Probieren Sie etwas Neues!

 Nutzen Sie eine dieser Arbeitstechniken, um kreativere Lösungen zu finden

Beitragsbild NL 101. Brainstorming

Das Ziel der wohl bekanntesten Kreativitätstechnik ist es, von den anwesenden Kollegen spontan möglichst viele unzensierte Ideen zu einem Thema zu sammeln. Quantität geht vor Qualität. Die Ideen werden meist schriftlich festgehalten. Häufig ist der zunächst unsinnig erscheinende Einfall einer Person Auslöser für einen zündenden Gedanken einer anderen.

2. Brainstorming paradox

Für ein Problem werden zunächst Ideen gesammelt, die eine gegenteilige Wirkung erzielen. Der Vorteil dieses paradoxen Brainstormings ist, dass man die Sache einmal von der entgegengesetzten Seite betrachtet und daraus im zweiten Schritt oft brauchbare Ideen für die Praxis ableiten kann.

3. Mind-Mapping

Das Mind-Mapping ist eine Methode zur Visualisierung und Förderung kreativer Denkprozesse. Man erstellt beim Überlegung eine Landkarte (Map) dessen, was sich im Kopf (Mind) abspielt. Durch diese Visualisierung wird das räumliche und bildliche Denken aktiviert. Das wiederum aktiviert die rechte Gehirnhälfte, die für das ganzheitliche und intuitive Denken zuständig ist.
Es sollen nicht „ordentliche“ Listen in „sinnvollen“ Reihenfolgen angelegt werden, sondern zunächst wird dargestellt, was sich sprunghaft im Kopf abspielt. Mit jedem neue Einfall wird die Map visuell erweitert.

 

4. Methode 635

Bei der Methode 635 sollen sechs Teilnehmer je drei Lösungsvorschläge entwickeln, welche dann von den jeweils fünf anderen Teilnehmern kommentiert, erweitert, umgeformt oder verbessert werden sollen. Ideal ist ein Formular, auf dem in der Kopfzeile das Problem kurz dargestellt ist.
Darunter schreibt jeder Teilnehmer drei verschiedene Lösungsvorschläge. Nach fünf bis zehn Minuten werden die Zettel zum Nachbarn weitergereicht. Die nächste Person lässt sich von den drei Vorschlägen inspirieren und trägt drei weitere Ideen ein oder führt die Gedanken fort.
Am Ende bekommt jeder das eigene Blatt zurück und kann sehen, was die anderen mit den drei ursprünglichen Lösungsvorschlägen gemacht haben, wie diese ergänzt, verbessert und verfeinert wurden.
Zum Schluss werden alle Lösungsvorschläge vorgestellt und eine Lösung ausgewählt.

5. 9 Basisfragen nach Osborn

Mit den neun Basisfragen kann man bspw. eine gefundene Problemlösung überarbeiten, andere Aspekte beleuchten, verändern und verbessern. Zwingen Sie sich deshalb unbedingt, für jede der Fragen mindestens eine Antwort zu finden.

  1. Wie kann man es anders verwenden?
  2. Wie kann man es anpassen? Gibt es etwas Ähnliches, das man damit nachahmen könnte?
  3. Wie kann man es verändern? Lassen sich Form, Farbe, Geruch, Material, Größe, Gewicht etc. ändern?
  4. Was wäre, wenn man es vergrößern würde? Lässt sich etwas hinzufügen? Kann man es dicker oder schwerer machen? Kann man die Häufigkeit steigern? Kann man den Wert steigern?
  5. Was wäre, wenn man es verkleinern würde? Kann man Teile davon weglassen? Kann man es dünner, leichter, kürzer oder billiger machen?
  6. Kann man es ganz oder teilweise ersetzen? Lassen sich Elemente aus anderen Zeiten, Produkten, Abläufen, Kulturen etc. einfügen an Stelle von Vorhandenem?
  7. Wie könnte man es neu anordnen? Kann man es umbauen, Teile davon umstellen? Kann man Ursache und Wirkung vertauschen?
  8. Wie und womit lässt es sich kombinieren? Lassen sich Teile davon mit anderem kombinieren?
  9. Kann man es ganz oder teilweise transformieren? Kann man es durchsichtig machen, verflüssigen, ausdehnen, schrumpfen, durchlöchern …?

6. Der Unsympath

Diese Methode ist ideal um ein Problem aus der Sichtweise einer anderen Person und damit distanzierter zu betrachten.
Wie würde ein „Gegner“, eben der Unsympath argumentieren/ entscheiden? Formulieren Sie schriftlich. Schreiben Sie auch ihre vermutlichen Gründe dazu auf.
Frühestens am nächsten Tag befassen Sie sich noch einmal mit dem Problem und formulieren nun schriftlich, welche Teile der Lösungsideen Sie übernehmen wollen und welche Sie anders machen werden als es vermutlich der „Unsympath“ täte. Begründen Sie Ihre Vorgehensweise oder Entscheidung.

Durch die schriftlichen Formulierungen und die Begründungen aus zwei Sichtweisen zwingen Sie sich zu sehr gründlichem Durchdenken aller Für- und Wideraspekte. Wir neigen alle dazu, uns bei Problemen und Entscheidungen nur mit solchen Menschen zu beraten, die mit uns auf „gleicher Wellenlänge“ sind, die unseren Gedanken vermutlich zustimmen werden, die wir mögen. Das engt unsere Sichtweise und unsere Kreativität ein!

7. Denkhüte/ Denkstühle

So gehen Sie vor: Sechs Teilnehmer sitzen zusammen und diskutieren über ein Thema oder ein Problem mit dem Ziel, auf keinen Fall wichtige Aspekte zu vergessen oder zu verdrängen. Damit die Teilnehmer sich nicht gleich wieder in ihre jeweiligen Meinungen verbeißen und diese heftig propagieren oder gegen andere Ansichten ankämpfen, werden durch Zufallsprinzip (z.B. Würfeln) sechs ,,Denkhüte“ (oder Stühle) in unterschiedlichen Farben verteilt. Die Farben stehen für jeweils folgende Standpunkte oder Sichtweisen:

  • Weiß steht für die neutrale, objektive Sicht
  • Rot steht für das Feuer emotionaler und intuitiver „Unsachlichkeit“
  • Grün steht für die Lebendigkeit kreativer Gedankensprünge
  • Schwarz steht für den kritischen Blick auf mögliche böse Konsequenzen
  • Blau steht für kühle Distanz
  • Gelb steht für sonnigen Optimismus

Mit dieser Methode überwinden Sie Denkblockaden und eigenen Emotionen.

8. Synektik/ Bionik

Technische Probleme werden zum Beispiel mit Vorbildern aus der Natur in Verbindung gebracht. Man denke nur an den Fallschirm und den Samenflug der Pusteblume, an Radarschirme und die Orientierungsweisen der Fledermäuse.
Diese Technik lebt von der Verfremdung eines Problems und die Bildung von Analogien. Gehen Sie in vier Schritten vor:

  1. Definition des Problems
  2. Analogien aus der Natur
  3. Analyse der Vorbilder aus der Natur
  4. Ableiten der Erkenntnisse von der Natur auf das zu lösende Problem

9. Morphologischer Kasten

Das Arbeiten mit dem morphologischen Kasten eignet sich auch im Bereich der Verbesserung von bestehenden Produkten oder Abläufen oder bei der Auswahl von Dingen. In diesen fünf Schritten arbeiten Sie sich durch die Methode:

  1. Festlegen der Kategorien
  2. Sammeln der Ausprägungen und Eigenschaften zu den Kategorien
  3. Füllen des morphologischen Kastens
  4. Festlegen der Kombinationen
  5. Entscheidung für die beste Lösung

10. Reizwortanalyse

Für ein Problem werden Lösungen durch den Anreiz eines beliebigen Wortes produziert. Das Problem wird definiert. Fünf Wörter werden im Zufallsprinzip gefunden. Jedes Reizwort wird analysiert. Zwischen dem Reizwort und dem Problem wird eine Verbindung hergestellt.
(Zusammenfassung aus: Hedwig Keller; Die besten Kreativitätstechniken; Mvg–Verlag Landsberg 1999)

Ihr persönlicher Newsletter

Ihre Vorteile

› Wöchentlich topaktuelle News
› Checklisten, Musterbriefe und Praxis-Hilfen
› Rabatte und Sonderaktionen für unsere Leser