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23.05.2012

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Auslandsreise / ausländische Gäste

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Andere Länder, andere Sitten - der Umgang mit ausländischen Geschäftspartnern

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Kulturen werden teilweise schon bei der Begrüßung deutlich. So ist es in einigen Kulturen nicht üblich, dass die Frau bei der Begrüßung die Initiative ergreift. Die Asiaten begrüßen sich mit einer Verbeugung, wobei gilt, je höher der Rang desto tiefer die Verbeugung. In Indien ist es üblich, die Hände vor der Brust zusammen zu legen und sich dann zu verbeugen. Anders als bei uns, gilt es in Afrika als unhöflich, dem Gegenüber bei der Begrüßung in die Augen zu schauen. Im Gegenteil ist es ein Zeichen der Hochachtung, an der anderen Person vorbei zu schauen. Fühlen Sie sich dadurch also nicht beleidigt. Außerdem ist die richtige Ansprache der betreffenden Person wichtig. Haben Sie den Namen einer Person nicht direkt verstanden, muss es Ihnen nicht peinlich sein, sich noch einmal danach zu erkundigen. Damit zeigen Sie, dass Sie an der richtigen Aussprache des Namens interessiert sind.

Sehen wir die Niederlande auch als unsere "Nachbarn" und gehen davon aus, dass wir ähnliche kulturelle Gewohnheiten pflegen, so gibt es doch gewisse Unterschiede. In geschäftlichen Angelegenheiten wirken Niederländer häufig eher informell, da sie auch Geschäftspartner mit "jij" ("du") ansprechen. Sie gehen sehr pragmatisch und direkt vor und sprechen kritische Fragen offen aus. In Geschäftsverhandlungen sind sie "Teamplayer", die firmeninternen Hierarchien sind nicht direkt zu erkennen. Achten Sie darauf den Begriff "Niederlande" und nicht, wie fälschlicher Weise häufig verwendet, "Holland" zu benutzen, auch wenn die ausländischen Geschäftspartner dies vielleicht selbst tun.

Die Italiener sind bekannt für ihre offene Art und dafür, dass sie bei Gesprächen mit viel Mimik und Gestik arbeiten. Familie ist nach wie vor ein sehr wichtiges Thema in Italien. Wundern Sie sich also nicht, wenn der Geschäftspartner über Frau und Kinder erzählt und sich auch nach Ihrer Familie erkundigt. Gehen Sie darauf ein, wird dies die Atmosphäre lockern und Sie werden an Sympathie gewinnen. Wenn Ihnen Komplimente gemacht werden, nehmen Sie diese mit einem Lächeln und einem "Danke" entgegen und fühlen Sie sich geschmeichelt. Pünktlichkeit ist in Italien nicht ganz so wichtig wie bei uns, dafür gibt es aber klare Firmenhierarchien, über die Sie sich im Vorfeld informieren sollten. Titel werden in Italien sehr ernst genommen und sollten auch von Ihnen verwendet werden. Bei Geschäftsessen wird gerne über Kunst, Kultur, Design oder Film diskutiert. Informieren Sie sich also vorher über diese Themen, damit Sie sich an den Gesprächen beteiligen können.

In Frankreich geht bei Geschäftsessen dem geschäftlichen Teil häufig ein längerer Smalltalk voran. Erst zum Ende hin wird über Geschäftsbeziehung und geplante Projekte gesprochen. Pluspunkte erzielt man, wenn man die französische Sprache beherrscht.

In Israel wird, anders als in Italien, viel Wert auf Pünktlichkeit gelegt. Umständliche Begrüßungsformen gibt es nicht. Üblich ist der Handschlag, der nach längerer und enger Geschäftsbeziehung häufig durch ein freundschaftliches Klopfen auf die Schulter ergänzt wird. Die Israelis pflegen ebenfalls die mediterrane Körpersprache, das heißt sie unterstreichen das Gesagte mit viel Mimik und Gestik. Im Allgemeinen ist die Etikette ungezwungen. Bestimmte Höflichkeitsformen, wie das Anbieten eines Sitzplatzes, sind jedoch auch hier gang und gäbe. Vor dem eigentlichen Geschäftsgespräch wird ein ausgiebiger Smalltalk geführt. Bei einigen Themen sollte man sich allerdings eher zurückhalten. Sehr beliebt bei den Israelis sind zwar Themen wie die eigene Politik oder Religion, bei kritischen Bemerkungen reagieren sie aber verärgert. Bei Gesprächen sind sie sehr offen und erzählen oft auch Privates. Man muss sich nicht gezwungen fühlen, es ihnen gleich zu tun, sollte sich über persönliche Fragen aber nicht ärgern.

Stellen Sie sich beim Umgang mit japanischen Geschäftsleuten darauf ein, dass diese gewöhnlich längere Blickkontakte vermeiden. Wundern Sie sich nicht über kleinere Geschenke zur Begrüßung. Diese sind in Japan auch bei geschäftlichen Treffen üblich. Wichtig sind außerdem Visitenkarten, denn sie werden als das "Gesicht" des anderen gesehen. Bei Erhalt einer Visitenkarte nehmen Japaner diese mit beiden Händen entgegen und studieren sie aufmerksam. Sofortiges Einstecken gilt als unhöflich. Frauen sind in Japan im Geschäftsleben nach wie vor nicht gleichberechtigt. So wird es ungern gesehen, wenn die Frau vor dem Mann geht. Ein starkes Abgrenzen von Zuständigkeiten ist unüblich. Vorherrschend ist ein ausgeprägtes Gruppenbewusstsein. Bei Geschäftsgesprächen antwortet der Japaner überlegt und lässt sich Zeit, über die an ihn gerichteten Fragen nachzudenken. Zeitdruck wirkt auf ihn befremdlich. Die Japaner zeigen großes Interesse an deutscher Kultur und Geschichte. Punkten kann man also, indem man sein Wissen über diese Themen zum Beispiel beim Geschäftsessen anbringt.

Guter Smalltalk wird in den U.S.A. hoch geschätzt und zählt zu den Qualitäten eines jeden Geschäftsmannes. Bei Geschäftsverhandlungen gehen sie sehr direkt und sachlich vor. Gern gesehen sind auch Vorschläge von außen. Vermeiden sollte man das Vergessen des Namens, falsche Verwendung von Titeln sowie schlechte Tischmanieren. Unüblich sind auch Gespräche über den Schreibtisch hinweg oder zwischen "Tür und Angel". Für Geschäftsgespräche nimmt man sich Zeit und setzt sich zusammen. Wundern Sie sich nicht, wenn die Geschäftsleute zum Beispiel den angebotenen Kaffee aus Gründen der "political correctness" ablehnen, denn in den U.S.A. wird dies zum Teil schon als Bestechungsversuch angesehen.

Grundsätzlich gilt, dass man sich über gewisse landestypische Etiketten informieren sollte, um nicht von ihnen überrascht zu werden. Machen Sie jedoch nicht den Fehler, diese zu kopieren oder nachzuahmen und dabei womöglich lächerlich oder beleidigend zu wirken. Zudem sollte man nicht vergessen, dass Geschäftsleute durch ihre vielen Reisen auch mit europäischen Umgangsformen in Berührung kommen und sich diesen ebenfalls anpassen.
Erstellt am: 03.12.2002 12:06, Letzte Änderung: 22.09.2009 23:17
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