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WissenswertesAloe Vera in aller Munde1. Aloe Vera in der Geschichte
Aus alten Dokumenten wird ersichtlich, dass Aloe Vera schon seit einigen tausend Jahren bekannt ist. Schon die chinesischen Kaiser wussten um den gesundheitlichen Wert der Aloe Vera. Auch die alten Ägypter kannten Aloe Vera. Dioscorides - ein griechischer Arzt - benutzte sie wegen ihrer gesundheitsfördernden Eigenschaften. Alexander der Große ließ sie in Wagen pflanzen, damit er immer frische Vorräte auf seinen Feldzügen hatte und auch Christopher Columbus hat die Pflanze auf seinen Reisen im Topf mitgeführt. 2. Die Wüstenlilie 2.1 Die Pflanze Die Aloe Vera hat verblüffende Ähnlichkeit mit Kakteen, gehört aber zu den Liliengewächsen (daher auch der Name "Wüstenlilie") und ist, wie Knoblauch und Zwiebeln, ein Gemüse. Die Aloe Vera Pflanze ist eine wahre Überlebenskünstlerin. Da sie sehr lange Zeit ohne Wasser auskommen kann - sie speichert es in ihren eigenen fleischigen Blättern - ist sie auch in der Wüste beheimatet. Sie ernährt sich zu 98 % von Luft. Zu viel Wasser kann das Konzentratverhältnis der Inhaltsstoffe im Blattinneren verringern, deshalb hängen die Eigenschaften vor allem vom Klima und den Witterungsbedingungen im Anbaugebiet ab. Heute sind von dieser Pflanze über 300 Arten bekannt. Über die beste Wirkung für den menschlichen Organismus soll die Aloe Vera Barbadensis Miller verfügen. Ihr Extrakt enthält rund 200 wertvolle Inhaltsstoffe - unter anderem Enzyme, Vitamine, Mineralstoffe, Bioflavonoide, Zuckerstoffe und essentielle Aminosäuren. Für die positiven Effekte ist die Gesamtheit der natürlichen Inhaltsstoffe des Aloe Vera Extraktes verantwortlich. Besonders wichtig ist, dass Mineralstoffe und Spurenelemente, aber auch Vitamine und andere Substanzen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. 2.2 Verbreitung und Anbau Aloe Vera Pflanzen werden vor allem in Gebieten angebaut, in denen viel Sonne und geringe Temperaturunterschiede herrschen. Große Temperaturunterschiede können nicht nur das Wachstum der Pflanze beeinträchtigen, sondern auch den Anteil der Wirkstoffe, was wiederum Einfluss auf die therapeutischen Eigenschaften der Pflanzen haben kann. Auf den Kanarischen Inseln, aber auch in Mittel- und Südamerika sowie in der Karibik und in den tropischen asiatischen Ländern gedeiht die Pflanze hervorragend. Die besten Erträge werden beim Anbau in Mischkulturen - in Symbiose mit Bäumen und Pflanzen - erzielt. So wurde die Pflanze schon von den alten Mayas angebaut. Diese Art des Anbaus dient nicht nur bei den Aloe Vera Pflanzen dazu, auch auf Unkrautvernichtungs-, Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel zu verzichten. 2.3 Ernte Fast die gesamte Aloe Vera Pflanze besteht aus Blättern. Rund um den Stamm wachsen 15 bis 30 fleischige, schwertförmige Blätter. Sie sind in Spiralform angeordnet und bilden eine Rosette. Die Blätter sind graugrün und werden von einer sägezahnartigen Knorpellinie an ihren Blatträndern gesäumt. Nur junge Pflanzen sind am Blattrand weich und zahnlos. Im Blattinneren befindet sich die wichtigste Substanz der Pflanze, das heilende Gel. Die Blütezeit der Pflanze ist von Mai bis Juni. Dann entwickelt sie einen bis zu 90 cm langen Stiel mit einer Traube von Blüten. Nach 2 bis 3 Jahren kann mit der Ernte der Blätter begonnen werden. Hierbei wird nicht die ganze Pflanze geschnitten. Es werden vielmehr alle 2 Monate pro Pflanze vier bis sechs Blätter vom Ansatz her abgetrennt. Mindestens zwölf Blätter bleiben am Stock zurück. So kann eine Pflanze acht bis zehn Jahre genutzt werden. Die Pflanze heilt ihre Schnittstellen innerhalb von Stunden durch das austretende Gel selbst und verschließt dabei die Wundränder. Damit die Gelwirkstoffe des Blattes noch aktiv sind, muss das Blatt innerhalb von sechs Stunden verarbeitet werden. 2.4 Hauptinhaltsstoffe der Aloe Vera Blätter und ihre Wirkung Da das Blatt sehr unterschiedliche Wirkstoffe enthält, sollte es nicht als Ganzes verarbeitet werden. Zwei Hauptwirkstoffe sind zu unterscheiden: Der bittere Saft aus der Blattaußenhaut enthält den pharmazeutisch wichtigen Stoff: Aloin. Er wird praktisch als Nebenprodukt gewonnen und findet Verwendung als Bittermittel für bestimmte Kräuterschnäpse oder wird als Magentropfen eingesetzt. Das Aloin wirkt als natürliches Abführmittel und regt die Darmperistaltik an. Dem wasserspeichernden Gel des Blattinneren wird die Hauptwirkung zugeschrieben. Es besteht aus Vielfachzucker, Mineralstoffen, Vitaminen, Enzymen und Aminosäuren. Die Inhaltsstoffe sind entzündungshemmend, schmerzlindernd und wirken antibakteriell. 3. Anwendungsmöglichkeiten 3.1 Aloe Vera in der Kosmetik In der Hautpflege wird die Wüstenlilie bereits seit Jahrtausenden eingesetzt. Sie findet sich vor allem als Wirkstoff in Körperlotionen, Feuchtigkeitscremes und anderen Kosmetikprodukten. Ihre feuchtigkeitsspendende und wundheilende Wirkung ist wissenschaftlich recht gut belegt. Wunden, insbesondere Brandwunden, heilen schneller nach Behandlung mit frischem Aloe Vera Gel. Auffällig ist dabei, dass die dunklen Verfärbungen wesentlich schneller verschwinden, wenn man das Gel anwendet. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass Aloe Gel schützend bei Sonnenbrand wirkt, indem die Schäden, welche UV-Strahlung im Reparatursystem der DNA anrichtet, aufgehoben werden. Die feuchtigkeitsspendende Wirkung ist angesichts des hohen Wassergehalts des Gels nicht verwunderlich. Außerdem soll Aloe Vera die Haut bei ihrer natürlichen Regeneration unterstützen sowie natürliche Antioxidantien enthalten, die der Zellalterung entgegenwirken. 3.2 Aloe Vera als Nahrungsergänzung Joghurts, Drinks, Saft, Gel und Tee aus den Blättern der Aloe Vera sollen für natürliche Schönheit, ein starkes Immunsystem und innere Harmonie sorgen. Es ist jedoch umstritten, wie und ob sie tatsächlich nützen. Die Anbieter von solchen Produkten versprechen Linderung von allen möglichen Krankheiten, von A wie Akne bis Z wie Zwölffingerdarmgeschwür. Laut Stiftung Warentest gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Studien, die diese Wirkungen eindeutig bestätigen. 3.3 Wissenschaftlich belegt Von der Wissenschaft bewiesen ist die abführende Wirkung der Aloe Vera, dafür verantwortlich ist das in der Pflanze enthaltene Aloin. Da Aloin, das auch für Abführmittel verwendet wird, ein Krebs erregendes und erbgutschädigendes Potenzial hat, sollte die Einnahme laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf maximal zwei Wochen beschränkt werden. Bei Daueranwendung oder Überdosierung könne es zu Blutungen im Verdauungsbereich, zu Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt sowie zu allergischen Reaktionen kommen, schreibt das Institut. In der Schwangerschaft könne es Wehen und damit Frühgeburten auslösen. Deshalb dürfen Lebensmittel und frei verkäufliche Produkte kein Aloin enthalten. Die Hersteller verweisen auch darauf, dass ihre Produkte Aloin-frei sind. Damit fehlt aber die Wirkung auf die Verdauung. Vitamine, Aminosäuren und Mineralstoffe seien vielmehr für den positiven Effekt der Aloe Vera auf den Körper verantwortlich. Da das Gel der Aloe-Blätter zu 98,5 Prozent aus Wasser besteht, ist der Gehalt an Nährstoffen wie Vitaminen oder Mineralstoffen entsprechend gering. "Die in Aloe Vera hervorgehobenen Inhaltsstoffe können auch mit normalen Lebensmitteln, wie Obst, aufgenommen werden", so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). 4. Worauf Sie beim Kauf von Aloe Vera Produkten achten sollten 4.1 Keine Verwendung von Aloe Vera Konzentrat Für sehr preisgünstige Trinksäfte und Kosmetikprodukte werden Aloe Vera Trockenkonzentrate mit Wasser aufgefüllt (Verhältnis 200 (Wasser): 1 (Aloe Vera Konzentrat). Leider lässt die Fruchtsaftverordnung zu, dass solche Mischungen auch als Saft bezeichnet werden dürfen, ohne dass in der Zutatenliste das Wasser als Hauptbestandteil aufgeführt wird. 4.2 Keine Verwendung von Ganzblattsaft Die Verarbeitung des ganzen Blattes mit Schale spart den Verarbeiter die sehr hohen Schälkosten, hat aber zur Folge, dass der Saft mit Aktiv-Kohle gefiltert werden muss. Dies deswegen, um das im Endprodukt nicht zulässige Aloin, das direkt unter Blattschale sitzt, zu eliminieren. Diese rigorose Filterung entzieht dem Saft zuverlässig das Aloin, aber auch die wertvollen Mineralien, viele der sekundären Pflanzenstoffe und einen Großteil der Polysaccharide und damit auch der wichtigen Aloverose. 4.3 Nur mit gesetzlichem Biosiegel Konventionell angebaute Aloe Vera Pflanzen werden häufig mit synthetischen, treibenden Düngern behandelt. Hierdurch wird die Pflanze angeregt, große Wassermengen aufzunehmen, was bei der Aloe zur Folge hat, dass sie regelrecht aufquillt, aber das Verhältnis der Wirkstoffe zum Wassergehalt rapide abnimmt. Für den Anbauer bedeutet das eine große Erntemenge in kg; der Vitalstoffgehalt ist dagegen stark beeinträchtigt. Hinzu kommt das Belastungsrisiko durch Unkrautvernichter und Schädlingsschutzmittel, die im Bioanbau nicht erlaubt sind. Achten Sie daher darauf, dass der Anbau und die Verarbeitung den strengen Regeln der Europäischen Öko-Verordnung folgen (z. B. Produkte der Firma Santaverde). Eine andere Regelung liegt dem IASC-Siegel zugrunde, das auf vielen Aloe Vera Produkten zu finden ist. Dieses Siegel ist weder ein gesetzliches Siegel noch ein Biosiegel und sagt auch nichts über den Anbau und die Verarbeitung der verwendeten Aloe Vera aus, sondern garantiert nur, dass ein bestimmter Mindestanteil Aloe Vera im Produkt enthalten ist. 4.4 Keine oder nur wenige Zusatzstoffe Häufig sind Aloe Vera Säfte stark konserviert, viele davon mit Natriumbenzoat (Sodium Benzoate), das nachweislich allergisierend und für empfindliche Menschen sehr problematisch ist. Manche Säfte sind nachträglich eingedickt, um besonders natürlich zu wirken und werden auch als "Trinkgel" bezeichnet. Immer auf die Zutatenliste achten: Gelbildner ist meist zugesetztes Xanthan Gum: Unbedenklich, aber überflüssig in Trinkprodukten. Auch weitere Zusätze wie Sorbitol und Aromen sollte man zugunsten der Reinheit des Produktes vermeiden. 4.5 Angabe des Aloverose-Anteils Produkte mit der Herstellergarantie eines hohen Aloverose Anteils beweisen gesundes Pflanzenwachstum und stellen gleichzeitig auch einen hohen Anteil an anderen wichtigen Vitalstoffen sicher: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Aminosäuren und weitere sekundäre Pflanzenstoffe. Weiterführende Links: www.santaverde.de www.verbraucherzentrale.de www.warentest.de - hier den Test vom 26.06.2003 aufrufen - www.label-online.de - Infos über das IASC-Label Erstellt am: 25.04.2008 16:22, Letzte Änderung: 27.03.2009 15:03 ![]() |
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