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23.05.2012

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Auslandsreise / ausländische Gäste

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Der Japan-Knigge

Daher sollten Sie auch Ihren Chef vor der Reise etwas über die "Benimm-Regeln" in Japan informieren. So vermeiden Sie Fettnäpfchen und Unannehmlichkeiten. Darüber hinaus ist es nicht so wichtig, dass Sie alles über diese fremde Kultur und deren Tradition wissen.

Viel wichtiger ist, dass Ihre Gastgeber merken, dass sie und Ihr Land respektiert werden.

In der Öffentlichkeit:

Hände reichen ist eher unüblich. Japaner verbeugen sich voreinander. Aufgrund der Gastfreundschaft, geben die Japaner dennoch die Hand. Dabei deuten sie eine Verbeugung an. Seien Sie also nicht verunsichert, wenn ein Japaner Ihnen beim Hände schütteln nicht in die Augen blickt, sondern den Kopf leicht zum Boden neigt.

Berührungen sollte man in Japan vermeiden. Auch das bei uns freundschaftliche klopfen auf die Schulter ist verpönt. Japaner berühren sich in der Öffentlichkeit nur wenn es nötig ist, beispielsweise in überfüllten Bussen oder Zügen.

Grundsätzlich ist die Freundlichkeit im Land der aufgehenden Sonne gang und gäbe. Lautes Schimpfen oder gar Brüllen schickt sich nicht.

Bei japanischen Geschäftspartnern:

Sollten Sie von Ihren Geschäftspartnern eine Visitenkarte bekommen, so stecken Sie diese nicht wortlos ein. Studieren Sie diese aufmerksam und nicken ihrem Gegenüber anerkennend zu.

Haben Sie eine Verabredung mit ihrem Geschäftspartner zum Essen getroffen, so sollten Sie diesem unbedingt ein Gastgeschenk überreichen. Dies gehört zum guten Ton. Bei der Auswahl sollten Sie darauf achten, dass es sich um einen Markenartikel handelt, da die Japaner sehr markenbewusst sind. Wollen Sie jedoch nicht zu tief in die Tasche greifen, so bringen Sie ihrem Gastgeber ein kleines Souvenir aus Deutschland mit. Daran sollten Sie bei Ihren Reisevorbereitungen unbedingt denken.

Die Japaner sitzen traditionell auf den Boden. Dazu sind häufig Matten ausgelegt. Auch diese Matten sollten Sie nur barfuß oder mit Socken betreten. Die Sitzhaltung von Frauen und Männern ist verschieden. Frauen knien auf dem Boden und legen Ihre Beine seitlich neben den Körper. Männer sitzen dagegen im Schneidersitz. Bei sehr formellen Veranstaltungen knien beide auf den Boden und halten den Oberkörper gerade und gestreckt. Die Japaner sind diese Sitzhaltung gewöhnt. Uns Europäern hingegen kann schnell mal der Rücken schmerzen oder die Beine einschlafen. Keiner verlangt von Ihnen, dass Sie die ganze Zeit in dieser Position ausharren können. Wenn Sie deswegen nach einiger Zeit Ihre Sitzposition verändern, wird Ihnen das keiner übel nehmen.

Bei Tisch

Sollten Sie zum Essen eingeladen werden, ziehen Sie vor dem Eintreten die Schuhe aus und tauschen diese gegen die bereitstehenden Pantoffeln ein.

Die Reis-/ Suppenschüssel kann bis zu den Lippen gehoben werden, um schneller essen zu können.

Die Stäbchen sollten Sie nach dem Essen nicht in den übrig gebliebenen Reis stecken.

Nach dem Essen wird oft eine Tasse grüner Tee gereicht. Beachten Sie, ob dies eine höfliche Aufforderung zum Gehen ist.

Trinkgeld ist in Japan unüblich. In Bars wird jedoch meistens eine Sitzgebühr fällig. Wollen Sie diese vermeiden, können Sie sich auch an die Theke stellen.

In den Toiletten:

Sind Sie bei Ihren Geschäftspartnern zu Gast, wird vor der Toilette Ihres Gastgebers ein weiteres Paar Hausschuhe stehen. Ziehen Sie diese an, vergessen Sie jedoch nicht, sie nachher wieder umzutauschen.

In den privaten Haushalten sind die Toiletten üblicherweise mit besonderem Komfort ausgestattet. Sofern Sie die Zeichen lesen können, ist es möglich, verschiedene Funktionen zu aktivieren. Beheizbare Toilettenbrille, verstellbare Sitzhöhe, Plastiküberzug und Raum-Deodorants sind nur einige wenige Möglichkeiten.

Die Toilettentüren sind in der Regel nicht abschließbar. Prüfen Sie durch vorsichtiges Klopfen, ob die Toilette besetzt ist. Kommt ein Klopfzeichen zurück, so müssen Sie sich noch ein wenig gedulden.

Die öffentlichen Toiletten sind allerdings nicht so üppig ausgerüstet. Überwiegend befindet sich in diesen Toiletten nur ein in Keramik eingefasstes Loch im Boden. Toilettenpapier ist in der Regel nicht vorhanden. Es ist daher wichtig, immer einige Papiertücher dabei zu haben.

Die Toilettenräume sind daneben auch zum Naseputzen da. Öffentliches Naseputzen ist tabu.

Konnten Sie sich einige Regeln einprägen? Dann können Sie unbesorgt Ihre Koffer packen und sich darauf freuen, einen angenehmen Aufenthalt bei Ihren ausländischen Geschäftspartnern zu haben.
Erstellt am: 07.12.2001 17:06, Letzte Änderung: 20.09.2009 22:53
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