tipps helfen Ihnen, Abstand zu Handy & Co. zu bekommen

  1. Verbannen Sie Handy, Tablet, PC und Co. aus Ihrem Schlafzimmer.
  2. Stellen Sie einen analogen, klassischen Wecker (mit Ziffernblatt) auf Ihr Nachtkästchen und lassen sich morgens von ihm statt von Ihrem Handy wecken.
  3. Genießen Sie Ihren Kaffee/Tee morgens ganz pur, also ohne Technik in der Hand und nehmen Sie sich die Zeit, Ihre To-dos des Tages in Gedanken durchzuspielen.
  4. Legen Sie genaue Online-Zeiten fest, zu denen private E-Mails checken, per Handy, SMS, WhatsApp etc. erreichbar oder in den sozialen Medien unterwegs sind.
  5. Entrümpeln Sie Ihre Social Media-Kontakte und löschen Sie alle Personen aus Ihrer Freundschaftsliste, mit denen Sie im echten Leben noch nie gesprochen haben.
  6. Brauchen Sie wirklich WhatsApp, Facebook, Linkedin und Instagram gleichzeitig? Löschen Sie wenigstens eine Social Media-App von Ihrem Handy.
  7. Fokussieren Sie Ihren Blick auf eine Tätigkeit und erledigen Sie diese mit voller Aufmerksamkeit. Telefonieren und gleichzeitig Surfen sind tabu.
  8. Lesen und beantworten Sie geschäftliche Nachrichten zeitnah während Ihrer Arbeitszeit – aber nicht mehr in Ihrer Freizeit.
  9. Verlassen Sie nach Feierabend den Rechner und aktivieren Sie die Abwesenheits-Notiz-Funktion von Outlook/Ihres E-Mail-Accounts.
  10. Kaufen Sie wieder mal im Offline-Handel ein mit persönlicher Beratung und echten Menschen, statt im Internet auf „Bestellen“zu klicken.

Übrigens: Ihr Chef hat keinen rechtlichen Anspruch auf Ihre ständige Erreichbarkeit!

Auch wenn Ihnen Ihr schlechtes Gewissen etwas anderes einflüstert: Ihr Chef hat keinen Anspruch auf Ihre ständige Erreichbarkeit in Ihrem Urlaub oder Ihrer Freizeit. Auch wenn Sie „nur schnell mal“ antworten sollen. Vereinbaren Sie deshalb mit Ihrem Chef, dass er Sie nur im absoluten Notfall kontaktiert.

Oder wenn es um Projekte geht, bei denen Sie auch in Abwesenheit auf dem Laufenden bleiben möchten: Verabreden Sie feste Zeiten, zu denen Sie mit Ihrem Chef, dem Kollegen oder Ihrer Vertretung telefonieren (zum Beispiel mittwochs, zwischen 17 und 18 Uhr). Alle anderen Zeiten sollten tabu bleiben.

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