Team-Coach Sabine Asgodom

Teamwork für Assistenzen

Interview mit Sabine Asgodom

sekretaria.de: Frau Asgodom, Ihr Thema bei uns heißt „Anpfiff und los“ – lassen Sie uns gleich loslegen. Was können Assistenzen vom Fußball über Teamwork lernen?

Sabine Asgodom: Ein Team braucht ein Wir-Gefühl! Es können noch so viele Super-Spezialisten in einer Mannschaft sein – wenn das Zusammenspiel nicht stimmt, gibt es auch keine guten Ergebnisse. Das traumhafte Verständnis für die Spielweise der anderen muss da sein, ein tiefes Vertrauen und eine aktive Kommunikation „auf dem Platz“, nicht hinterher und hintenrum.

sekretaria.de: Was kann ich als Assistenz konkret tun, um mehr Wir-Gefühl aufkommen zu lassen? Welche Eckpunkte muss ich für solch eine Strategie beachten?

Sabine Asgodom: Die meisten Assistentinnen sind die empathischen Social Manager in Abteilungen und Unternehmen. Sie spüren meist als erste, wenn die Stimmung kippt, wenn es Unzufriedenheit und Murren gibt. Sie können in Gesprächen Wogen glätten und mit Hinweisen ihren Führungskräften hilfreiche Tipps geben. Die Drehscheibe Sekretariat ist offen nach allen Seiten und die Kommunikationszentrale der Abteilung.

sekretaria.de: Was ist ein richtiges No-Go im Team?

Sabine Asgodom: Was jedes Team schwächt, sind Cliquenbildung und Ausgrenzung, wenn nicht miteinander geredet wird – sondern übereinander. Was Unmut im Team erzeugt, ist die unterschiedliche Behandlung der Team-Mitglieder und Ungerechtigkeit. Wenn sich also ein vermeintlicher „Star“ alles herausnehmen darf.

sekretaria.de: Welches sind die häufigsten Herausforderungen für Assistenzen, die ein Team zusammenhalten sollen?

Sabine Asgodom: (schmunzelt): Das werde ich regelmäßig gefragt! Das allerwichtigste ist, dass der „Trainer“, also Chef oder Chefin hinter der Assistentin steht. Ohne Rückendeckung wird es ihr schwerfallen, eine wichtige Rolle im Team zu übernehmen. Da sie keine Vorgesetztenfunktion hat, muss allen klar sein, dass sie im Auftrag der Führungskraft agiert. Das ist wie ein Fitnesstrainer in einer Fußballmannschaft, der die Spieler nur zum Laufen bringt, wenn der Cheftrainer ihm die Vollmacht erteilt.

sekretaria.de: Sie haben letztes Jahr in einem Interview gesagt „Wer im Beruf unzufrieden ist, sollte sich Alternativen überlegen, mit dem Vorgesetzten reden oder einfach die Klappe halten.“ Aber so einfach ist es doch oft nicht?

Sabine Asgodom: Leider doch. Die Amerikaner nennen es: Love it, change it or leave it. Unternehmen brauchen Mitarbeiter/innen, die freiwillig und engagiert ihre Arbeit machen. Und wer sich dort nicht mehr wohlfühlt, sollte sich eine andere Stelle suchen. Wer sich über bestimmte Dinge ärgert, sollte versuchen, etwas zu ändern, zum, Beispiel durch offene Gespräche. Und wer nicht gehen will, wer nichts ändern möchte, darf auch nicht motzen. Dann heißt es, annehmen was ist und sein Bestes geben. Ich sehe die Rolle der Assistentin auch darin, mit Mitarbeitern im Team ein klares Wort zu reden.

sekretaria.de: Sie sind ja nicht nur eine der bekanntesten Speaker, Coaches und Autorinnen Deutschlands, Sie waren auch eine der ersten Fußballschiedsrichterinnen. Was raten Sie Frauen, die – egal auf welchem Gebiet – Neuland betreten wollen?

Sabine Asgodom: (lacht): Machen Sie sich klar, dass Männer nur starke, souveräne Persönlichkeiten akzeptieren. Bist du zu schwach, tanzen sie dir auf dem Rücken herum. Auf dem Fußballplatz hilft die Pfeife, um Autorität zu bekommen. Im Beruf ist es der aufrechte Gang und eine klare Haltung. Weinerlichkeit und Empfindlichkeit sind fehl am Platz. Also Mut und Männern sagen, wo es lang geht!

sekretaria.de: Danke Frau Asgodom! Wir freuen uns auf Sie beim Assistentinnen-Tag im Juni in Mainz!

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