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17.05.2012

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Wie ist Ihre Menschenkenntnis?
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Tausendsassa    10.09.10, 22:24, Beiträge: 5690druckenzitierenLesezeichen setzen
Am Anfang meines Berufslebens war ich noch der typische Schütze: Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt.

Erst von allen Vorgesetzen begeistert, dann musste ich doch selektieren. Und das habe ich gelernt/lernen müssen!

In einem meiner letzten Jobs begegnete ich einem GF und Inhaber der Firma, der auch das Einstellungsgespräch führte, den ich eigentlich als recht sympathisch empfand. Ich wunderte mich, weil ich vorerst etwas warten musste und dadurch beobachten konnte, warum die Mitarbeiterin am Empfang so mürrisch auf ihn reagierte.
Das einzige, was der konnte, war schauspielern, wenn es sein musste: Er war sowohl bei MA wie bei Kunden/Geschäftspartnern berühmtberüchtigt und verschrien. Sogar die Zeitarbeitsfirmen, bei denen ich mich danach beworben hatte, kannten ihn. Das eine UN sagte sogar zu mir: "Es gibt keine 3 Monate, wo nicht mindestens ein Bewerber aus diesem UN stammt. Da hält es niemand länger als ein halbes Jahr aus."

Andererseits hatte ich auch schon einen Chef, der kam zur Tür rein und es hat gestimmt. Einfach so. Hat sich bis heute nicht geändert. Ist bis heute mein Lieblings-Ex-Chef!
 
Etoblau    10.09.10, 10:55, Beiträge: 5845druckenzitierenLesezeichen setzen
Oh ja, am Anfang meiner beruflichen Laufbahn habe ich mich mal ganz arg in einem Mitarbeiter getäuscht. Das war zu der Zeit, als es die DDR noch gab. Die Firma, bei der ich seinerzeit als Assistentin des Geschäftsführenden Gesellschafters beschäftigt war, stellte auf der Leipziger Herbstmesse aus, 2 Mitarbeiter aus dem Lager waren mit dem Transport des Messestandes und der Exponate beauftragt. Auf der Rückfahrt wurden sie vom DDR-Zoll festgehalten, der gesamte Inhalt des Transporters beschlagnahmt. Der Messestand wurde dringend für eine andere Veranstaltung benötigt, es gab Verzögerungen, die mit Kosten verbunden waren (Beauftragung eines Messebauers mit der Errichtung eines neuen Standes, Herstellung neuer Plakate, Ersatz der Exponate etc. pp.). Als nun die Mitarbeiter aus Leipzig zurückkamen, hatte ich die Aufgabe, die beiden unabhängig voneinander zu befragen, was denn nun zu dem Konflikt mit den Behörden geführt hätte. Beide beteuerten unablässig, gar nichts Unerlaubtes getan zu haben, überhaupt nicht zu wissen, was das ausgelöst haben könnte; sie sprachen von Willkür (okay, es waren die 80er und beide sahen ein bisschen wild aus) und Ungerechtigkeit. Mich haben sie überzeugt. Ich hab das meinem damaligen Chef berichtet, der als misstrauisch (wenn nicht sogar missgünstig) bekannt war. Der sagte sofort: "Da ist was faul, die haben Dreck am Stecken!" Ich war entsetzt und argumentierte dagegen, war aufgebracht über so viel Misstrauen und überhaupt. Das Ganze zog sich ein paar Tage hin - irgendwann stellte sich heraus, dass einer der beiden mit dem Transport beauftragten Mitarbeiter bei der Rückfahrt eine Modelleisenbahn für seinen Sohnemann illegal ausführen wollte. Diese war vom DDR-Zoll gefunden worden, die beiden haben sich aufgeführt wie Graf Rotz - und daraufhin wurde erstmal der gesamte Transporter beschlagnahmt und nach weiterem Schmuggelgut durchsucht.
Ich war danach sehr kleinlaut, hab mich beim Chef entschuldigt und mir geschworen, niemals mehr nur einen Aspekt eines Sachverhalts zu beleuchten...
 
Letzte Änderung: 10.09.10, 10:56
line78  10.09.10, 09:43, Beiträge: 32druckenzitierenLesezeichen setzen
Also ich finde, gute Menschenkenntnis zeigt sich auch in Bewerbungsgesprächen. Hier hat man oftmals ein Bauchgefühl, das sich im Nachhinein dann doch bestätigt - positiv wie negativ.
Egal, ob es daraum geht, den Bewerber einzuschätzen oder den neuen Arbeitgeber.
 
sekretaria  10.09.10, 07:59, Beiträge: 132druckenzitierenLesezeichen setzen
Denken Sie mal an Ihre Anfänge als Sekretärin zurück. Haben Sie in punkto Menschenkenntnis einmal völlig danebengelegen? Erzählen Sie uns und anderen LeserInnen Ihre Geschichte hier im sekretaria-Forum!
 
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