i. A. – i. V. – ppa.

i. A. – i. V. – ppa. sind Abkürzungen für verschiedene Vollmachtsformen und werden in der DIN 5008 behandelt. Dort ist geregelt, an welcher Stelle im Geschäftsbrief die Unterschriftenzusätze stehen sollen und welche Unterschriftsvollmachten es gibt. Im folgenden Beitrag geht es dagegen darum, wofür die Abkürzungen i. A., i. V. und ppa. stehen und welche Bedeutung sie im geschäftlichen Schriftverkehr haben. Sie dürfen die Kürzel nämlich nicht nach Belieben verwenden.

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Sie zeigen rechtlich verbindlich an, welche Vollmachten der Unterzeichner im Unternehmen hat. Setzen Sie die Abkürzung ppa. oder eine ihrer Verwandten falsch ein, kann das ernsthafte Konsequenzen haben. Eine betriebliche Unterschriftenregelung schützt vor solchen folgenschweren Irrtümern – aber natürlich nur, wenn sich alle Kollegen an die Vorgaben für die Verwendung der Abkürzungen halten. In diesem Artikel erfahren Sie, wann i. A., i. V. und ppa. als Abkürzung im Geschäftsbrief eingesetzt werden dürfen.

i. A. – i. V. – ppa.: Kennen Sie die Bedeutung?

Wenn ein Unternehmen eine gewisse Größe erreicht hat, kann die Geschäftsleitung nicht mehr alle Schriftstücke selbst unterzeichnen. Dann bedient sich die Geschäftsleitung der Vollmacht (§§ 164 – 181 Bürgerliches Gesetzbuch – BGB).

Durch die Erteilung der Vollmacht erhalten Mitarbeiter zu bestimmten Geschäften die Erlaubnis (Innenverhältnis) und die Möglichkeit namens und im Auftrag des Unternehmens für dieses rechtlich verbindliche Verträge zu schließen. Man unterscheidet folgende Arten der Vollmacht:

  • Prokura
  • Gesamtvollmacht
  • Art- /Gattungsvollmacht
  • Einzel- /Sondervollmacht

Durch die verschiedenen Unterschriftenzusätze und die Eintragung einer Prokura ins Handelsregister können auch Außenstehende (beispielsweise Ihre Lieferanten und andere Geschäftspartner) erkennen, welcher Art die Vollmacht eines Mitarbeiters ist. Üblicherweise werden die Abkürzungen ppa., i. V. und i. A. als Unterschriftenzusätze benutzt. Die Bedeutung der Abkürzungen:

  • ppa. (auch pp.) = per prokura
  • i. V. = in Vollmacht
  • i. A. = im Auftrag

Im kaufmännischen Schriftverkehr wird im Auftrag also mit i. A. abgekürzt.

Vorsicht Fehlerfalle: Handelt es sich allerdings um eine Gemeindeverwaltung, wird „Im Auftrag“ ausgeschrieben, beide Wörter beginnen dann mit Großbuchstaben. In der öffentlichen Verwaltung hat diese Form eine andere Funktion, insbesondere dann, wenn im Briefkopf steht „Der Bürgermeister'“, „Der Landrat“ o. Ä.

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Wie verbindlich sind die Abkürzungen i. A., i. V. und ppa.?

Halten Sie sich die Rechtsverbindlichkeit einer Unterschrift vor Augen. Gewiss gibt es in Ihrer Firma Abteilungsleiter, die eine Handlungsvollmacht haben und diese auch offiziell erteilt bekommen haben. Aber wie unterschreiben Sie als Assistenz? Setzen Sie automatisch unter jeden Brief die Abkürzung i. A.? Wenn Ihre Firma Sie nicht offiziell dazu berechtigt hat oder Sie sich im Zweifelsfall vor Gericht nicht auf Gewohnheitsrecht berufen können, kann dies unangenehme Folgen für Sie haben.

Praxis-Beispiel:
Assistentin B in Firma F ist nicht befugt, eigenständig Angebote zu machen. Trotzdem macht sie dem Kunden K ein Angebot über die Lieferung von Produkten des Hauses. Dabei nennt sie einen viel zu niedrigen Preis und unterschreibt die Bestellung mit dem Kürzel i. A. und Namen. Für den K ist durch diesen Zusatz klar, dass die B berechtigt ist, ein Angebot dieser Art zu unterbreiten. K bestellt die Produkte. Die Firma F muss die Produkte zum genannten Preis liefern. Da der Firma F ein Schaden entstanden ist, kann Assistentin B schadensersatzpflichtig gemacht werden, weil es ihr nicht erlaubt war, mit i. A. zu unterschreiben.

Daraus können Sie erkennen, dass die Wirkung eines Handelns der Mitarbeiter nach außen (Außenverhältnis) sehr viel weiter gehen kann, als das „Dürfen“ gegenüber dem Unternehmen (Innenverhältnis).

Was ist eine Prokura?

Die Prokura wird in den §§ 48 ff. des Handelsgesetzbuches – HGB geregelt. Sie ist die umfassendste Bevollmächtigung für einen Mitarbeiter. Sie ermächtigt den Prokuristen zu allen Geschäften, die der Betrieb des Unternehmens mit sich bringt. Die Prokura wird ins Handelsregister eingetragen und bekannt gemacht, z. B. durch Rundschreiben an die Geschäftspartner. In der Geschäftskorrespondenz wird die Prokura durch einen Zusatz zur Unterschrift kenntlich gemacht.

Rechtlicher Hintergrund:
Die Prokura ist eine handlungsrechtliche Vollmacht. Sie legt gesetzlich fest, welchen Umfang diese Vollmacht hat. Sie muss im Gegensatz zur Handlungsvollmacht ausdrücklich erteilt werden. Dadurch wird der Inhaber zu allen gerichtlichen und außergerichtlichen Geschäften und Rechtshandlungen ermächtigt, die in einem Handelsgewerbe vorkommen können. Folgende Dinge sind damit allerdings nicht verbunden: die Geschäftsauflösung, der Verkauf des Unternehmens, die Aufnahme von Gesellschaftern, die Erteilung einer Prokura, das Unterschreiben von Inventar und/oder Bilanz. Den Verkauf oder die Belastung von Grundstücken kann der Prokurist vornehmen, bedarf aber der besonderen ausdrücklichen Bevollmächtigung. Erteilen darf die Prokura ausschließlich der Vollkaufmann, wobei er auch beschränkt Geschäftsfähige, z. B. Minderjährige, bevollmächtigen darf.

Achtung:
Die Anmeldung der Prokura zum Handelsregister bedarf gemäß § 12 Abs. 1 HGB, § 129 BGB der notariellen Beglaubigung.
Die Prokura erlischt unter folgenden Bedingungen:

  • durch Widerruf,
  • mit Beendigung des Rechtsverhältnisses, z. B. durch Ausscheiden des Angestellten, dem dieses Rechtsverhältnis zugrunde lag oder
  • mit Auflösung des Geschäftes.

Der Tod des Geschäftsinhabers ist keine Option zur Beendigung der Prokura.

Die Prokura unterscheidet sich nach folgenden Kriterien:

  • Einzelprokura: Eine Person kann alleine die gesamte Vertretungsmacht ausüben.
  • Filialprokura: Die Vollmacht erstreckt sich nur auf die Vertretung einer Niederlassung und deren Geschäfte.
  • Gesamtprokura: Die Vollmacht kann nur durch zwei oder mehrere Personen gemeinsam ausgeübt werden.

Der korrekte Zusatz für die Prokura in der Unterschrift ist die Abkürzung ppa.

Wozu berechtigen Handlungsvollmachten?

Mit einer Handlungsvollmacht wird die Art der Vertretungsmacht eines Mitarbeiters festgelegt. Die Handlungsvollmacht wird häufig auch als „kleine Prokura“ bezeichnet.
Sie reicht weniger weit als die Prokura. Ihren Umfang kann der Geschäftsinhaber – anders als bei der Prokura – selbst festlegen.

Die Handlungsvollmacht wird nicht in das Handelsregister eingetragen und kann ohne Formerfordernisse, z. B. auch mündlich, erteilt werden. Schon aus Beweisgründen ist aber eine schriftliche Erteilung zu empfehlen. Man unterscheidet die folgenden Handlungsvollmachten:

  • Generalvollmacht: Sie gilt wie die Prokura für alle Geschäfte, die der Betrieb des Unternehmens mit sich bringt, allerdings sind z. B. Immobilienkäufe oder -verkäufe, die Vertretung in Prozessen und Darlehensgeschäfte nicht enthalten. Unterschriftenzusatz ist die Abkürzung i. V.
  • Gattungs- oder Artvollmacht: Hier wird die Vollmacht für eine bestimmte Art (Gattung) von Geschäften erteilt, das können auch Aufgaben einer Sekretärin sein, wie z. B. der Einkauf von Büromaterial oder das Buchen von Geschäftsreisen. Diese Art der Vollmacht kann von jedem erteilt werden, der mindestens die gleiche Vollmacht besitzt.
    Beispiele für Artvollmachten:
    – Postvollmacht
    – Bankvollmacht
    – Unterschriftenzusatz ist das Kürzel i. A.
  • Einzelvollmacht: Diese Vollmacht berechtigt zu ganz bestimmten einmaligen Geschäften und erlischt anschließend wieder. Sie kann von jedem erteilt werden, der mindestens die gleiche Vollmacht besitzt. Unterschriftenzusatz ist das Kürzel i. A.
Fallstricke im Umgang mit den Abkürzungen i. A., i. V. und ppa.

Werden die Abkürzungen für die Zeichnungsvollmachten weggelassen oder falsch verwendet, kann das weitreichende Konsequenzen haben. Denn der Empfänger geht mit Recht davon aus, dass der Unterzeichner die Bedeutung der Abkürzungen kennt und die entsprechenden Vollmachten hat, im Namen des Unternehmens zu handeln (sogenannte Anscheinsvollmacht). Falls bei einem Geschäft etwas schiefgeht, haftet das Unternehmen, wenn es eine Unterschriftenregelung gibt und diese bis auf das Weglassen des Zusatzes korrekt angewandt wurde. Gibt es eine solche Regelung nicht und ein Mitarbeiter hat die Abkürzung ppa. oder eine der anderen Abkürzungen trotzdem verwendet, kann die Firma ihn zu Schadensersatz verpflichten.

Wer unterschreibt wo?

Immer wieder gibt es Unklarheiten, wer wo einen Geschäftsbrief unterschreibt.

  • Welche Regelungen gibt es, wenn zwei Personen einen Brief unterschreiben?
  • Wo unterschreibt der Ranghöhere?
  • Wo unterschreibt derjenige, der für den Inhalt des Briefes verantwortlich ist?

In vielen Firmen gilt das 4-Augen-Prinzip, d. h. Schriftstücke, die nach außen gehen, müssen grundsätzlich von zwei Mitarbeitern unterzeichnet werden. Unterschrieben wird dann z. B. in der Form, dass der Ranghöhere – oder bei gleichem Rang – der für den Inhalt Verantwortliche links unterschreibt:

  • Ein Anstellungsvertrag wird von einem Prokuristen und einem Handlungsbevollmächtigten unterzeichnet: Der Prokurist unterschreibt links mit der Abkürzung ppa., der Handlungsbevollmächtigte rechts daneben mit dem Zusatz i. V.
  • Wenn zwei Handlungsbevollmächtigte gemeinsam unterschreiben, unterzeichnet derjenige, der sich für den Inhalt des Schreibens verantwortlich zeigt, links.
Wenn Ihr Chef auf Reisen ist – nach Diktat verreist

Der früher häufig verwandte Zusatz „nach Diktat verreist“ ist in der modernen Korrespondenz nicht mehr üblich. Die eleganteste Lösung wäre natürlich, wenn Sie als Assistenz das Schreiben mit i. A. unterschreiben dürften. Doch dafür benötigen Sie – wie oben erläutert – eine Vollmacht.

Praxis-Tipp:

  • Formulieren Sie einen Satz am Briefende, z. B.: „Herr Wagner hat mich gebeten, den Brief für ihn in seiner Abwesenheit zu unterzeichnen.“
  • Unterschreiben Sie wie folgt: „für Peter Wagner, Geschäftsführer“ und darunter Ihren „Vor- und Zunamen, Sekretariat“
  • Benutzen Sie das Kürzel „f.d.R.“ (Bedeutung: für die Richtigkeit) vor Ihrem Vor- und Zunamen. Damit geben Sie dem Empfänger zu verstehen, dass Sie den Text Ihres Vorgesetzten richtig wiedergegeben haben.

Praxis-Tipp:
Sie (und Ihr Chef) sollten jedoch bedenken, dass eine Sekretärin/Assistentin, die mit i. A. unterschreibt, weitaus mehr Kompetenz nach außen ausstrahlt. Je kompetenter Sie nach außen wirken und auftreten, desto mehr sind Sie auch Ansprechpartner für Geschäftspartner.

Fazit

Wenn es in einem Unternehmen Regelungen zur Unterschriftengestaltung gibt, sollte man sich danach richten. Wenn jedoch keine Regelungen bestehen, sollte man nicht einfach Briefe mit i. A. unterschreiben. Klären Sie unbedingt ab, wozu Sie berechtigt sind und welchen Zusatz Sie für die Unterschrift verwenden dürfen.

Die Angabe von Vollmachten ist nicht nur aus rechtlicher Sicht empfehlenswert, sondern auch im Hinblick auf die Höflichkeit gegenüber Kunden und Geschäftspartnern unerlässlich. Denn gerade bei neuen Geschäftskontakten geben die Abkürzungen Aufschluss über die Position und den Kompetenzbereich des Unterzeichners.

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