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Quiz "Verblasste Substantive"

Heißt es "er ist eisgelaufen" oder "er ist Eis gelaufen". Solche kniffligen Zusammensetzungen zwischen Verben und Substantiven finden Sie in unserem Quiz.

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17.05.2013

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meaning



Neue Rechtschreibung - 1. Gebot: Die Schreibungen ss und ß

Beispiel: ss oder ß?

Alt Neu
Kuß Kuss
Engpaß Engpass
Anlaß Anlass
Gruß Gruß
gemäß gemäß
außen außen
Nach kurzem Selbstlaut (Vokal) steht, wo bisher ß stand, jetzt ss, nach langem Selbstlaut oder Doppellaut (Diphthong) steht weiterhin ß.

Diese neue Regel ist eine konsequente Vereinfachung, denn:

• sie fügt sich in die allgemeinere Regel ein, derzufolge ein kurzer Vokal durch Konsonantenverdopplung angezeigt werden kann, so z. B. in Komma, Wette, Kontrolle und tippen (womit Sie gleich Beispiele für Konsonanten, auch Mitlaute genannt, haben).
• Dadurch ermöglicht sie Ihnen eine "Trefferquote" von 100 % korrekte Schreibungen ohne einen Blick ins Lexikon!

Übrigens: Vokale sind Laute, die "tönen", aber mit wenig "Geräusch" verbunden sind (a, e, i, o, u), Konsonanten hingegen sind Laute, die mit mehr "Geräusch" verbunden sind (z. B. b, f, t).

Wenn Sie also einen kurzen Vokal hören, müssen Sie das ß der alten Rechtschreibung durch ss ersetzen:
sie isst und er frisst, Einfluss und Zuschuss
es floss und er schoss er musste und sie wusste,
der Schuss und der Kuss, er glaubte, dass ?
Schreiben Sie in Zukunft auch alle Wörter mit "Schluss" mit Doppel-s:

Praxis-Beispiel
Abschluss, Ausschlussfrist, Beschluss, Jahresabschluss, Ladenschlussgesetz, Schlussverkauf;

und ebenso neu sind die Schreibungen von:

Praxis-Beispiel
Genussschein, Kompromiss, Messgerät, Misserfolg, Nachlass, Prozess, Stress, verlässlich, Überschuss, Vorschuss, Zuschuss und Zahlungsfluss.

Betroffen ist hiervon auch das Wörtchen dass, wenn es als Bindewort (Konjunktion) gebraucht wird (alt daß):

Man kann sogar sagen, dass dies das Erkennungszeichen der Rechtschreibreform ist, denn dass ist ein häufiges Wort.

Test: Dass oder das?

Wenn Sie einmal im Zweifel sind, ob Sie es mit der Konjunktion dass oder dem Pronomen das zu tun haben, können Sie einen einfachen Test machen. Wenn das durch welches ersetzt werden kann, schreibt man es mit einem s:

Praxis-Beispiel
Goldpfeil ist das Pferd, das den Pokal gewonnen hat (welches den Pokal gewonnen hat). Das Auto, das ich gekauft habe, ist eine Montagsproduktion (welches ich gekauft habe).

Diese Ersetzung funktioniert bei der Konjunktion dass nicht:

Praxis-Beispiel
Ich glaube nicht, dass das Pferd den Pokal gewinnen wird.



Nach langem Vokal und Doppellaut "ß"

Die neue Rechtschreibung schafft das ß nicht ab, denn der zweite Teil der Regel besagt erstens: Wenn der Vokal vor dem s-Laut lang ist, schreibt man wie bisher ß:

Praxis-Beispiel

Gruß und Fuß, sie stieß und er ließ,
bloß und groß er büßt und sie grüßt,
er saß und sie aß, das Gesäß und das Gefäß.

Und so ändert sich auch nichts bei:

Praxis-Beispiel
Großhändler, unrechtmäßig,
Maßnahmenkatalog, Wir würden es begrüßen ?
vertragsgemäß, Mit freundlichen Grüßen.

Weil Sie gleich hören können, dass der Vokal lang ist, müssen Sie überhaupt nicht darüber nachdenken, ob sich bei diesen Wörtern etwas geändert hat.

Zweitens schreibt man aber auch nach Doppellauten (den sogenannten Diphthongen) weiterhin ß. Im Deutschen gibt es in der gesprochenen Sprache drei Doppellaute, die, wie der Name sagt, aus der Verbindung von zwei (vokalischen) Lauten bestehen, nämlich au, ai/ei und eu/äu. In der Schrift entsprechen den drei Diphthongen also fünf Buchstabenkombinationen. (Den Diphthong ui brauchen wir nicht zu berücksichtigen, weil er nur in den Ausrufen Ui! und Pfui! vorkommt.)

Praxis-Beispiel
heiß und weiß, sie äußert und äußerst
außen und draußen, Wir bedauern ganz
Verschleiß außerordentlich ?
Damit ändert sich auch nichts am Außendienst, dem Verschleiß oder der Äußerung. Sie brauchen diese Wörter nur auszusprechen, dann merken Sie, dass Sie es auch hier mit langen Lauten zu tun haben. Also: Auch hier schreiben Sie wie bisher ß!

Kurzer Laut geht vor Wortstamm

Die eindeutige Regelung der s-Schreibung verdankt sich dem Lautprinzip. Damit ändert sich auch bei einigen Verben etwas, die kurze Vokale haben (du lässt, er muss etc.). Bei manchen kommt dabei gleichzeitig das Stammprinzip zum Zug, denn alle Formen werden nun gleich geschrieben. Aber in anderen Fällen wird das Stammprinzip auch verletzt.

Hinweis
Merken Sie sich bei Verben mit ß/ss: Die Lautung hat immer Vorrang!
Hier widerspricht das Lautprinzip dem Stammprinzip nicht:
fassen - sie fasst - er fasste - gefasst

Die Daten werden per Computer erfasst.

Ebenso bei müssen u. v. a.: müssen - er muss - sie musste - gemusst

Ich muss Sie darauf aufmerksam machen, dass?

Hier geht das Lautprinzip vor:
messen - sie misst - er maß - gemessen;

lassen - er lässt - sie ließ - gelassen.

Also Achtung: Der Schaden lässt/ließ sich nicht mehr beheben.

Noch ein kleiner Hinweis

Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen: Wo bisher nach kurzem Vokal s geschrieben wurde, ändert sich nichts:

Praxis-Beispiel
In Last, das sich von lasst (ihr lasst) unterscheiden soll,

in fast, das sich von fasst (sie fasst nach) unterscheidet,

in das (als Artikel wie in das Haus bzw. als Pronomen wie in das Haus, das abbrannte), im Unterschied zur Konjunktion dass (wie in er glaubt, dass).

Sie erinnern sich an das Prinzip der Unterscheidungsschreibung? Hier haben Sie schöne Beispiele dafür.

Vorsicht, Dialekt-Falle!

In einigen deutschen Gegenden werden Vokale, die standardsprachlich lang gesprochen werden, kurz gesprochen. So wird z. B. Ruß standardsprachlich mit langem u, in Westfalen aber mit kurzem u gesprochen. Daraus dürfen Sie als Westfale aber nicht ableiten, dass Ruß mit -ss zu schreiben wäre! Selbst wenn Sie zum Beispiel Vater immer mit kurzem -a- sprechen, schreiben Sie ja auch nicht Vatter. In einem Fall ist übrigens die standardsprachliche Aussprache nicht klar - die Reformatoren haben daher die Schreibungen Löss und Löß zugelassen.

Hinweis
Wenn Sie überlegen, ob ein Vokal kurz oder lang ist, denken Sie daran: Es gilt die deutsche standardsprachliche Aussprache!

Wenn Sie unsicher sind, was denn die standardsprachliche Lautung ist, vergegenwärtigen Sie sich einfach, wie die Nachrichtensprecher von Tagesschau oder Tagesthemen sprechen!

Besonderheiten in Österreich und der Schweiz

Übrigens: Wenn Sie öfter Zeitungen aus der Schweiz lesen, werden Sie wissen, dass man im Schweizer Schriftdeutsch kein ß benutzt (außer bei Eigennamen). Daran hat auch die Reform nichts geändert.

"Aus aktuellem Anlass ..." - einige Formulierungen für Mustertexte

Und nun noch einige Standardformulierungen, die von den Änderungen des ersten Gebots betroffen sind. Wenn sich solche oder ähnliche Wendungen in Ihrer Korrespondenz, z. B. in Musterbriefen finden, sollten Sie sie am besten gleich ändern bzw. prüfen, ob sie geändert sind:

Praxisbeispiel
Aus gegebenem/aktuellem Anlass ?

Es lässt sich leider nicht vermeiden, dass ?

Der Schlussbetrag ist am ? fällig.

Wir gewähren einen Nachlass von ?

Unser Angebot umfasst ?

Wir sind überzeugt, dass ?

Ich muss nicht betonen, dass ?

Für den Fall, dass ?

Hier liegt leider ein Missverständnis vor.

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